Hohe Strafgelder wegen Pyrotechnik: DFB bittet Hannover 96 zur Kasse

Auch in der Fanszene heftig umstritten: Der Einsatz von Pyrotechnik. Foto: Magnus Weidke

Die Strafen für Union Berlin, Schalke 04 oder für Eintracht Braunschweig reichen allesamt nicht an das Level heran, dass Hannover 96 im Laufe der vergangenen Saison an Geldbußen zahlen musste. Wer hätte das für möglich gehalten?

Insgesamt 60.000 Euro musste der hannoversche Sportverein 2016/17 an Geldbußen zahlen. Damit musste Hannover mehr zahlen als Braunschweig (38.000 Euro), Union Berlin (30.000 Euro) oder Schalke 04 (20.000 Euro). Quelle: Zu der ausführlichen Berechnung aller Strafen von Jonathan Walsh geht es hier.

Insgesamt befindet sich Hannover 96 in bester Gesellschaft: Jeder einzelne der 18 Zweitligateams wurde mit mindestens einer Geldbuße belegt. Damit müssen die Zweitligateams sogar mehr zahlen als alle Erstligateams zusammen (494.000 Euro Strafgelder für Liga 1 und 498.000 Euro Strafgelder für Liga 2).

Besonders bemerkbar hatte sich für Hannover 96 das Fehlverhalten einiger seiner Anhänger im Februar 2017 gemacht. Damals war 96 vom Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes zunächst zu einer Strafe von 48.000 Euro verurteilt worden, woraufhin Hannover 96 Einspruch einlegte. Das Berufungsverfahren ging allerdings nach hinten los: Nachdem Hannover 96 in Berufung gegangen war, mussten die Niedersachsen 60.000 Euro Strafe zahlen.

In diesen Mammutbetrag waren Pyrotechnik-Vorfälle beim Bochum-Auswärtsspiel, beim DFB-Pokalspiel gegen Frankfurt und beim Union Berlin-Auswärtsspiel (Spielunterbrechung durch Rauchentwicklung) ebenso eingeflossen wie das Abbrennen von Pyrotechnik bei der Auswärtspartie in Braunschweig sowie das „Anstimmen beleidigender Gesänge“ gegen die Eintracht.

Auf die horrenden Strafgelder machte auch Kapitän Manuel Schmiedebach bei der Aufstiegsfeier vorm hannoverschen Rathaus aufmerksam – auf lakonische Weise. Er sagte bei seiner Ansprache vor den Fans auf der Bühne: „Damit könnten wir einen guten neuen Spieler verpflichten, aber wir zahlen halt lieber für Pyro.“

Die Strafen aller Erst- und Zweitligisten im Überblick (Quelle: Jonathan Walsh. Anmerkung: Die Strafe für Hannover wurde von 48.ooo Euro auf 60.000 Euro erhöht. Die 60.000 Euro ersetzten dabei die 48.000 Euro):

100.000 Euro: Borussia Dortmund

72.000 Euro: Werder Bremen

65.500 Euro: Hamburger SV

64.000 Euro: Dynamo Dresden

60.000 Euro: Hannover 96

50.000 Euro: 1. FC Nürnberg

48.000 Euro: VfB Stuttgart

44.000 Euro: SV Darmstadt 98

41.000 Euro: Karlsruher SC

38.000 Euro: Eintracht Braunschweig

35.500 Euro: FC St. Pauli

34.000 Euro: 1. FC Köln

31.500 Euro: 1860 München

31.500 Euro: Hertha BSC Berlin

30.000 Euro: FC Union Berlin

29.000 Euro: Bayer 04 Leverkusen

28.000 Euro: Eintracht Frankfurt

27.500 Euro: Fortuna Düsseldorf

27.500 Euro: FSV Mainz 05

24.000 Euro: VfL Bochum

21.500 Euro: Arminia Bielefeld

20.000 Euro: FC Schalke 04

18.000 Euro: FC Bayern

14.000 Euro: FC Ingolstadt

12.000 Euro: Greuther Fürth

11.000 Euro: FC Augsburg

5.000 Euro: FC Kaiserslautern

4.000 Euro: Würzburger Kickers

2.500 Euro: FC Erzgebirge Aue

2.000 Euro: FC Heidenheim

1.500 Euro: SV Sandhausen

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2 Kommentare

  1. Die Strafe war "nur" 60.000€. Es wurden vor dem Frankfurt Spiel 60.000€ für das BTSV, Union Spiel etc. Verhängt, davon waren 12.000€ zur Bewährung. Die Bewährung wurde nach der Choreo gegen Eintracht Frankfurt dann aufgehoben. Also keine Rekordstrafe! 🙂

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