Ron-Robert Zieler für Tschauner? Und braucht Hannover 96 einen neuen Spielmacher?

Philipp Tschauner. Foto: Andreas Schlichter/Bongarts/Getty Images.

Ron-Robert Zieler spielt mit dem Gedanken, zurück in die deutsche Bundesliga zu gehen. Auch zurück zu Hannover 96? Und wer kommt als Außenverteidiger für die neue Saison in Frage? Unser Kolumnist Maxi Fiedler hat sich dazu Gedanken gemacht. Hier die neue Ausgabe von Maxis Meinung.

Sebastian Maier, der zu Saisonbeginn stark aufspielte und sich einen guten Ruf beim Publikum erarbeitete, konnte nicht an seine gezeigten Leistungen anknüpfen. Das ist auch dem geschuldet, dass 96 mittlerweile nicht mehr mit klassischem Spielmacher oder „10er“ agiert. Ob Maier des Weiteren die Qualität fürs Oberhaus hat, ist zu bezweifeln. Ich persönlich denke nicht, dass auf der 10er Position nachgebessert wird, außer Breitenreiter ändert sein Spielkonzept. In diesem Fall könnte Maier aber noch bessere Chancen auf eine Backup-Rolle haben als ohnehin schon. Interessant wird sein, ob er sich mit der Rolle zufriedengeben wird, die er momentan bereits innehat.

Die bei den Roten wohl seit Ewigkeiten umstrittensten Positionen sind die defensiven Außenbahnen. So wie einst bei Hiroki Sakai scheint es bei Oliver Sorg zu sein: Viele sehen seine Leistung und sein Potenzial kritisch. Doch welche Personalien könnten für Hannover interessant sein? Und ist es nur die rechte Seite?

 Nein.

 Auch auf Links bahnen sich Probleme an. Ohnehin stehen Edgar Prib und Miiko Albornoz aufgrund ihrer offensiveren Spielweise und mangelnden Defensivqualitäten in der Kritik, doch auch wenn das Tandem zuletzt funktionierte, ist die Frage, ob es überhaupt bestehen bleibt. Abgesehen von der dringenden Not nach einem Ersatzaußenverteidiger oder einer neuen Nummer 1 auf Links, laufen zu allem Übel auch noch beide Verträge aus. Zwar scheint gerade bei Prib, Stammspieler und Mannschaftsratsmitglied, eine Verlängerung wahrscheinlich und auch Miiko bewarb sich mit seinen letzten Auftritten für eine Erweiterung seines Arbeitspapiers, doch man weiß nie, was passiert.

Somit muss man sich Gedanken um neues Personal auf den Außenbahnen machen. 96 hat im Aufstiegsfall gerade durch die Verpflichtung von Horst Heldt und André Breitenreiter, aber auch durch die finanziellen Mittel gute Argumente auf seiner Seite. Doch der Markt für Außenverteidiger ist dünn. Dennoch möchte ich ein paar potentielle Neuzugänge in den Raum stellen, jedoch auch nur bekannte Namen aus der Bundesliga:

Auf der rechten Seite ist die einzige Personalie die ich persönlich als Verbesserung und realistisch ansehe Daniel Brosinski vom FSV Mainz 05. Die Mainzer sind stark abstiegsgefährdet und im Falle dessen, dass sie den Gang in die 2. Liga antreten müssten, wäre Brosinski eine gute Option. Jedoch spielt der ehemalige Fürther, der in dieser Saison wettbewerbsübergreifend auf 30 Einsätze kommt, momentan auf der linken Seite. Als Rechtsfuß passt er aber auch auf die Sorg-Position. Bei ihm überzeugt vor allem das hohe Tempo, was gerade in der Bundesliga sehr wichtig ist.

Auf der linken Seite kann man die Alternativen ebenfalls recht stark eingrenzen. Realistisch wären in meinen Augen die Personalien Philipp Max vom FC Augsburg, der ebenfalls am Rande des Abstiegs steht, oder Markus Suttner vom FC Ingolstadt, für die das Gleiche gilt. Gerade Suttner überzeugte im Oberhaus mit oft ansprechenden Leistungen. Standards kann der Österreicher auch und im Falle des Abstiegs wäre er wohl günstig zu haben. Jedoch wird, wie bei jedem anderen Spieler, die Konkurrenz aufgrund des kleinen Marktes für Außenverteidiger groß sein. Namen wie Konstantinos Stafylidis wären ebenfalls denkbar, aber unwahrscheinlicher.

Der neue sportliche Leiter Gerhard Zuber wird sich vielleicht nicht nur auf den nationalen Markt beschränken dürfen, sondern muss sich auch in den internationalen Ligen umgucken.

Zu guter Letzt bleibt noch eine Position, auf der man vielleicht gar keinen Bedarf hat: Die Torhüterposition. Philipp Tschauner hat seine Unsicherheiten, doch er hat den Roten viele Punkte gerettet und überzeugte gerade zuletzt mit vielen guten Spielen – und 6 gegentorlosen Partien am Stück. Ob er jedoch gut genug ist und für 96 in der Bundesliga im Kasten zu stehen? In meinen Augen ist die Torhüterposition die, auf der man am ehesten auf Aufstiegshelden bauen kann. Sehen kann man dies sowohl bei Darmstadt, die mit Mathenia (mittlerweile bei Hamburg unter Vertrag) eine solide Nummer 1 hatten, als auch bei Leipzig, bei denen Gulacsi die Erwartungen der meisten deutlich übertreffen konnte.

Sollte 96 im Tor nachbessern, müsste es schon ein Knaller sein. Ansonsten scheint es nicht angebracht Tschauner sinnlos irgendjemanden vor die Nase zu setzen. Dafür ist Tschauner auch zu sehr zu einer Identifikationsfigur und zu einem Leader innerhalb des Teams gereift, als dass man ihn einfach so zur Nummer 2 degradieren sollte. Ein Name schwebt seit geraumer Zeit wieder über der Landeshauptstadt. Doch ist eine Rückkehr von Weltmeister Ron-Robert Zieler realistisch? Es bleibt abzuwarten. Auch sollten sich die Verantwortlichen fragen: Ist es für den Teamgeist förderlich, jemanden, der Hannover in der Abstiegssaison verlassen hat, für die erste Saison nach dem Aufstieg zu holen? Dennoch – Zielers Qualitäten, vor allem seine herausragenden Reflexe auf die Linie, sind unbestritten.

Alles in allem scheint 96 erstmal gut aufgestellt, um die Mission Aufstieg erfolgreich abzuschließen. Alles was danach kommt, wird sich im Laufe der Zeit ergeben. Man kann Vertrauen in Heldt und sein Team haben, Hannover scheint gut gerüstet für die Zukunft zu sein.

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