Wir stehen gerade an einem Scheideweg, anders lassen sich die vergangenen Tage nicht zusammenfassen. Nach der Derby-Schmach musste ich immer wieder lesen, dass Wagner Schuld an der Misere sei. Diese Meinung teile ich ausdrücklich nicht. Es ist zu erkennen, dass er versucht, bestmöglich mit dem vorhandenen Kader zu arbeiten und die richtige taktische Ausrichtung zu finden.
In drei Spielen hat er fünf verschiedene taktische Systeme getestet, einschließlich Anpassungen während der Partie, und zugleich die Rotationsmaschine beim Spielermaterial angeworfen.
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Dass er Nachwuchskräften wie Sinanovic und Hobrecht ihr Profidebüt ermöglicht, finde ich ebenfalls absolut richtig. Dass dies allerdings ausgerechnet im Derby notwendig ist, liegt nicht an der Naivität des Trainers, sondern an der Zusammenstellung des Kaders, dessen Qualität und Breite schlichtweg nicht ausreichen.
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Der verschlafene Sommer rächt sich
Was ich damit sagen will: Der Trainer muss die Zeit bekommen, um Gewohnheiten und Abläufe zu etablieren. Er ist daher der falsche Ansatzpunkt für die derzeitige Flut an Kritik. Ein weiteres Beispiel dafür ist die Einwechslung von Roggow. Er hat kein gutes Bild abgegeben und wirkte auf der Acht beziehungsweise der Sechs erneut wie ein Unruheherd im eigenen Spiel. Aber was soll der Trainer ausrichten, wenn es auf der Bank keinen passenden Ersatz gibt? Die Diskrepanz innerhalb des Kaders ist schlichtweg zu groß.
Wenn sich Jonas Boldt nach dem Spiel vor die Mikrofone stellt und verkündet, dass man sehe, wie viel Handlungsbedarf es bei Hannover 96 gebe, frage ich mich, wo er gedanklich im Sommer war. Als Geschäftsführer Sport ist es seine Aufgabe, solche Defizite frühzeitig zu erkennen und entsprechend zu handeln. Spätestens in der zweiten Hälfte des Transferfensters hätte der Handlungsbedarf offensichtlich sein müssen. Ich habe keine Lust auf eine Schlammschlacht, aber Einsicht wäre der erste Schritt zur Besserung.
Ich bin sehr gespannt, wie sich dieses Konstrukt entwickelt, sollte die Partie morgen nach hinten losgehen. Wird Sandro Wagner zum nächsten Bauernopfer? Ich hoffe es nicht, denn diese Saison ist ohnehin bereits hergeschenkt. Mit dem Abstieg werden wir nichts zu tun haben – die nötigen Punkte werden wir holen. Nagelt mich ruhig auf diese Prognose fest.
Es gilt, den Umbruch vom Umbruch vom Umbruch anzugehen. Diesmal allerdings unter deutlich schwierigeren Voraussetzungen. Ich schätze Wagner so ein, dass er die Zügel in die Hand nehmen und seine Vorstellungen umsetzen möchte. Ich habe lediglich Zweifel daran, ob man ihn auch lässt.
Die Lieblingsfolgen vom 96Freunde-Podcast mit Altin Lala, Florian Fromlowitz und Ewald Lienen. Viel Spaß beim Reinhören!
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