Das „Wunder von Wuppertal“ am 9. Juni 1973: Als Hannover 96 den Erzrivalen in die Zweitklassigkeit schickte

Erschöpft, glücklich und, wie man anhand der Oberbekleidung sieht, verschwitzt: Peter Anders und Trainer Hannes Baldauf freuen sich über den Klassenerhalt in Wuppertal. Foto: Imago

In unserer Serie „12,5 Spiele für die Ewigkeit“, die einen Countdown darstellt auf das 125-jährige Vereinsjubiläum von Hannover 96 am 12. April, blicken wir heute zurück auf eine dramatische Wendung im Kampf um den Klassenerhalt. In der Saison 1972/1973 ist Hannover 96 so gut wie abgestiegen – nach einer 2:3-Niederlage am 32. Spieltag ausgerechnet im direkten Duell bei Eintracht Braunschweig. Als 17. der Tabelle beträgt zwei Spieltage vor Schluss der Rückstand auf Schalke 04 und damit das rettende Ufer zwei Zähler bei damals geltender Zwei-Punkte-Regel, Braunschweig befindet sich drei Punkte entfernt auf Rang 15. Am 33. Spieltag verbessert sich die Lage für 96 durch einen 2:0-Heimsieg gegen Hertha BSC, während die Eintracht in Kaiserslautern verliert. Weil sich Schalke quasi rettet, ist alles bereitet für ein Fernduell zwischen den beiden großen niedersächsischen Rivalen um einen Platz in der Bundesliga.

Hannover 96 musste am letzten Spieltag beim Wuppertaler SV antreten, immerhin Tabellendritter zu diesem Zeitpunkt. Braunschweig hatte Fortuna Düsseldorf, Vierter des Rankings, zu Gast. Die Ausgangslage: Den Hannoveranern (24:42 Punkte, Torverhältnis minus 20) reichte beim WSV ein Sieg, angesichts der Stärke des Gegners aber eine Herkulesaufgabe, soweit die Blau-Gelben (25:41, -22) nicht gewinnen. Bei einem Unentschieden in Wuppertal musste aber parallel ein Düsseldorfer Sieg her.

Dass die 96er selbst nicht so recht an den Klassenerhalt geglaubt haben, erzählte Hans Siemensmeyer später in vielen Interviews. Man habe, erinnerte sich die 96-Sturmlegende, am Vorabend des Spiels die Verträge für die zweite Liga (die damals noch Regionalliga hieß) unterschrieben. Nach der Partie konnten die Spieler die Blätter mit Freude zerreißen. Rainer Stiller (2.), Siemensmeyer (35.) sowie Willi Reimann (72., 90.) sorgten mit ihren Treffern für den 4:0-Sieg des Teams von Trainer Hannes Baldauf.

Doch damit die Begegnung als „Wunder von Wuppertal“ in die 96-Geschichte eingehen konnte, brauchte es noch die Schützenhilfe der Fortuna. Die Düsseldorfer gewannen mit 2:1 in Braunschweig, was für die Eintracht sechs Jahre nach ihrem Meistertitel den Abstieg bedeutete.

Im zweiten Teil unserer Serie hatten wir vom Bundesliga-Aufstieg der 96er im Jahr 1985 berichtet – und auf das damalige Datum 9.6. hingewiesen. Diese Zahlen brachten Hannover 96 auch Glück am 9.6.1973, als es das „Wunder von Wuppertal“ gab.

In der nächsten Folge unserer Serie „12,5 Spiele für die Ewigkeit“ bleiben wir bei den Blau-Gelben – und widmen uns diesmal natürlich einem Derbysieg.

Bislang erschienen sind folgende Teile:

Deutsche Meisterschaft am 3. Juli 1938

Aufstieg in die Bundesliga am 9. Juni 1985

Sieg beim FC Bayern am 8. November 2006

 

 

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