Hannover 96 kämpft und zeigt Moral

Hannover 96 holt gegen Fortuna einen 0:2 Rückstand auf.

Heim-Macht Hannover 96, neun Spiele ungeschlagen im Niedersachsenstadion… Und die starke Serie sollte weiter halten! Gegen Düsseldorf gab es gefühlt immer nur Unentschieden, die letzte Klatsche setzte es im Februar 2021. Die letzten vier Heimspiele hingegen blieb man sogar mit weißer Weste. Düsseldorf war in letzter Zeit eh immer ein Team, das uns ähnlicher war als uns lieb sein konnte. Daniel Thioune und Stefan Leitl zwei Trainer aus ähnlichem Holz, mit der Vorliebe für attraktiven Offensivfußball voller Umschaltmomente. Und so konnte vor großer Kulisse von 38.500 Zuschauern unter frühlingshafter Sonne ein munteres Spiel steigen…

Hannover 96 startete sofort mit viel Pressing in die Partie. Tresoldi und mehrmals Ernst zeigten den Willen, die Scharte von Osnabrück auszuwetzen. Mit jeder Minute stieg der rote Ballbesitz und dadurch der Druck auf das Tor von Fortuna-Keeper Kastenmeier. Düsseldorf machte es allerdings geschickt und generierte Ballgewinne durch die Mitte, wohlwissend dass unsere Außen momentan nicht top besetzt sind. In Ballbesitz wurde dann blitzartig umgeschaltet und von Innen auf die Außen geschlagen. Ergebnis in der 11. Minute: Christos Tzolis erwischte uns eiskalt.

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Und dennoch muss ich sagen, dass es sich nicht dramatisch anfühlte, sondern eher wie ein „Ok, dann müssen wir nun halt eben ein Tor mehr schießen…“.
Doch bevor Hannover so richtig zum Ärmelhochkrempeln kam, stach Tzolis in Minute 18 ein weiteres Mal in Hannovers Herzen. Und erneut, auch auf die Gefahr hin, mich zu wiederholen, war zumindest meine Reaktion ganz trocken „Oooookay, dann schießen wir halt zwei Tore und rechnen am Ende ab…!“ Hertha-Vibes machten sich breit. Oder Karlsruhe. Oder Elversberg. Dieses Vertrauen in diese Mannschaft und ihr Spiel, das uns seit vielen Wochen so viel Spaß macht.

Mit seinem Doppelpack hat Tzolis Hannover 96 früh geschockt.

Und tatsächlich waren es unsere Mittelfeld-Maschinen wie Ernst, Schaub und Leopold, die nicht aufsteckten und weiterhin Angriff um Angriff einleiteten, egal wie tief und eng gestaffelt sich Düsseldorf nun fallen ließ. Nach 30 Minuten hatten unsere Roten 70% Ballbesitz und 5:2 Torschüsse, aber man lag immer noch 0:2 zurück. Die Pause kam und es das Torschussverhältnis lautete bereits 8:4.

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Nach der Pause ackerte 96 weiter, tat sich aber mit entscheidenden Durchbrüchen schwer. Leitl wählte mit einem 4-4-2 nun die etwas defensivere Variante, um nicht wieder sofort in Umschaltattacken des Gegners zu laufen und damit die Resthoffnung zu verschenken. Dadurch egalisierten sich aber auch beide Teams und es machte sich Ideenlosigkeit breit. Immer vor dem vielleicht entscheidenden Steckpass wurde der Angriff abgebrochen und doch nochmal hinten herum ein neuer Anlauf gesucht. Am Ende standen 521 zu 273 Pässe, bei einer Quote von 85% zu 75%. Im Klartext hieß das: keep rollin‘ rollin‘ rollin‘ rollin‘! Auch das Publikum war voll da und machte von Minute zu Minute, von Aktion zu Aktion, mehr Alarm. Fortuna-Coach Thioune hatte vorab nicht umsonst seinen Respekt vor der Raute made in Hannover zum Ausdruck gebracht. Und er sollte Recht behalten…

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Gegen Düsseldorf war der 12. Mann erneut voll da und pushte das Team zum hochverdienten Ausgleich.

In der 59. Minute reagierte Stefan Leitl und brachte Schnittstellen-Stürmer Kolja Oudenne und Sturmtank Andreas Voglsammer für den gelb-rot gefährdeten Christiansen und (was ich überhaupt nicht verstehen konnte, weil sich Abschlüsse erarbeitende) Ernst. 52 Ballkontakte in 59 Minuten Spielzeit, 87% Passquote, 2 Torschüsse, und 5 von 11 Zweikämpfen am Boden gewonnen. Das roch nach Kampf, Schweiß und Willen! Christiansen hingegen blieb bis dahin komplett ohne Impact, um es noch positiv auszudrücken. Da unser Spiel fast ausschließlich durch die Mitte angelegt und Düsseldorfs Vorstöße an einer Hand ab zulesenwaren, hätte Christiansen eine deutlich dominantere Rolle spielen können. Derzeit führt also kein Weg an Fabi Kunze als 6er vorbei.

Es muss auch in diesem Zeitraum gewesen sein, dass Bright Arrey-Mbi und Halste die Positionen wechselten. Halste raus auf die linke Außenbahn, auf seine CL-Position. Er befreite sich erfahren aus 85% des gegen ihn gefahrenen Pressings und feuerte Pässe um Pässe nach vorne.

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Dann ging es plötzlich sehr schnell und der Griff des Trainers zahlte sich aus:

In der 59. Minute scheiterte Oudenne nach Vorlage des eifrigen Schaub noch aussichtsreich. Eine Minute später aber war Andi Voglsammer nach einer Leopold-Ecke und einem kurzen Hin-und-Her mit dem Kopf zur Stelle. Zack, nur noch 1:2!! Es war der Auftakt zur Aufholjagd und degradierte zitternde und viel zu passive Fortunen zu Statisten. Hannover nutzte die Dynamik, die die beiden Einwechselspieler brachten, direkt weiter und hatte bis zur 72. Minute gute Chancen zum Ausgleich. Zweimal Schaub, sowie Tresoldi, der nun mehr Platz zum Entwischen bekam, scheiterten knapp.

Nach diesem Impact setzte Stefan Leitl in der 81. Minute alles auf eine Karte:
Für den spielstarken Louis Schaub (84% Passquote, 1 Großchance herausgespielt, 2 Schüsse neben das Tor, 75% angekommene Flanken, 100% erfolgreiche lange Pässe) kam Cedric Teuchert, womit alle verfügbaren Stürmer auf dem Feld waren. Bei unserem Torjäger wusste man nach überstandener Verletzung und einem Beinahe-Wechsel in die USA zuletzt nicht richtig, was diese Zeit mit ihm gemacht hatte. Als Cedi in der 86. Minute einen Abpraller volley nahm und abgefälscht zum umjubelten Ausgleich einnetzte, wussten wir alle, wohin diese Reise geht: nämlich mit viel Bammel ins Happyend.

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Doch damit nicht genug der versöhnlichen Fußball-Romantik an diesem Tag. In der 87. Minute durfte unser zuletzt vehement geforderter U23-Kapitän Lars Gindorf endlich sein Profi-Debüt geben. Und wer nicht spätestens jetzt den Groll über die verkackten sieben Minuten in der 1. Halbzeit verarbeitet hatte, der hat diesen, unseren hannoveraner Fußball auch nie geliebt.
Am Ende blieb es bei diesem Unentschieden, auch wenn 96 nach dem Ausgleich noch richtig Bock auf drei Punkte hatte…

Bestnoten verdiente sich am Samstagnachmittag mal wieder Enzo Leopold, der seit Wochen auf höchsten Level performt. Auch Nielsen, Schaub und Tresoldi wiesen starke Werte auf und suchten unermüdlich die Lücke in der Abwehr. Fragezeichen hingegen warf erneut Marcel Halstenberg auf, der mit dem Wechsel auf den linken AV allerdings wieder stärker wurde.

Somit bleiben wir weiterhin das formstärkste Team der 2. Liga und an den oberen Tabellenplätzen dran. Bei der erneut gezeigten Moral und den offensiven, attraktiven Spielzügen können wir uns auf weitere spannende Wochen freuen!

Die Lieblingsfolgen vom 96Freunde-Podcast mit Altin Lala, Florian Fromlowitz und Ewald Lienen. Viel Spaß beim Reinhören!

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