Nagelsmann empört: „Irreguläre Verhältnisse in Hannover“ – Platzwart mit zu viel Glühwein?

Wenn der Fünfmeterraum plötzlich bis zur Strafraumgrenze geht: Der hannoversche Platzwart hatte offenbar ein paar Glühwein zu viel intus. Foto: Dennis Draber

Julian Nagelsmann, Trainer von Hoffenheim, war mehr als angefressen nach der Niederlage seines Team gegen Hannover 96. Beim 0:2 seien die Platzverhältnisse schlicht „irregulär“ gewesen.

„Es gab Situationen, in der der Ball einfach liegenbleibt, also irreguläre Verhältnisse in meinen Augen“, sagte der Hoffenheimer Trainer, der zuletzt als Trainer für Bayern München und Borussia Dortmund im Gespräch war. „Das hat nichts mit Fußball zu tun. Das ist ein reines Zufallsprodukt. Damit werden wir diesem begeisternden Sport nicht gerecht. Das macht einfach keinen Sinn“, sagte Nagelsmann nach dem Spiel.

Zwar sind normalerweise beide Teams von den Platzverhältnissen betroffen, aber Nagelsmann sah seine Hoffenheimer besonders benachteiligt – wegen der weißen Trikots bei Schneetreiben. „Wir hatten extreme Probleme, räumlich zu sehen und haben nur zweidimensional gesehen“, sagte Nagelsmann. Er räumte jedoch ein, dass das kein Alibi für die Niederlage sei, er hätte das gleich auch bei einem Sieg gesagt. „Fußball ist ein Sport, der nicht auf Schnee stattfinden kann, ein Fußball rollt eben nicht auf Schnee.“

Nagelsmann legte noch eine Schippe drauf bei der Schnee-Diskussion: Er hätte es gerne gesehen, wenn das Spiel abgesagt worden wäre, denn das sei auch im Sinne der Zuschauer gewesen „Entweder kriegt man es hin, den Platz freizuräumen, oder man lässt es bleiben und fährt wieder nach Hause.“ Dem Schiedsrichter Markus Schmidt wolle er jedoch keinen Vorwurf machen, da er vermutlich Druck gehabt hätte, trotz des Wetters anzupfeifen.

Etwas schräg ist der Vorwurf von Nagelsmann schon, zumal in Köln bei der Partie gegen Freiburg (3:4) noch heftigere Verhältnisse herrschten – und das Spiel trotz regulär statt fand. Ebenfalls bemerkenswert Beiden 96-Toren waren Kopfbälle vorausgegangen (beim 1:0 Kopfballvorlage durch Sané, beim 2:0 Kopfballtor durch Harnik). Diese Tore wären wohl auch bei Sonnenschein genauso gefallen. Und auch dann, wenn Hoffenheim keine weißen Trikots angehabt hätte.

Der einzige Hannoveraner, der nicht mit dem Schnee zurecht kam, war der zuständige Ordner fürs Schneeschippen. Der Fünfmeter-Raum (normalerweise 5,50 Meter Länge) hatte plötzlich eine riesige Dimension angenommen. Nächste Mal vielleicht doch einen Glühwein weniger vor Anpfiff…! Dieses lustige Bild ist dabei entstanden:

Das zweite lustige Bild des Abend war die rechte Strafraumlinie vom Tor vor der Nordkurve: Solch eine Delle schafft normalerweise nur der Kreisliga-Platzwart nach dem dritten Feierabendbier:

Hätte Nagelsmann sich also über die Strafraum-Markierungen aufgeregt, wäre das noch verständlich gewesen. So hingegen hinterlassen seine Aussagen den Eindruck eines schlechten Verlierers.

Mehr zu Nagelsmanns Kritk auf: www.kicker.de/nagelsmann_das-ist-irregulaer-und-macht-keinen-sinn.html

1 Kommentar

  1. Nagelsmann ist noch sehr jung; trotzdem sollte man sich mit solchen Äußerungen zurück halten. Beide Mannschaften hatten mit den gleichen Widrigkeiten zu kämpfen – das die 96er mehr Standfestigkeit bewiesen hatten….. dafür auch den Schiedsrichter in Frage zu stellen; also, geht’s noch? 

    Was war denn vor 14 Tagen bei der Niederlage in Hamburg schuld? Die Seeluft?

     

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