Heute in unserer Serie „12,5 Spiele für die Ewigkeit“: Als der Rasselbande 1985 der Aufstieg in die Bundesliga gelang

Frank Hartmann zieht ab und erzielt den Treffer zum 2:0-Endstand gegen Hertha BSC Berlin. Foto: imago

Weiter geht es mit dem zweiten Teil unserer Serie „12,5 Spiele für die Ewigkeit“ zum 125-jährigen Bestehen von Hannover 96. Dafür blicken wir zurück ins Jahr 1985. Vor der Saison galten die Niedersachsen als klarer Abstiegskandidat. In den 80er Jahren war der Verein zudem klamm bei Kasse, aus der Not wurde eine Jugend gemacht mit vielen Nachwuchsspielern aus dem eigenen Stall oder von Vereinen aus der nahen Umgebung. „Biskups Rasselbande“ wurde damals zu einem festen Begriff in den Medien. Trainer Werner Biskup hatte mit Franz Gerber, Rückkehrer aus den USA, nur einen bekannten Neuzugang in seinem Team der Namenlosen. Dass Gerber schon Aufstiege gefeiert hatte mit dem FC St. Pauli und 1860 München, war vor Saisonbeginn nur eine Randnotiz.

Hannover 96 hielt sich besser als gedacht und hatte kurz vor Ende der Saison 1984/1985 plötzlich die Chance zum Aufstieg in die Bundesliga. Die Ausgangslage war für Hannover 96 am letzten Spieltag denkbar einfach – zumindest rein rechnerisch. Denn die „Roten“ mussten nur ihr Heimspiel gegen Hertha BSC Berlin gewinnen, was freilich erstmal in die Tat umgesetzt werden musste. Den Aufstieg aus eigener Kraft schaffen zu können, ergab sich aus der kuriosen Konstellation an der Tabellenspitze. Zwar lag 96 vor dem finalen Spieltag nur auf dem 3. Platz, was zum damaligen Zeitpunkt die Aufstiegsrelegation gegen Arminia Bielefeld bedeutet hätte. Jedoch kam es in der 38. und letzten Spielrunde zum direkten Duell zwischen dem 1. FC Nürnberg (2. Platz, 48 Punkte) und Spitzenreiter Hessen Kassel (49). Mit einem Sieg gegen Berlin wäre Hannover auf 50 Zähler gekommen, die aus der Partie Nürnberg gegen Kassel bei damals gültiger Zwei-Punkte-Regel nur eine Mannschaft erreichen konnte.

Sie laufen eine Ehrenrunde nach dem Aufstieg: Michael Gue (Im Hintergrund) sowie Miroslav Vjetrovic (links) und Kapitän Bernd Thiele. Foto: imago

Und so kam es auch. Die 96er bezwangen Hertha BSC im mit 60.000 Zuschauern ausverkauften Niedersachsenstadion 2:0. Dieter Timme (41.) besorgte die Führung für die Gastgeber per Eigentor, andere Statistiken führen Gerber als Torschützen. In der Schlussphase begann das große Zittern, ehe Frank Hartmann (88.) für die allgemeine Erlösung und den Treffer zum 2:0-Endstand sorgte. Die Hannoveraner stiegen als Zweiter hinter Nürnberg (2:0 gegen Kassel) auf. Die Hessen fielen sogar noch zurück auf den undankbaren 4. Platz hinter dem 1. FC Saarbrücken. Dabei hatten die Kasseler in der Woche zuvor im direkten Duell gegen 96 mit 2:0 geführt (Endstand 2:2), ein Sieg hätte für sie den vorzeitigen Aufstieg bedeutet. Nach neun Jahren Abstinenz kehrte Hannover 96 also in die Bundesliga zurück – dass die Partie gegen Berlin am 9.6. stattfand, rundete die perfekte Geschichte ab.

Im nächsten Teil unserer Serie beleuchten wir einen von seltenen Siegen gegen einen normalerweise übermächtigen Gegner.

Bislang erschienen in unserer Serie ist:

Deutsche Meisterschaft am 3. Juli 1938

 

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