Kaiser äußert sich zum nicht gegebenen Elfmeter – und zieht nach dem Spiel Bilanz: „Bitter und brutal“

Lucky Punch für Darmstadt - unverdiente Niederlage für Hannover 96

96-Trainer Kenan Kocak regte sich zu Recht über die unnötige Niederlage auf. Foto: Imago

Elfmeter oder nicht? Nach einem „sehr, sehr guten“ Start in die zweite Halbzeit (Zitat Kocak) lässt Hannover 96 zu viele Chancen liegen. Kurz vor Ende überschlagen sich die Ereignisse: Kaiser wird angerempelt, bekommt aber keinen Elfmeter – und Franke wird zum Pechvogel des Tages.

Seine Kollegen hatten in der zweiten Halbzeit stark gekämpft und den Rückstand in eine 2:1-Führung für Hannover 96 gewandelt. „Wir sind marschiert, haben nach vorne gespielt und gepresst“, beschrieb 96-Verteidiger Marcel Franke nach Schlusspfiff den Spielverlauf. „So haben wir dann auch relativ schnell zwei Tore gemacht und haben dann auch alles im Griff. Aus dem Nichts bekommen wir dann aber das 2:2.“

Franke mit einem unglücklichen Eigentor

Und es kam noch bitterer: In der 90. Minute kassierte Hannover 96 noch das 2:3 – wieder einmal nach einer Ecke des Gegners. Die Verteidigung von Standards bei Hannover 96 ist eklatant schlecht – mittlerweile war es das neunte Gegentor nach einem Eckball. Marcel Franke war es, der den Ball über die eigene Linie beförderte. „Das war alles sehr unglücklich. Ich bekomme den Ball noch an die Hüfte und komme nicht mehr weg“, bedauerte der Innenverteidiger sein Eigentor in der 90. Minute.

Beim Geisterspiel am Böllenfalltor gab es anfangs kaum Höhepunkte zu sehen. Das änderte sich durch das 14. Saisontor von Dursun, der gegen seinen Ex-Klub traf. Nach dem Treffer drängte Hannover 96 auf den Ausgleich. Wie schon vor der Führung agierte Darmstadt zu passiv. Die Mannschaft des scheidenden Trainers Dimitrios Grammozis, der zur kommenden Saison durch Markus Anfang ersetzt wird, ging dennoch mit einem Vorsprung in die Pause.

Edgar Prib zum Fünften! Haraguchi feiert den Torschützen, der zurzeit in der Form seines Lebens ist. Foto: Imago

Starker 96-Auftritt nach der Pause – aber noch nicht reif genug für höhere Ziele

Nach dem Seitenwechsel hielt die Darmstädter Führung nicht lang. Der formstarke Edgar Prib (47.) erzielte sein fünftes Saisontor für das Team von Coach Kenan Kocak. Marvin Ducksch (58.) traf kurz darauf zum elften Mal in dieser Spielzeit für die über weite Strecken besseren Gäste getroffen, die zuletzt vor 28 Jahren gegen die Hessen gewonnen haben. Der bislang letzte Sieg der Niedersachsen in Darmstadt liegt sogar bereits 36 Jahre zurück.

Kocak: „Die Chancen waren da. Wir müssen uns vorwerfen, dass wir aus unseren vielen Chancen heute einfach zu wenig Tore gemacht haben.“

Verdiente Führung, das bessere Team, eigentlich alles unter Kontrolle – wäre Hannover 96 in der Form wie unter André Breitenreiter in der Schlussphase der Saison 2016/17, dann wäre hier nichts mehr angebrannt. Doch das Spiel gegen Darmstadt zeigte eindrucksvoll, dass Hannover 96 bei Weitem noch nicht die Aufstiegsreife hat, die Breitenreiters Mannschaft im Frühjahr 2017 hatte. „Dann haben wir ein paar Chancen liegen gelassen und mit der ersten Torchance der Lilien im zweiten Durchgang das 2:2 kassiert. Danach haben wir es auch verpasst das 3:2 zu machen, die Chancen waren da“, beschrieb Kenan Kocak die Schlussphase. Trotz besserer Leistung agierte Hannover 96 nicht abgezockt genug – und gab verdiente drei Punkte aus der Hand.

Schiedsrichter Nicolas Winter hört die Ausführungen aus Köln. Foto: Imago

Nicht gegebener Elfmeter für Hannover 96: „Er gibt mir einen kleinen Rempler“

Kurz vor Ende gab es helllichte Aufregung im Darmstädter Strafraum, als Dominik Kaiser im Sechzehner gerempelt wurde. Elfmeter oder nicht? Kaiser äußerte sich nach dem Spiel selbst dazu: „Er gibt mir einen kleinen Rempler. Wenn das auf der anderen Seite bei uns passiert, würde ich auch auf „nicht Strafstoß“ gehen. Von daher ist das schon okay.“ Kaiser ließ den nicht gegebenen Elfmeter nicht als Ausrede gelten. „Das ist schon bitter. Gerade die zweite Halbzeit haben wir schon sehr dominiert. Da waren wir giftig und mit dem Ball auch sehr klar in den Aktionen“, hob der Mittelfeldroutinier lobend hervor – und musste am Ende doch eingestehen, dass der Spielverlauf sehr bitter war. „Aber letztendlich bringt das alles nichts. Es ist brutal, wenn du in der letzten Minute das Tor kassierst und dann mit null Punkten nach Hause fährst.“

Enttäuschung bei Hannover 96 nach Schlusspfiff. Foto: Imago

Nach dem Spiel versuchte Kaiser nach vorne zu blicken. „Nach Niederlagen ist es die beste Option für eine Mannschaft, das dann schnell abzuhaken – so hart es auch dann ist – und schnell zu Hause mit einem Dreier nachzulegen.“ Am Mittwochabend empfängt Hannover 96 zu Hause den St. Pauli. Die Hamburger konnten ihr heutiges Spiel gegen Erzgebirge Aue mit 2:1 gewinnen, kämpfen aber trotzdem immer noch gegen den Abstieg (Platz 13, 38 Punkte).

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