Nach der Trennungs-Blamage: Bader lädt Christian Schulz ein

Christian Schulz musste Tränen unterdrücken, als Bader und Stendel ihn über seine Aussortierung in Kenntnis setzten, hieß es im Umfeld des Vereins. In einem Interview gegenüber BILD sagte Schulz, ihm sei innerhalb von drei Minuten in der Kabine die Trennung bekannt gegeben worden.

Schulz war der verdienteste Spieler für Hannover, seit 2007 im Verein. Er ging mit 96 durch die schwere Saison nach Robert Enkes Selbstmord, er war Teil des Europa-Wunders.

Schulz schlug 2011 ein lukratives Angebot des VfL Wolfsburg aus und stand stattdessen zur Stadt Hannover und dem Verein (im Gegensatz zu anderen Spielern…).

Auch wenn die Leistungen von Schulz in der Abstiegssaison mäßig waren, war er einer der wenigen, der sich aufbäumte, der Schlüssel-Spiele wie das 2:1 gegen Stuttgart gewinnen wollte und mit zwei Treffern auch seinen Teil dazu beitrug.

Es ist nicht das Was, sondern das Wie: Selbst wenn ein gealterter Spieler scheinbar nicht mehr fit genug ist, um der Mannschaft zu helfen, so muss ein verdienter Kapitän auf eine andere Art verabschiedet werden.

Die Ironie:




Hannovers Innenverteidigung spielte in den ersten Saisonspielen dermaßen unsicher, dass der 33-jährige Schulz mit seiner Erfahrung der Mannschaft locker hätte helfen können.

+++ during the Bundesliga match between 1. FC Koeln and Hannover 96 at RheinEnergieStadion on October 18, 2015 in Cologne, Germany.
Von 2007 bis zu seinem stillosen Abschied 2015 bei Hannover 96: Christian Schulz. Getty Images

Martin Bader musste sich viel berechtigte Kritik für seinen 3-Minuten-Abschied abholen. Eine saubere Trennung ist vor allem eine klassische Aufgabe des Managements, und damit von Martin Bader. Er hätte die für alle Beteiligten frustrierende Situation vorhersehen und anders managen müssen.

Auch Daniel Stendel, seit einem halben Jahr im Amt und der fähigste Trainer seit Jahren, hatte sich hier ausnahmsweise nicht mit Ruhm bekleckert.

Jetzt macht Bader das stillose Fehlverhalten ein Stück weit wieder gut:




Ex-Kapitän Schulz, Nationaltorwart Ron-Robert Zieler und Kämpfer Leon Andreasen werden die Möglichkeit bekommen, sich von den 96-Fans im Stadion zu verabschieden:

Vor dem Heimspiel gegen Dynamo Dresden am Sonntag, 11. September (Anpfiff 13:30).

Schulz hat bereits zugesagt, er reist dafür direkt aus Graz an. Ob Zieler und Andreasen ebenfalls kommen, ist hingegen noch nicht sicher:




Zieler wartet auf den aktualisierten Trainingsplan seines neuen Clubs Leceister City. Auch Andreasen, der nach Ende seiner Reha gern weiter im Profibereich spielen will (zurzeit vereinslos), hat seine Teilnahme noch nicht offiziell bestätigt.

Wir freuen uns darauf, den treuen Ex-Kapitän Christian Schulz noch einmal in der 96-Arena zu sehen – und ihn mit einem langgezogenen „Schuuuulz“ ehrenvoll zu verabschieden.

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