Weydandt-Tor und Videobeweis-Pech: Achterbahn der Gefühle bei Hannover 96

Hannover 96 mit Pech und individuellen Fehlern

Breel Embolo (l.) erzielt das 2:1 für die Königsblauen (Photo by FIRO/FIRO/SID/)
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Hannover – Mit dem ersten Bundesliga-Tor nach 273 Minuten hat Vizemeister Schalke 04 einen ersten kleinen Schritt aus der Krise gemacht.

Der unberechtigte Foulelfmeter von Nabil Bentaleb ebnete den Königsblauen den Weg zum 3:1 (0:0) gegen Hannover 96. Mit dem erst dritten Saisonsieg kletterte das spielerisch lange Zeit erneut enttäuschende Team von Trainer Domenico Tedesco auf den 13. Tabellenplatz.

Bentaleb verwandelte vor 61.959 Zuschauern den Strafstoß souverän (57.), nachdem Mark Uth von Hannovers Torwart Philipp Tschauner angeblich gefoult worden war – eine Berührung war beim Studium der Fernsehbilder aber nicht eindeutig auszumachen. Einen ersten Elfmeter, den Schiedsrichter Markus Schmidt gepfiffen hatte (32.), nahm Videoassistent Daniel Schlager zu Recht zurück. Nach dem Ausgleich durch Hendrik Weydandt (70.) sicherten Breel Embolo im Gegenzug (71.) und Uth (85.) mit seinem ersten Saisontor den Sieg für Schalke. Hannover, seit dem 21. Oktober 2017 auswärts sieglos, rutscht immer tiefer in den Abstiegskampf.

Schalke-Coach Tedesco hatte wieder kräftig rotiert und gegenüber dem glücklichen Achtelfinaleinzug im DFB-Pokal nach Elfmeterschießen beim Zweitligisten 1. FC Köln fünf Spieler ausgetauscht und zudem noch einige Positionen verändert. So durfte Neu-Nationalspieler Uth wieder im Sturm spielen, nachdem er zuletzt in Champions League und Pokal im Mittelfeld agiert hatte.

Hannovers Trainer Andre Breitenreiter wechselte gegenüber der 0:2-Pokalniederlage gegen den VfL Wolfsburg dreimal und ließ wieder mit Fünferkette verteidigen. Tschauner spielte statt Esser im Tor, Korb kehrte nach langer Abstinenz ins Team zurück.

Den schwächelnden Vizemeister stellten die Gäste mit ihrer kompakten Defensive vor große Probleme. Während die Schalker den Ball vorwiegend quer und zurück bewegten, zeigten die Niedersachsen beim einen oder anderen Konter durchaus erfolgversprechende Ansätze. Ernsthaft in Gefahr geriet das Tor von Ersatzkeeper Alexander Nübel, der erneut den angeschlagenen Ralf Fährmann vertrat, aber nicht.

Bei den wenig strukturierten Schalker Offensivversuchen sprang in der ersten halben Stunde lediglich ein Abseitstor von Uth heraus (21.). Die Pfiffe des lange genügsamen Publikums wurden lauter. Als Uth im Duell mit Josip Elez im Strafraum zu Fall kam, entschied Schmidt auf Elfmeter. Doch Videoassistent Schlager korrigierte die Entscheidung, weil der Schalker seinen Gegenspieler gefoult hatte. Die beste Chance vor der Pause vergab Uth, als er nach einem Pass von Breel Embolo den Ball am langen Pfosten vorbeischoss (39.).

Nach dem Seitenwechsel gingen die Gastgeber zielstrebiger und mit mehr Elan zu Werke. Die Führung war deshalb nicht unverdient. Nach Schmidts Pfiff funkte diesmal die Videozentrale in Köln nicht dazwischen – das war jedoch eine Fehlentscheidung.

Am Ende muss sich Hannover 96 aber selbst an den Kopf fassen. Tschauner darf vor dem zweifelhaften Elfmeter nicht so stürmisch aus dem Tor kommen. Und Fossums Abwehr-Fehler machte das 2:1 für Schalke erst möglich. Am Ende sind es die individuellen Fehler von Hannover 96, mit denen sich die Niedersachsen um einen verdienten Punkt bringen.

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