Ist die Mannschaft so stabil wie 2017?

Wir schreiben den 15.04.2017, am 29. Spieltag der 2. Bundesliga steht das Derby zwischen Hannover 96 und Eintracht Braunschweig auf dem Programm. Den 42.700 Zuschauern und allen 96-Anhängern hat sich insbesondere die 32. Minute eingebrannt. Nach einer schönen Hereingabe köpft Niclas Füllkrug das entscheidende 1:0 für die Roten – der erste Derbysieg nach über 19 Jahren! Am Samstag kommt es zum nächsten Aufeinandertreffen der beiden Teams, kann die Truppe von Kenan Kocak an dem damaligen Erfolg anknüpfen?

Es geht um deutlich mehr als nur die drei Punkte, das hat auch Coach Kocak begriffen. Für den Teamleiter ist es das erste Niedersachsenderby. Er weiß um die prestigeträchtige Bedeutung der Ansetzung, man werde daher „alles reinhauen, auch für die Fans“. Wirkliche Parallelen zum letzten Derbysieg gibt es jedoch nicht: Die Hütte ist kaum ausgelastet und keiner der jetzigen 96-Spieler stand 2017 im Kader. Es ist also an der Zeit eine gänzlich neue Geschichte zu schreiben, die 1:2-Niederlage in Osnabrück hat die Stimmung jedoch getrübt. Laut dem Coach gibt es aber keinerlei Ansatzpunkte zum Grübeln.

Kenan Kocak ist sich der Derby-Bedeutung bewusst und gibt sich siegessicher

Ich bin sicher, dass diese Jungs sich am Wo­chen­en­de belohnen werden, davon bin ich absolut überzeugt“

Nichtsdestotrotz schwirrt in den Köpfen der Fans die Charakterfrage umher, denn der Auftritt gegen den VfL wirkte über weite Phasen blutleer. Knackpunkt war der strittige Elfmeter (33. Minute) und der folgende Treffer zum 0:1 aus Sicht der Roten. Danach lies man sich hängen, gegen den niedersächsischen Nachbarn darf man sich diese Nachlässigkeit keinesfalls erlauben. Aber auch an dieser Stelle sieht der Coach kein Defizit und stellt sich vor seine Spieler.

Wir dürfen nicht vergessen. Wir hatten phasenweise Trainingseinheiten mit 13 oder 14 Mann. Nun hatten wir binnen elf Tagen drei Spiele, wir haben Auswärtsfahrten gehabt und wenig Zeit, uns auf die Spiele vorzubereiten.

Eigentlich will Kocak keine großen Ausreden suchen, die Niederlage gegen Osnabrück kann er dennoch nicht wettmachen. Es heißt als, Mund abputzen und weitermachen. Viel eher sollte man sich an die gelungenen ersten beiden Auftritte mit den Siegen gegen die Würzburger Kickers und der Karlsruher SC erinnern. Auch, wenn es in der jetzigen Situation nicht einfach ist. Hier offenbarte das Team von Hannover 96 ihr fußballerisches Können und hebelte die gegnerische Mannschaft regelmäßig über die Flügel aus. Auf diese Spieltaktik sollte man sich auch gegen den BTSV fokussieren. Auch ist eine taktische Wende ist denkbar. Im ersten Spiel ohne Raute im Mittelfeld fehlte der Spirit und die nötige Kreativität – es dürfte also auf das gewohnte 4-4-2-System hinauslaufen. Im Optimalfall könnte Bijol die Position neben Kapitän Kaiser besetzen, Mike Frantz rückt auf die Sechs und Genki Haraguchi auf die zehn. Darüber hinaus könnte man mit der Doppelspitze Weydandt/Ducksch deutlich mehr Druck auf die gegnerische Hintermannschaft ausüben.

Die Löwen sind ihrerseits sehr unsortiert in der Hintermannschaft. Bei der 0:2-Auftaktniederlage gegen Heidenheim standen sich die Innenverteidiger Wydra und Schultz im Weg, die vielen neu verpflichteten Akteure (wie bspw. Wydra und Schultz) scheinen sich noch nicht wohl zu fühlen. Das von Coach Daniel Meyer vorgegebene taktische Konzept (4-2-3-1) wurde augenscheinlich noch nicht verinnerlicht, dementsprechend kann man das Agieren des BTSV keinesfalls mit dem couragierten Auftritt vom VfL Osnabrück vergleichen. Das Durcheinander in der BTSV-Hintermannschaft ist ein Argument für die Hannoveraner Doppelspitze, allen voran die hohen Bälle können eine Waffe für das kommende Spiel sein.

Beruhigend für alle, die es mit Hannover 96 halten, dürfte die Braunschweiger Harmlosigkeit vor dem gegnerischen Tor sein. In den ersten beiden Saisonspielen schoss man kein einziges Tor, dies konnte man nach dem überraschenden 5:4-Sieg im DFB-Pokal gegen Hertha BSC Berlin sicherlich nicht erwarten. Insgesamt feuerte das Team in den letzten 180 Minuten zwar 25 Torschüsse ab, der Schluck aus dem Glas mit dem Zielwasser war aber definitiv zu klein. Die Vorzeichen sind, trotz der jüngsten Niederlage, gut. Der Zeitpunkt um neue Geschichte zu schreiben, könnte kaum besser sein. Ein Sieg im Derby wäre der ultimative Motivationsschub für die restliche Spielzeit.

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