Versuch’s mal mit Gemütlichkeit

von Steven Gläser

Sport-Chef Marcus Mann ist bei Personalentscheidungen und Transfers sicher die sprichwörtlich ärmste Sau im Dorf. Er forderte dieser Tage Geduld bei der Suche eines dringend benötigten 6ers.
Ich habe hier mal die Geduld genauer definiert, die gemeint sein könnte…

Geduld,
– dass noch mehr Wasser die Leine runter geht.
– dass im Januar endlich das Winter-Transferfenster öffnet.
– dass ein Spieler selber Geld mitbringt, um bei 96 zu unterschreiben.
– dass Werder Bremen endlich von seinen frei gewordenen Millionen den Markt leer kauft.
– dass Martin Kind in einer alten Trainingshose doch noch eine Million Euro findet.
– dass Martin Kind durch eine nachträgliche Steuerabrechnung überraschend eine Million Euro erhält.
– dass Hannover 96 durch seinen beherzten Auftritt im Pokal bei Eintracht Norderstedt und eine Neuauszählung der TV-Gelder nachträglich eine Million Euro erhält.
– dass Lionel Messi zu PSG wechselt, dort unglücklich wird, zum 6er umgeschult wird und aus lauter Fußballromantik in eine zweite europäische Liga wechseln will.
– dass Henne Weydandt plötzlich seine Abräumer-Qualitäten entdeckt.
– dass das sommerliche Transferfenster urplötzlich zum festgelegten Termin schließt.
– dass der VFL Wolfsburg für seine falschen Wechsel im Pokal zur Strafe einen Spieler an einen unterklassigen Verein in der Region ausleihen muss, den letzterer sich aussuchen darf.
– dass Patrick Twumasi für fünf Millionen Euro nach Saudi Arabien wechselt.
– dass noch viel mehr Wasser die Leine runter geht…

Wie wir sehen, sehen wir nix. Oder anders gesagt: Hannover 96, in Person von unserem Sportdirektor, sitzt erneut am kürzesten Hebel den es im Fußballgeschäft nur gibt. Doch ist dies aktuell wirklich so schlimm?

Der Wunsch eines neuen Sechser kursiert bereits seit Wochen. Ohne einen solchen scheint das Team von Jan Zimmermann daher nicht komplett. „Without a Penny“ wird dies aber nichts – auch nicht im Traum. Egal wie die Transfersuche ausgeht, nicht das es am Ende heißt, das verpasste Ziel ist die Konsequenz des fehlenden Sechsers. Eine solch freche Ausrede kommt bekannt vor? Richtig, in der zurückliegenden Spielzeit warfen sich Ex-Coach Kocak und die Verantwortlichen etwaige Aussagen gegenseitig um die Ohren. Dieser Bruch war damals der Anfang vom Ende, eine Wiederholung ist nicht erwünscht.

Eine Schlammschlacht wie unter Kocak darf es nicht geben. Hannover 96 muss Ruhe in den eigenen Verein bringen

Unter dem neuen Gespann darf es einen solchen Einschnitt nicht geben. Das Verhältnis zwischen Mann und Zimmermann scheint relaxed und gut – eine in Hannover selten gesehene Tatsache. Auch wenn es sportlich noch nicht unbedingt so verläuft wie man es sich wünscht, die Roten müssen erst einmal Ruhe in den eigenen Verein bekommen. Mit dem derzeitigen Gespann von Trainer und Sportchef scheint dies möglich, und hier ist Geduld genau das richtige Sprichwort. Lieber eins nach dem anderen regeln und abhaken, bevor man sich zig Baustellen gleichzeitig aufreißt. Multitaskingfähig ist man an der Leine nämlich nur bedingt.

Geduld sollte man auch dahingehend beweisen, als das man der eigenen Jugend die Chance gibt. Gegebenenfalls sogar als Sechser, in Person von Lamti, Walbrecht oder Bokake. Oder durch eine taktische Umstellung. In der jetzigen Spielzeit erwartet niemand den Aufstieg, weder die Verantwortlichen noch die Fans. Letztere macht man eher durch gute und engagierte Auftritte, bestenfalls inklusive der Einsätze von jungen Spielern, glücklich.

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