Erster Spieltag: Welche Aufstellung wird Breitenreiter wählen?

Gilt als gut im Umgang mit den Ball: 96-Neuzugang Michael Esser. Foto: Alex Grimm/Bongarts/Getty Images.

Endlich Antworten auf die wichtigen Fragen! Mit welcher Aufstellung wird Breitenreiter spielen? Wie stark ist der Kader von Hannover 96 wirklich? Und schafft 96 am Ende den Klassenerhalt? Unser Gastautor Christian Thome hat sich den wichtigsten Fragen angenommen – und Antworten gefunden. Lest selbst!

Hannover 96 ist da zurück, wo der Verein ganz klar hingehört: in die 1. Bundesliga. Für mich ist Hannover in Sachen Standort, Struktur und Stadion ein klarer Erstligist, bei dem in der Abstiegssaison einfach alles schief gelaufen ist. Ich würde diese Saison nicht zu hoch hängen, denn zu was die Mannschaft im Stande ist, hat sie durch den direkten Wiederaufstieg gezeigt. Durch den zum Ende hin getätigten Trainerwechsel von Daniel Stendel zu André Breitenreiter hat man der Mannschaft nochmals einen Schub gegeben.

Schafft es Breitenreiter dieses Mal, sich in der Bundesliga als Trainer zu etablieren? Der Trainer der Paderborner Sensationsmannschaft, der nach dem damaligen direkten Wiederabstieg den Sprung in das Trainerhaifischbecken Schalke 04 wagte und dort zum Opfer der heidel’schen Neuordnung wurde, bekommt nun also die Chance, in Hannover etwas aufzubauen. Die Qualität dazu hat er zweifelsfrei, ich schätze Breitenreiter sehr. Entscheidend wird sein, ob er es schafft, Ruhe in den Verein zu bekommen. Denn das ist eine Sache, die in der letzten Saison wieder einmal fast zum schwersten Gewicht in Richtung erste Liga geworden wäre. Hoffen wir nun also, dass Breitenreiter und Heldt es schaffen, sich auf das sportliche Geschehen zu konzentrieren und Martin Kind nicht zu viele Nebenschauplätze eröffnet.

In Sachen Spielermaterial hat 96 einen entscheidenden Schritt gemacht, den man in den letzten Jahren nicht immer gesehen hat: Man hat es geschafft, einen ausgeglichenen Kader aufzubauen und sich dabei nicht nur auf einen Mannschaftsteil fixiert. In der Vergangenheit war es oftmals so, dass die Hannoveraner als Schießbude der Liga galten und defensiv große Schwächen offenbarten. Dies hat man schon in der Vorsaison mit lediglich 32 Gegentoren und der besten Defensive der zweiten Liga verbessert. Es bleibt jedoch spannend, ob man dies auch in der ersten Liga halten kann.

Ich persönlich denke nicht, dass die Schießbude wieder eröffnet werden wird. Genau hier liegt für mich der Schlüssel zum Klassenerhalt: Kontinuität in der Defensive. Wenn Hannover es schafft, hier relativ wenige Gegentore zu kassieren, dann darf man sich auf ein weiteres Jahr in der Bundesliga freuen. Der Abstiegskampf wird in diesem Jahr umkämpft wie selten, was alleine daraus resultiert, dass Vereine wie Ingolstadt oder Darmstadt (ohne ihnen zu nahe zu treten) wegfallen. Mit Verlaub – konnte hier doch jeder Fußballfan davon ausgehen, dass diese beiden den Gang in die zweite Liga antreten müssen. Hannover wird Teil dieses Abstiegskampfes sein, das muss von Anfang an klar sein.

Position für Position:

Tor: 96 bekommt den vielleicht besten Spieler der Darmstädter Abstiegsmannschaft dazu: Michael Esser hat besonders zum Ende der Saison bewiesen, dass er das Zeug zu einem gestandenen Erstligatorwart hat. Spannend wird der Zweikampf mit Aufstiegsheld Philipp Tschauner (für den sicherlich die Erfahrung spricht) allemal. Sollte es Esser schaffen, die Form der letzten Saison zu bestätigen, wird es eng für Tschauner, für den nur der Platz auf der Bank bleiben wird.

Abwehr: Wie oben bereits angesprochen, ist die Defensive das Prunkstück der Aufstiegsmannschaft. Dazu kommt, dass Horst Heldt hier zwei sehr starke Transfers getätigt hat. Mit Julian Korb und Matthias Ostrzolek hat man die Außenverteidiger-Positionen weiter verstärkt. Hier ist man nun rechts (Korb und Sorg) sowie links (Ostrzolek und Albornoz) doppelt besetzt und hat absolute Bundesligatauglichkeit. In der Innenverteidigung müssen sich Hannovers Fans mit Salif Sané, Florian Hübner und Waldemar Anton keine Sorgen machen. Sollte Felipe fit bleiben (was allerdings ein Novum wäre!), hat man hier 4 Innenverteidiger, die Breitenreiter untereinander austauschen kann.

Mittelfeld: Im defensiven Mittelfeld war 96 letztes Jahr teilweise etwas dünn besetzt. Oftmals mussten Sané beziehungsweise Waldemar Anton auf der 6 aushelfen und fehlten damit in der Innenverteidigung. Dadurch, dass man mit Pirmin Schwegler nun einen bundesligaerfahrenen Mann dazu bekommt, sieht das defensive Mittelfeld mit Schwegler, Manuel Schmiedebach und Marvin Bakalorz durchaus zufriedenstellend aus.

Das offensive Mittelfeld ist so ein bisschen das Jugendkabinett der 96er. Mit Talenten wie den jeweils 20-Jährigen Noah Joel Sarenren Bazee und Iver Fossum, die durch ebenfalls noch junge und entwicklungsfähige Spieler wie Sebastian Maier, Felix Klaus und Edgar Prib unterstützt werden, war man in der zweiten Liga natürlich bestens besetzt. Mir drängen sich jedoch Zweifel auf, inwiefern diese jungen Spieler der Erfahrung Bundesliga gewachsen sind. Hier fehlt es ein wenig an Erfahrung, die auch durch das Zurückziehen von Martin Harnik ins Mittelfeld nicht alleine kompensiert werden kann. Ich würde mir wünschen, dass 96 hier noch 1-2 gestandene Bundesligaspieler verpflichtet, um den Druck von den Jungen zu nehmen.

Angriff: Der Angriff ist für mich die Schwachstelle der Hannoveraner. Sollte man Martin Harnik tatsächlich, wie zum Ende der Saison öfter geschehen auf den Flügel zurückziehen, dann bleibt vorne lediglich ein Niclas Füllkrug, der sich zumindest in der Bundesliga auch noch nicht bewiesen hat. Dass er jedoch für Tore gut ist, das weiß man. Doch was kommt dahinter, falls Füllkrug ausfällt? Mevlüt Erdinc und Charlison Benschop möchte ich aufgrund verschiedener Faktoren keine Bundesligaqualität zusprechen. Besonders bei Erdinc sollte man versuchen, ihn noch von der Gehaltsliste zu bekommen und dafür einen jungen, technisch und läuferisch stärkeren Spieler zu bekommen. Spontan fällt mir hier Michael Gregoritsch ein, der beim HSV keine Rolle mehr zu spielen scheint. Gregoritsch wäre ein schneller Spieler, den ich aber ebenfalls mit Flanken füttern kann und der bereits Bundesligaerfahrung gesammelt hat, dennoch immer noch sehr jung ist. Durch den Wechsel von Jhon Cordoba nach Köln und den geplatzten Modeste-Transfer könnten auch Spieler wie Simon Zoller oder Mark Uth interessant und verfügbar geworden sein. Auch diese Spieler sind schnell und körperlich stark und würden gut in die Mannschaft passen.

Folgende Aufstellung würde ich vorschlagen:

Alles in allem ist der Kader von 96 durchaus bundesligatauglich. Ich finde es wichtig, dass die Mannschaft nach dem Aufstieg größtenteils so zusammengeblieben ist. Es bleibt zu hoffen, dass man keine großen Verluste mehr verkraften muss. Besonders in der Offensive hat die Mannschaft enormes Entwicklungspotenzial, dennoch sollten hier 1-2 Transfers mit Bundesligaqualität folgen. Als wichtigstes Puzzleteil sehe ich jedoch die Innenverteidigung, in der man auf die Kombination Sané und Anton setzen sollte, da Sané bereits ein gestandener Bundesligaspieler ist und Anton es sicher werden wird.

Meine Prognose: Hannover wird die Klasse halten, man schließt die Saison auf Platz 14 ab.

Dieser Text wurde erstmalig auf https://chainballers.wordpress.com veröffentlicht.

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