Die Serie „12,5 Spiele für die Ewigkeit“: Als Szabolcs Huszti in München Oliver Kahn düpierte

Am 8. November 2006 sorgt Szabolcs Huszti für das Siegtor gegen Bayern München und Oliver Kahn. Foto: Imago

Insgesamt 61 Pflichtspiele hat Hannover 96 gegen Bayern München bestritten – davon 58 Partien in der 1. Bundesliga sowie drei Begegnungen im DFB-Pokal. Nur nach neun Spielen gingen die „Roten“ als Sieger vom Feld, davon ein einziges Mal auswärts. Daher soll dieses Ereignis vom 8. November 2006 in besonderem Fokus stehen für unsere Serie „12,5 Spiele für die Ewigkeit“ zum 125-jährigen Vereinsjubiläum, auch wenn viele Fans mit Heimsiegen wie in den Jahren 1987, 2008 oder 2011 noch mehr Emotionen verbinden – eben weil einfach in Hannover in einem ausverkauften Stadion mehr Zuschauer mit 96-Bezug Zeuge waren.

Die Ausgangslage im Herbst 2006 kann deutlicher nicht sein: Der FC Bayern hat den Tabellenletzten zu Gast. Ein Pflichtsieg also, auch wenn die Münchener vor diesem elften Spieltag nur auf dem 3. Platz hinter Werder Bremen und dem VfB Stuttgart liegen. Bei den Bayern sind Spieler wie Philipp Lahm oder Bastian Schweinsteiger dabei, also Protagonisten des erst wenige Monate zurückliegenden Sommermärchens zur WM 2006 im eigenen Land.

Doch den Gästen aus Hannover gelingt der große Coup an diesem Mittwochabend. Jiri Stajner, auch in dieser Partie ein Schlitzohr, erobert in der Nähe des Strafraums den Ball. Seine Vorlage nutzt Szabolcs Huszti zum 0:1. Der Ungarn trifft in der 43. Minute ins kurze Eck und verlädt Bayern-Keeper Oliver Kahn.

Den knappen Vorsprung bringt die Mannschaft von Trainer Dieter Hecking über die Zeit und sichert sich den zweiten Saisonsieg, nicht zuletzt dank eines überragenden Robert Enke im Tor. Weil es die Konkurrenz an diesem Spieltag gut mit den Hannoveranern meint, springen sie durch den Sieg in München vom 18. auf den 15. Tabellenplatz. Am Ende der Spielzeit halten sie als Elfter mit 44 Punkten sicher die Klasse.

Eine persönliche Randgeschichte zum Sieg in München sei dem Autor dieser Zeilen gestattet: Per SMS meldete sich am Mittwochabend nach dem Sieg bei den Bayern der Schwiegervater in spe. „Stephan, es ist doch noch nicht Weihnachten! Wie herrlich, das blöde Gesicht vom Hoeneß!“ Diese Nachricht vom 8. November 2006 war seine letzte dieser Art. Denn 17 Tage später verstarb er plötzlich und unerwartet. Die SMS habe ich heute noch.

In der nächsten Folge unserer Serie „12,5 Spiele für die Ewigkeit“ geht es um ein Wunder, das zum Klassenerhalt führte.

Bislang erschienen sind diese Teile:

Deutsche Meisterschaft am 3. Juli 1938

Aufstieg in die Bundesliga am 9. Juni 1985

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