Hannover 96-Fanclub „Rote 12“ warnt vor einer Abschaffung der 50+1-Regel und ruft zur Rückkehr auf die Sachebene auf

Deutliche Botschaft der 96-Fans am Samstag. Foto: Stuart Franklin/Bongarts/Getty Images.

Hannover – Der 96-Fanclub „Rote 12“ wendet sich mit einem offenen Brief an den Verein, die Fans und die Medien. Darin warnen die Anhänger vor einer weiteren Kommerzialisierung im Fußball, den Folgen einer Abschaffung der 50+1-Regel und bitten gleichzeitig alle Konfliktparteien in Hannover darum, auf eine „sachliche Ebene“ zurückzukehren.

Verein in Privathand „schnell am Ende“

Der Fanclub „Rote 12“ zeichnete in seinem am Montag veröffentlichten Brief, ein düsteres Bild von der Inbesitznahme eines Fußballklubs: „Wie man am Beispiel München 1860 verfolgen kann, ist die sportliche Zukunft eines Vereins, der sich in Privathand befindet, schnell am Ende, wenn der sportliche Erfolg ausbleibt.“ Denn Investoren nehmen keine Rücksicht „auf die Vereins- und Fankultur“, hieß es in einem zweiseitigen Schreiben.

Stadien als „Oasen der Ruhe“

Außerdem haben die Anhänger, die bei Heimspielen in der Nordkurve des Stadions zu finden sind, deutlich vor den Folgen einer weiteren Kommerzialisierung gewarnt: „Es muss sich die Frage aufdrängen, ob dann, wenn in der Bundesliga die 50+1-Regel außer Kraft gesetzt wird, die Stadien zu Oasen der Ruhe und die Fußballspiele zu Geisterspielen werden.“ Auch deshalb sprachen sie sich gegen eine Abschaffung der Regel aus. „Die These: Mit der Außerkraftsetzung der 50+1-Regel, wäre der Zufluss – dringend benötigten – Kapitals besser umzusetzen, ist nicht überzeugend“, lautete das Urteil der Fans.

Aufruf an alle Parteien

Außerdem dürften Faninteressen nicht ignoriert werden: „Man muss sich auch für die Standpunkte derjenigen interessieren, die Woche für Woche Eintrittsgelder zahlen.“ Das Schreiben endet dann mit einem Appell an alle Seiten: „Für einen Konflikt, der (…) einer sachlichen Auseinandersetzung und damit einer Lösungsfindung entzogen wurde, muss endlich eine sachliche Ebene (…) geschaffen werden. Lasst uns zusammenkommen und sachlich nach Lösungen suchen!“

Gründung im Jahr 2012

Der Fanclub wurde nach eigener Aussage im Juni 2012 gegründet: „Wir gehen schon seit Jahren zu allen Heimspielen und haben im Block N3 unseren Stammplatz. Die Erfahreneren unter uns halten in N13 die Stellung! Angestiftet von der Entwicklung unserer Mannschaft, hat es uns aber nicht mehr gereicht, das Trikot zu tragen und als 12. Mann/Frau, in unserer oft geilen Kurve, Gas zu geben! Mit der  “Roten 12” können wir nun mit Stolz in allen Stadien Deutschland- und  Europaweit zeigen, woher wir kommen und wohin wir gehören“, beschrieben sich die Anhänger auf ihrer Internetseite selbst. Dabei scheinen die Anhänger sämtlicher Generationen vertreten zu sein: „Unser  jüngstes Mitglied ist schon fast 3 Jahre und der Älteste 60 Jahre jung. Wir sind also ein bunt gemischter Haufen und unterstützen ausschließlich unser Team, den Spaß am Fußball und alles was auf  friedlichem Wege dazu gehört!“

Auf Fantreffen aktiv

Bereits auf dem letzten Fantreffen zeigte sich der Präsident des Fanclubs sehr aktiv. In mehreren Wortbeiträgen warb er darum, die Situation nicht weiter eskalieren zu lassen und zur Kommunikation miteinander zurückzukehren. Interessierte mit Rückfragen können sich gern an info@rote12.com wenden.

Hier der Brief im Wortlaut

 

 

Quelle: Fanclub „Rote 12“

1 Kommentar

  1. ich bin seit1963 ,mein erster Stadionbesuch, 96fan.Ich bin für ein fallen der50/1 regel.Wir brauchen mehr Geld von Investoren aus dem Regionalbereich wie Herr Kind vorgeschlagen hat.Ein neuer Abstieg hält der Verein nicht aus.War es nicht Herr Kind mit seinen Freunden die hannover96 aus der Scheiße gezogen hat,wir waren in der Regionalliga als Geld von diesen Herren in die Vereinskasse floß und wo stehen wir jetzt.Ich kann nicht verstehen warum man Herrn Kind so stark beschimpft,und Sprüche unter der Gürtellinie setzt.Man kann in einen Vertrag ,beiträge und  Klauseln pro und kontra einsetzen. Wenn wir 50/1 ablehnen,wird es für uns 96er sehr schwer die Bundesliga zu halten.Die Fernsehgelder sind fast ausgereitzt,bei noch mehr Einfluß der Fernsehsender wird der Spieltag noch mehr gestückelt.Aber wo soll das Geld herkommen,man kann aber noch die Eintrittskarten um die hälfte erhöhen,aber das wollen wie nicht.Fußball muß für alle bezahlbar bleiben.Mein Wunsch Fans und Vorstand an einen Tisch und reden!!!!

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