Kommentar zu Ime Okon: Alles in die Waagschale werfen

ATLANTA, GEORGIA - JUNE 18: Ime Okon #21 of South Africa runs with the ball during the FIFA World Cup 2026 Group A match between Czechia and South Africa at Atlanta Stadium on June 18, 2026 in Atlanta, Georgia. (Photo by Lars Baron/Getty Images)

Die Weltmeisterschaft hat ein unbefriedigendes Ende gefunden. Das Aus im Sechszehntelfinale gegen Paraguay hat den gesamten DFB und uns Fans geschockt. Es wird noch dauern, bis dieser Dämpfer verarbeitet ist. Doch aus 96-Sicht hatte diese WM auch eine glanzvolle Seite: die Entwicklung von Ime Okon.

Okon ist mit Südafrika sensationell ins Sechszehntelfinale eingezogen und scheiterte dort nur knapp an Kanada. Das Gegentor zum bitteren 0:1 fiel erst in der Nachspielzeit (90.+2). Im Gegensatz zur Situation in Deutschland lässt in Südafrika jedoch niemand den Kopf hängen – im Gegenteil.

In einer Gruppe mit Mexiko, Südkorea und Tschechien galt man als klarer Underdog. Durch den Sieg gegen Südkorea und das Unentschieden gegen Mexiko sammelte man jedoch vier Punkte und belehrte die „Experten“ eines Besseren.

Okon wird bei WM zum Dauerbrenner

Ime Okon stand in allen vier Spielen über die volle Distanz auf dem Platz und fungierte als Schaltzentrale in der Defensive. Gegen Südkorea blieb die Mannschaft von Trainer Broos sogar ohne Gegentreffer und damit hätte vor Beginn der WM wohl wirklich niemand gerechnet.

Okon überzeugte vor allem durch seine körperliche Präsenz, seine Agilität im letzten Drittel und sein frühzeitiges Erkennen gegnerischer Offensivaktionen. Zu seinen Statistiken gehören:

  • eine durchschnittliche Laufleistung von 9,6 Kilometern (Spitzengeschwindigkeit: 34 km/h)
  • eine Passquote von 94 Prozent
  • 1,3 Steilpässe pro Partie, die zu einer offensiven Aktion führten
  • 4,8 zurückgewonnene Bälle pro Partie im letzten Drittel
  • 6,3 klärende Aktionen pro Spiel

Zum Vergleich seine Werte aus der abgelaufenen Saison:

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  • 0,5 Steilpässe pro Partie, die zu einer offensiven Aktion führten
  • eine Passquote von 92 Prozent
  • 2,9 zurückgewonnene Bälle pro Partie im letzten Drittel
  • 3,9 klärende Aktionen pro Spiel

Wir dürfen bei all dem nicht vergessen: Okon ist erst 22 Jahre alt und hat erst im vergangenen Sommer den Schritt aus seinem Heimatland ins Ausland gewagt. Diese Entwicklung ist daher mehr als beachtlich.

Entwicklung von Okon bleibt nicht unbemerkt

Apropos Entwicklung: Diese ist natürlich auch im Ausland nicht unbemerkt geblieben. Okon wird bereits mit mehreren Vereinen in Verbindung gebracht. Sollten in der kommenden Transferperiode finanzstarke Klubs anklopfen, könnte es für Hannover 96 „eng“ werden.

Denn eines ist klar: Für die Mission Aufstieg benötigt Hannover 96 weitere Verstärkungen und – ohne die genauen Gegebenheiten zu kennen – dürfte frisches Geld dabei durchaus helfen.

Die Defensive ist meiner Meinung nach aktuell am stärksten besetzt. Mit Hugonet hat Titz seinen Wunschspieler bekommen, der im Kampf um einen Platz in der Startelf sicherlich weit vorne liegen dürfte. Mit Ghita und Tomiak gibt es zwei weitere Kandidaten für die Anfangsformation, mit denen sich Okon messen muss.

Sollte ein entsprechendes Angebot eingehen, kann ich mir gut vorstellen, dass Hannover 96 gesprächsbereit wäre und ab einer gewissen Summe ernsthaft über einen Transfer nachdenken müsste. Sollte es dazu kommen, muss der Verein bis an die Grenzen verhandeln, denn Okon ist inzwischen längst kein Rohdiamant mehr.

Ich bin mir sicher: In der kommenden Spielzeit würde seine Rolle bei 96 eine deutlich tragendere sein. Persönlich würde ich alles für einen Verbleib geben.

Die Lieblingsfolgen vom 96Freunde-Podcast mit Altin Lala, Florian Fromlowitz und Ewald Lienen. Viel Spaß beim Reinhören!

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