Vor den Länderspielen: Haben wir uns bei Tresoldi getäuscht?

BRUGES, BELGIUM - SEPTEMBER 08: Nicolo Tresoldi of Club Brugge celebrates scoring his team’s second goal from the penalty spot during the UEFA Champions League 2026/27 League Phase MD1 match between Club Brugge KV and Aston Villa FC at Jan Breydel Stadium on September 08, 2026 in Bruges, Belgium. (Photo by Dean Mouhtaropoulos/Getty Images)

Haben wir uns in Nicolò Tresoldi getäuscht? Das klingt jetzt natürlich sehr drastisch – so ist es aber nicht gemeint. Seine fußballerischen Qualitäten sind unbestritten. Auch in dieser noch jungen Saison wirbelt er bereits mächtig. Bei Brügge gelangen ihm schon fünf Treffer in neun wettbewerbsübergreifenden Spielen.

Und noch einmal zum Mitschreiben: In der vergangenen Saison waren es 23 Treffer und neun Vorlagen in 59 Spielen. Aber darum geht es jetzt gar nicht.


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Es geht um seine Entscheidung rund um die Nationalmannschaft. Denn Tresoldi hat Jürgen Klopp einen Korb gegeben. Ich hatte bis dato den Eindruck, dass er unbedingt für die deutsche A-Nationalmannschaft auflaufen möchte. So habe ich mir auch seinen unermüdlichen Einsatz bei der U21 erklärt.

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Auch ich habe Julian Nagelsmann an den Pranger gestellt, weil er Tresoldi trotz der genannten Leistungen nicht berufen hat. Jetzt stellt sich aber heraus: Tresoldi weiß selbst noch gar nicht, was er wirklich will. Deutschland oder Italien?

Tresoldi noch unentschlossen: Ich kann es verstehen

Wir waren also wohl etwas vorschnell. Ohne Frage: Für die Squadra Azzurra auflaufen zu dürfen, ist natürlich ebenfalls ein gigantisches Privileg. Vor allem, weil absehbar ist, dass ein neues Italien geformt werden muss und Tresoldi bei dieser Neuausrichtung eine wesentliche Stütze werden könnte. Aber auch Roberto Mancini, seit Juli erneut Trainer der italienischen Nationalmannschaft, hat vorerst einen Korb bekommen.

Tresoldi möchte vorerst weiterhin in der deutschen U21 seine Leistungen zeigen und sich wahrscheinlich erst nach der Europameisterschaft endgültig entscheiden. Eine Entscheidung, die durchaus kontrovers diskutiert werden kann. Ich muss aber sagen, dass ich Tresoldis Unentschlossenheit nachvollziehen kann.

Wenn wir die DFB-Brille einmal absetzen, sind beide Aufgaben absolut reizvoll. Tresoldi ist in Italien aufgewachsen und verwurzelt, auch wenn er den Großteil seiner fußballerischen Ausbildung hierzulande genossen hat. Sein Vater Emanuele war U21-Nationalspieler für Italien. Man kann nur erahnen, wie schwer diese Entscheidung für Tresoldi sein muss.

Es gibt auch Stimmen, die sagen, die deutsche U21 dürfte Tresoldi nicht nominieren, solange er sich nicht final für den DFB entschieden hat. Da muss ich sagen: Das wäre total fatal. Man beraubt sich ja nicht freiwillig seiner sportlichen Chancen.

Die Lieblingsfolgen vom 96Freunde-Podcast mit Altin Lala, Florian Fromlowitz und Ewald Lienen. Viel Spaß beim Reinhören!

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