Mit Enke, Lala und Ya Konan: Diese 96-Elf würde ich zur WM schicken

Zwar hält uns die Weltmeisterschaft etwas bei Frohsinn, die Sommerpause ohne Hannover 96 ist trotzdem schwerfällig. Aus diesem Grund müssen wir uns – und euch – durch ein paar Gedankenspiele bei Laune halten. Passend zur WM habe ich mir die hypothetische Frage gestellt: Wen würde ich in den 96-WM-Kader nominieren, dürften wir nur eine Vereinslegende pro Nation mitnehmen? 

Um die Tradition des Fußballs zu wahren, läuft das internationale 96-Team im klassischen, wenn auch etwas ausgelutschten 4-4-2-System mit einer Raute im Mittelfeld auf. Ein kurzer Teaser: Mit diesem Team würde Hannover 96 international definitiv für Furore sorgen können.

 

Tor: Robert Enke – Deutschland

Unseren einzigen echten Weltmeister, Ron-Robert Zieler, müssen wir leider zu Hause lassen. Zwischen den Pfosten kann es meiner Meinung nach nur eine Personalie geben: unsere ewige Nummer 1 Robert Enke. Insgesamt 180 Partien bestritt Enke für die Roten und blieb dabei in 51 Spielen ohne Gegentor! Eine brutale Statistik! Diese Leistungen verhalfen ihm 2007 sogar zu seinem Debüt in der Nationalmannschaft, für die er insgesamt acht Spiele absolvierte.

Innenverteidigung: Salif Sané (Senegal) & Dariusz Zuraw (Polen)

In der Innenverteidigung setze ich auf zwei Akteure, die zu ihrer Zeit schnell zu Publikumslieblingen wurden. Die eine Position bekleidet der heute 35-jährige Salif Sané. Zwischen den Spielzeiten 2013/14 und 2017/18 absolvierte er 136 Spiele für Hannover 96 und ging einst den Schritt in die zweite Liga mit, um das Team zurück ins Oberhaus zu führen. Auch er wurde dank seiner 96-Zeit zur Stütze im Nationalteam des Senegals und absolvierte 38 Partien für sein Land. Bei der WM 2018 war er sogar fester Bestandteil der ersten Elf und stand in den drei Gruppenspielen über die vollen 90 Minuten auf dem Platz.

An seiner Seite läuft Dariusz Zuraw auf. Insgesamt 164 Spiele für Hannover 96 zwischen 2001/02 und 2007/08 stehen in seiner Vita. Unmittelbar nach seiner Verpflichtung gelang der Aufstieg in die 1. Bundesliga. Auch Zuraw schaffte während seiner 96-Zeit den Sprung in die Nationalmannschaft, allerdings blieb es bei einem Einsatz im Februar 2005 gegen Weißrussland.

Außenverteidigung: Konstantin Rausch (Russland) & Steven Cherundolo (USA)

Die linke Außenverteidigung bekleidet ein nächster Europa League-Fighter: Konstantin Rausch. Er war elementar für das blitzschnelle Konterspiel unter Slomka, und wir alle erinnern uns gerne an seine mit Schnitt getretenen Flanken. 180-mal spielte Koka zwischen 2007/08 und 2012/13 für 96, darunter 24 internationale Spiele. Apropos international: Auch in der Nationalmannschaft war er durchaus erfolgreich. Bis zur A-Nationalmannschaft durchlief er die Jugendteams des DFB, ehe er sich für Russland entschied. 2017, damals schon im Trikot des 1. FC Köln, gab er sein Debüt. Die Weltmeisterschaft 2018, bei der er eigentlich gesetzt gewesen wäre, verpasste er aufgrund einer Rückenverletzung.

Auf der rechten Seite gibt es für mich nur eine Option: El Capitano Steven Cherundolo. Mit 415 Spielen ist er einer der Rekordspieler in den Reihen von Hannover 96, in zahlreichen Partien führte er die Mannschaft als Kapitän aufs Feld. Und natürlich: Für Cherundolo gab es in seiner gesamten Karriere keinen anderen Verein! Eine absolute Legende. Angefangen hat seine Zeit in der Saison 1998/99, nach der Saison 2013/14 war Schluss. Auch er wurde Nationalspieler und absolvierte 87 Partien für die USA. Cherundolo war bei drei Weltmeisterschaften dabei (sieben Spiele).

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Zentrales Mittelfeld: Altin Lala (Albanien) & Arnold Bruggink (Niederlande)

Im zentralen Mittelfeld spielt Hannover 96 in einer Raute. Den defensiveren Part übernimmt Altin Lala. Auch er spielte seine gesamte Profikarriere bei Hannover 96 und brachte es auf 320 Einsätze. Er kam gleichzeitig mit Cherundolo, ging aber zwei Jahre früher. Das bedeutet auch: Lala konnte das erste Jahr in der Europa League miterleben und stand in vier Spielen auf dem Platz. Auch er wurde dank 96 zum Nationalspieler. Von 1998 bis 2011 trug er das Trikot der albanischen Nationalmannschaft (79 Spiele) und führte seine Nation lange Zeit als Kapitän aufs Feld. Zu einer WM schaffte er es leider nicht, Albanien scheiterte stets in den Qualifikationsspielen.

Den offensiveren Mittelfeldspieler gibt Arnold Bruggink, der für mich – als halber Niederländer – gesetzt sein muss. Insgesamt 118 Spiele bestritt er zwischen 2006/07 und 2009/10 für die Roten, ehe es zurück in die Eredivisie zu seinem Jugendclub Twente Enschede ging. In jener Zeit gelangen ihm 53 Scorerpunkte. Bruggink war also in 44 Prozent aller Spiele an einem Treffer beteiligt, eine beachtliche Quote. Er wurde schon vor seiner Zeit bei 96 Nationalspieler, brachte es allerdings nur auf zwei Einsätze im Jahr 2000.

Flügel: Szabolcs Huszti (Ungarn) und Sérgio da Silva Pinto (Portugal)

Ebenfalls mit Legenden gespickt sind die Flügel. Auf links starten wir mit Szabolcs Huszti. Eigentlich müssen wir über seine Qualitäten keine Worte verlieren: Dribbling, Tempo und Abschluss waren allesamt allererste Sahne. Insgesamt 154-mal trug er das Trikot von Hannover 96, auch seine Highlights dürften die Europa League-Spiele gewesen sein. 2004, also schon vor seinem Wechsel an die Leine, schaffte er den Sprung in die Nationalmannschaft. Es folgten 50 weitere Spiele, darunter 18 Auftritte in der WM-Qualifikation.

Sein genialer Partner ist Sérgio da Silva Pinto, auch wenn er nicht auf seiner Lieblingsposition im zentralen Mittelfeld ran darf. Für Hannover 96 lief er 193-mal auf, in 20 Spielen wich er auf die rechte Seite aus. Seine größten Qualitäten waren natürlich sein Zweikampfverhalten und seine Unermüdlichkeit. Was völlig unverständlich ist: Pinto schaffte es nie in die Nationalmannschaft.

Sturm: Didier Ya Konan (Elfenbeinküste) & Mohammed Abdellaoue (Norwegen)

Fehlt noch die Doppelspitze. Da habe ich mich echt schwergetan, weil wir viele coole Typen hatten. Im Endeffekt bin ich aber bei denen hängen geblieben, an die ich damals mein Fußballherz verloren habe und deren Geschichte einfach grandios war – angefangen beim Scouting.

Beginnen wir mit Didier Ya Konan. 160 Spiele zwischen 2009/10 und 2014/15 stehen auf seiner Habenseite. Er war Teil des Stürmerduos, das uns ins internationale Geschäft geschossen hat. Insgesamt stehen 72 Scorerpunkte zu Buche. Unvergessen sind unter anderem seine Treffer in der Gruppenphase 2012 gegen Levante oder seine Hütte in der Qualifikation gegen St. Patrick’s Athletic. In der Nationalmannschaft schoss er in 27 Spielen sieben Tore. Ya Konan war Teil der WM-Truppe 2014 und durfte im ersten Gruppenspiel gegen Japan ran.

Sein Partner in unserer hypothetischen WM-Elf war auch in Wirklichkeit sein genialer Partner: Mohammed Abdellaoue. Der Norweger war mindestens genauso wichtig für die Qualifikation für das internationale Geschäft. In 103 Spielen (2010/11 bis 2012/13) schoss er 35 Tore und bereitete zehn weitere vor. Mein absolutes Highlight: sein Treffer zum Weiterkommen im Europa League-Qualifikationsrückspiel gegen Sevilla 2011. Auch Abdellaoue war jahrelang fester Bestandteil der Nationalmannschaft und brachte es insgesamt auf 33 Spiele.

Die Lieblingsfolgen vom 96Freunde-Podcast mit Altin Lala, Florian Fromlowitz und Ewald Lienen. Viel Spaß beim Reinhören!

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