Die 96-Spieltagsnachlese

Hannover 96 e.V will wieder mit eigenen Mannschaften am Spielbetrieb teilnehmen. Foto: Alexander Koerner/Bongarts/Getty Images.

Der erste Spieltag ist vorbei. Zeit, die Leistung unserer Roten etwas genauer zu analysieren. In unserer neuen Rubrik wollen wir aber auch auf die ehemaligen Hannoveraner blicken und sehen, wie sie sich mit ihren Teams in der Liga schlagen.

Werder Bremen – Hannover 96  1:1
Für viele Fußballkenner schien die Angelegenheit bereits vor dem Anpfiff entschieden. 96 würde ohne Punkte nach Hause fahren, schließlich spielen sie mal wieder gegen den Abstieg. Außerdem habe sich Bremen besser verstärkt und die Europa League sei für die Werderaner ein realistisches Ziel. Während der 90 Minuten war von dieser angeblichen Bremer Überlegenheit jedoch nichts zu sehen. Die Roten waren von der erste Sekunde an voll konzentriert und verblüfften die meisten der 42.100 Zuschauer mit ihrem engagierten Auftritt. In der Anfangsphase hielt man dem Sturmlauf der Gastgeber stand und ließ lediglich einen Torschuss zu. Nach einer viertel Stunde intensivierte das Team von Coach Breitenreiter seinerseits die Offensivbemühungen, zumeist ging es über die schnellen Außenspieler. Die beste Chance im ersten Durchgang vergab Ihlas Bebou, als er in der 28. Minute mit einem satten Schuss am Bremer Keeper scheiterte. Weitere Höhepunkte gab es vor dem Seitenwechsel kaum, denn beide Abwehrseiten erledigten ihre Aufgaben mit Bravur. Im zweiten Abschnitt drängten beide Teams auf den ersten Treffer, nach den Distanzschüssen von Füllkrug und Walace war es aber zunächst der SVW, der die riesen Chance zur Führung hatte. Ludwig Augustinsson versagten aber ein wenig die Nerven und sein Volley aus 13 Metern rauschte rechts am Tor vorbei. Auf der anderen Seite war es Kapitän Waldemar Anton, der einen Kopfball nur knapp am Bremer Gehäuse vorbeisetzte (63. Minute). Dann kam die Sternstunde von Hendrik Weydandt. Weydandt, der bis 2014 noch in der Kreisliga gespielte hatte und im Sommer von Regionalligist Egestorf/Langreder zu den 96ern gewechselt war, kam nach 75 Minuten rein und erzielte nur wenige Sekunden später die Führung für die Gäste. Zwar protestieren die Bremer wild, die Vorlage von Bebou war aber schlichtweg herausragend. In den letzten Minuten erhöhten die Gastgeber den Druck und drängten die Hannoveraner immer weiter in die eigene Hälfte. In der 85. Minute musste Michael Esser dann erstmals hinter sich greifen. Bremens Flügelflitzer Rashica schlug eine Flanke in den 96-Strafraum und fand Gebre Selassie, welcher aus kurzer Distanz einnickte. Während die Gäste aus Niedersachsen mit dem Punkt zufrieden sein können, müssen die Bremer, sofern sie wirklich ins internationale Geschäft wollen, einen Gang höher schalten. Ex 96er Harnik verpasste die Partie.

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VfL Wolfsburg – FC Schalke 04  2:1
Unter normalen Umständen hätten sich in dieser Begegnung zwei alte Kameraden gegenübergestanden, Felix Klaus konnte seinen VfL aufgrund einer Verletzung jedoch nicht unterstützen. Nichtsdestotrotz hatte Klaus allen Grund zum Jubeln, die Niedersachsen besiegten den neuen Arbeitgeber von Salif Sané knapp mit 2:1. Der Abwehrrecke feierte ein eher bescheidenes Debüt im Dress von S04. Er hatte im gesamten Spiel lediglich 54 Ballkontakte und eine Zweikampfquote von 44 Prozent. Darüber hinaus kassierte er in der 28. Spielminute Gelb und sah, ähnlich wie seine Abwehrkollegen, beim 0:1 alles andere als gut aus. Auch die aus den Hannover Zeiten bekannten Vorstöße des Senegalesen blieben aus. Wir drücken ihm die Daumen, dass dies in den nächsten Spielen besser wird. Wann genau Klaus auf den Platz zurückkehren wird, steht noch nicht fest. Auf die Frage, ob er in diesem Jahr noch einmal spielen würde, antwortete er: „Auf jeden Fall. Ich werde in der Reha Vollgas geben“.

Fortuna Düsseldorf – FC Augsburg  1:2
Auch Kenan Karaman hat sich sein Debüt sicherlich anders vorgestellt. Der Neu-Düsseldorfer unterlag mit seiner Fortuna 1:2 gegen den FC Augsburg und wurde dabei erst in der 66. Spielminute eingewechselt. Zu dem Zeitpunkt schien die Partie beim Stand von 1:1 noch offen. Dem Mann mit der Rückennummer 11 gelange in den 24 Spielminuten immerhin ein Torschuss, weitere gefährliche Akzente blieben jedoch aus.  Die Gastgeber gingen in der 39. Minute durch einen Kopfballtreffer von Raman in Führung, Augsburgs Hinteregger und Hahn drehten die Partie. Bei den Düsseldorfern standen mit Andre Hoffmann und Niko Gießelmann zwei weitere Ex-Hannoveraner in der Startaufstellung.

Borussia Mönchengladbach – Bayer Leverkusen  2:0
Gladbachs Kapitän Lars Stindl muss zwar noch immer verletzt pausieren, dennoch feierte sein Team einen erfolgreichen Einstand. Durch eine starke Leistung bezwang man Bayer Leverkusen mit 2:0 und bestätigte die Ambitionen, zurück ins internationale Geschäft zu wollen. Die Tore für die Fohlen erzielten Jonas Hofmann (55.) und Fabian Johnson (58.)

Borussia Dortmund – RB Leipzig  4:1
Zwar hatte Marius Wolf eine eher komplizierte und kurze Zeit bei Hannover 96, dennoch wurde seine Personalie unter den Fans heiß diskutiert. Nun steht der 23-jährige also bei Borussia Dortmund unter Vertrag und grüßt nach dem ersten Spieltag von ganz oben. Der BVB bezwang Leipzig mit 4:1 und erholte sich dabei von einem Rückstand nach nur 36 Sekunden. Das schnelle Umschaltspiel der Dortmunder erinnerte dabei an die Double-Saison 2011/12. Wolf wurde in der 69. Minute für Philipp eingewechselt, konnte sich jedoch noch nicht 100 prozentig in das temporeiche Dortmunder Spiel integrieren. Die Tore für die schwarz-gelben schossen Dahoud, Sabitzer (Eigentor), Witsel und Reus.

Die nächsten Begegnungen:
Fr         31.08.  20.30   Hannover 96 – Borussia Dortmund
Sa        01.09.  15.30    Hoffenheim – Freiburg
                                        Leverkusen – Wolfsburg
                                        Frankfurt – Bremen
                                        Augsburg – Gladbach
                                        Nürnberg – Mainz
Sa        01.09   18.30    Stuttgart – Bayern
So        02.09  15.30     Leipzig – Düsseldorf
so        02.09  18.00    Schalke – Berlin

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