Wissenschaftler vor dem Derby: „Rivalität ein wesentlicher Bestandteil der Fanidentität“

Gute Stimmung? Bei Heimspielen nur in der Nordkurve eine Selbstverständlichkeit. Zuletzt gab es Pfiffe von der Westtribüne gegen die eigene Mannschaft. Fans wie Timo Runge fordern: Das muss aufhören - gerade vor der alles entscheidenden Partie gegen Stuttgart. Foto: Getty Images

Während viele Funktionäre im Management von Profivereinen tendenziell versuchen, die Rivalität von Traditionsvereinen kleinzuhalten, fordern die renommmierten Fanforscher Johannes Berendt und Prof. Dr. Sebastian Uhrich vom Institut für Sportökonomie und Sportmanagement der Deutschen Sporthochschule Köln etwas anderes: Sie raten dem 96-Management dazu, zu der Rivalität zu stehen – etwas anderes würde die Rivalität nur weiter bestärken.

Im Interview mit 96Freunde.de sagte Johannes Berendt:

„Basierend auf unseren Erkenntnissen würden wir empfehlen, die Rivalität zwischen Hannover 96 und Eintracht Braunschweig nicht herunterzuspielen. Das besondere Verhältnis der beiden Vereine lässt sich nicht kleinreden. Die Rivalität scheint ein wesentlicher Bestandteil der Fanidentität zu sein. Sie sollte dementsprechend gewürdigt werden.“

Berendt sagte weiter:

„Das ist leider einfacher gesagt als getan, denn Rivalitäten gelten als zweischneidiges Schwert mit positiven und negativen Begleiterscheinungen:

Ein vielversprechender Ansatz könnte der Aufbau einer dualen Identität sein. Hannover- und Braunschweig-Fans vertreten unterschiedliche Farben und haben beide eine besondere Identität. Nichtsdestotrotz gibt es auf übergeordneter Ebene wichtige Gemeinsamkeiten, die betont werden sollten. Die Regionalität (beides Niedersachsen) oder das Traditionsbewusstsein (beides Traditionsvereine) könnten solche Gemeinsamkeiten sein.“

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Johannes Berendt, Sporthochschule Köln.

Die Empfehlung der Wissenschafter an das Top-Management ist spannend, da in der Vergangenheit hier konsequent anders gehandelt wurde. Den 96-Fans ist hier vor allem die Verlesung eines (vom Management offensichtlich vorformulierten Briefs) durch den späteren Kapitän Lars Stindl vor dem Derby im November 2013 in Erinnerung.

Dieser offene Brief hat für einige Lacher und eine „Jetzt erst recht“-Einstellung bei den 96-Fans gesorgt. Auch vor diesem Hintergrund warnen Berendt und Uhrich davor, die Rivalität kleinzureden, da dieses bei den Fangruppen eher einen gegenteiligen Effekt hat.

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