„Eines Aufsteigers würdig: Wie ein Gewinner-Orden ist das Logo auf der Schärpe platziert“

Neuzugang Martin Harnik mit dem neuen 96-Trikot. Foto: hannover96.de

Top oder Flop? Einen Kauf wert oder besser die Finger von lassen? Ein Sportstudent, eine Modedesignerin und ein Grafiker sagen uns, was die neuen Trikots wirklich taugen.

„In dieser Saison ist das Heimtrikot in einem satten kräftigen Bordeaux-Rot gestaltet. Dieses Rot ist mehr als eine beliebige Farbe, es ist eine Signalfarbe: „Gegner, nehmt euch in Acht, wir haben einen starken Willen, Entschlossenheit und Durchhaltevermögen“. Und genau das ist es ja auch, was Daniel Stendels Team in der körperlich robusten zweiten Liga braucht. Das Heimtrikot spiegelt also die mentale Einstellung der Mannschaft wider.

Nette Hingucker sind die weißen Streifen am Rand der Ärmel und der weiße Kragen. Für echten Wiedererkennungswert sorgt jedoch ein anderes Detail: Wie eine Schärpe geht ein blasser breiter Streifen über die Brust. Das dezente 96-Logo ist wie ein Gewinner-Orden auf der Schärpe platziert. Dieses Trikot ist eines künftigen Zweitligameisters würdig.“

Sina Mittelstedt, Modedesignerin aus Hamburg

„Die Trikots sind schick, weil sie durch schlichte Eleganz bestechen. Der Unterschied zur letzten Saison ist nicht groß, aber insgesamt hat das Design an Lässigkeit gewonnen. Die Farbe des Heimtrikots ist kräftiger und dunkler als beim gewöhnungsbedürftigen hellroten Trikot letzte Saison. Der Kragen mit angedeutetem V-Ausschnitt sieht sportlich aus. Über das Neongrün beim Auswärtstrikot kann man diskutieren: Traditionsbewusste Fans werden es ablehnen, da es nicht mehr viel mit dem klassischen Vereinsgrün zu tun hat. Ich finde es aber gut, dass die Designer sich hier etwas trauen, denn farblich ist es eine super Ergänzung zu dem puristischen Schwarz.

Das Material der Trikots fühlt sich wertig an. Das dritte Trikot in Weiß ist ein Lifestyle-Shirt, das man auch gut im Alltag tragen kann. Einziger Kritikpunkt: Bis auf die Farbwahl gibt es keine wirklichen Unterschiede zwischen den drei Shirts. Insgesamt aber deutlich schicker und stimmiger als die Trikots der Vorsaison.“ 

Timo Feldgiebel, Trainingsleiter Robinson Club

17.07.2016, Rheine Fussball, Fußball, 2. Bundesliga Saison 2016-2017, OBI Arena, Testspiel, Hannover 96 - NEC Nijmegen Torjubel, Jubel, nach dem Tor zur 1:0 Fuehrung durch Salif Sane (R/Hannover96), der mit Manuel Schmiedebach (L/Hannover96) abklatscht
Salif Sané im weißen Ausweichtrikot. Foto: hannover96.de

„Die Designer haben mit ihrer Farbwahl alles richtig gemacht: Denn endlich ist man zur Tradition zurückgekehrt: Rote Shirts, schwarze Hosen, weiße Stutzen.

Ich habe nur zwei kleine Kritikpunkte anzusprechen. Ich finde es etwas schade, dass alle drei Trikots dasselbe „Template“ haben, also nach dem Baukastenprinzip identisch zusammengesetzt sind. Es gibt nur kleine Abwandlungen in der Farbvariation. Jedes einzelne Trikot für sich, egal ob Heim-, Auswärts- oder Ausweichtrikot, ist zwar für sich alleine schick – dennoch haben die Designer es etwas ausgereizt: Die Trikots sehen zu gleich aus. Etwas irritierend für traditionsbewusste Anhänger mag auch sein, dass der Font des Auswärtstrikots – sprich die Rückennummer sowie das Jako-Logo – einen neongelben Ton enthält und nicht dem originalen Grünton der Vereinsfarben entspricht.

Das ist jedoch Kritik auf hohem Niveau. Insgesamt ist das Trikot-Trio eins der erfolgreichsten und gelungensten Trikotsätze der letzten Jahre.“

Lasse Mahler, Mode- und Grafikdesigner

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