Sieg gegen die halbe Nationalmannschaft: Hannover 96 wird am 23. Mai 1954 erneut deutscher Meister

Hannover 96 wird mit einem 5:1-Finalsieg gegen Kaiserslautern deutscher Meister des Jahres 1954.

In unserer Serie „12,5 Spiele für die Ewigkeit“ begeben wir uns in der 96-Zeitmaschine nochmal ein wenig zurück – und landen in den 50er Jahren. Im geteilten Deutschland erfolgt aus der Nachkriegszeit so langsam der Übergang ins Wirtschaftswunder. Zu diesem Zeitpunkt ist der 1. FC Kaiserslautern das beste Team des Landes. Die Pfälzer stehen zwischen 1951 und 1955 vier Mal im Finale um die deutsche Meisterschaft. Sie gewinnen 1951 und 1953 den Titel. Im Endspiel von 1954 müssen sie sich Hannover 96 geschlagen geben – ein Spiel, das daher in unsere Serie zum 125-jährigen Vereinsbestehen von 96 gehört.

Eigentlich sind die Rollen klar verteilt vor dem Finale im Hamburger Volksparkstadion am 23. Mai 1954. Der 1. FC Kaiserslautern ist haushoher Favorit, stellt zudem mit Fritz Walter, Ottmar Walter, Horst Eckel, Werner Liebrich und Werner Kohlmeyer das Gerüst der Nationalmannschaft. Mit diesem Quintett, alles Feldspieler und damit 50 Prozent der Nationalelf außerhalb der Torhüterposition, gewinnt Deutschland einige Wochen später die Weltmeisterschaft im „Wunder von Bern“ gegen Ungarn.

Die Partie in Hamburg wird ebenfalls zu einem kleinen Wunder, denn die Hannoveraner bezwingen den FCK – und das auch noch in einer niemals für möglich gehaltenen Höhe (5:1). Vor 76.000 Zuschauern beginnt das Spiel erwartungsgemäß. Eckel (13.) bringt Kaiserslautern in Führung. Doch die 96er gleichen unmittelbar vor der Halbzeit aus. Nach der Pause unterläuft Kohlmeyer (48.) ein Eigentor zum 2:1 für Hannover. In der Schlussphase überrennen die Niedersachsen ihren Gegner geradezu. Heinz Wewetzer (77.), Helmut Kruhl (81.) und Rolf Paetz (84.) erhöhen innerhalb von sieben Minuten auf 5:1.

Am Tag danach erlebt die Mannschaft um Trainer Helmut „Fiffi“ Kronsbein bei ihrer Ankunft in Hannover einen triumphalen Empfang. Offiziell 200.000 Menschen feiern den neuen deutschen Meister rund um Hauptbahnhof und Innenstadt. „Die Elf der Namenlosen“ wurden die 96er in den Medien genannt, weil kein Spieler zur Nationalmannschaft gehörte – auch später nicht im WM-Kader in der Schweiz.

Im nächsten und dann schon vorletzten Teil unserer Serie bleiben wir beim Datum 23. Mai. Der nächste große und erneut überraschende Triumph folgte nämlich 38 Jahre später.

Bisher sind diese Geschichten zur Serie erschienen:

Deutsche Meisterschaft am 3. Juli 1938

Aufstieg in die Bundesliga am 9. Juni 1985

Sieg beim FC Bayern am 8. November 2006

Wunder von Wuppertal am 9. Juni 1973

Derbysieg gegen Braunschweig am 15. April 2017

Aufstieg in die Bundesliga am 30. März 2002

Skandalspiel in Cottbus am 5. Juni 1997

Klassenerhalt in Bochum am 8. Mai 2010

Amateurmeisterschaft und Aufstieg am 27./28. Juni 1964

Magische Nacht gegen Sevilla am 18. August 2010

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