So wie die letzte Saison endete, nämlich mit einer großen Enttäuschung, startet Hannover 96 direkt in die neue und verliert krachend bei Energie Cottbus. Ärgerlich, aber sicher auch nicht allwöchentlich, da einiges überhaupt noch nicht zusammen passte…
Stromausfall vor beiden Halbzeiten, technische Probleme, knapp 40 Grad, und eine noch nicht perfekt gesetzte Auswechselbank. Ferdi vom „Vorwärts nach weit“ -Podcast nannte es hinterher ein „Freak game“ und verwies nüchtern auf den abgefälschten Freistoß und den durch ein Missverständnis entstandenen Strafstoß, bevor uns nur 5 Minuten später mit dem 3:1 der Stecker gezogen wurde. Wiederholungswahrscheinlichkeit dieser Wirkungstreffer wohl eher gering. Auch dass Hannover einen solchen Chancenwucher zelebrierte, war nicht von dieser Welt. Allein Lars Gindorf hätte sich bereits für die Torjägerkanone empfehlen können.
Die Roten werden mit der brutalen Dominanz bis zur 70. Minute so nicht jede Woche als Verlierer vom Platz gehen, soviel ist sicher.
Cottbus reagierte auf unser starkes Flügel-Spiel und brachte nach der Halbzeit Personal, um Gindorf, Oudenne und Bundu erfolgreich zu blocken. Damit verhungerte auch Benjamin Källman mal wieder im Zentrum. Ein Impuls unsererseits durch die Mitte blieb aus. Es fehlte jemand, der nicht nur spielerisch voran geht, sondern auch mental. Marcel Hartel könnte diese Leader-Qualitäten mitbringen, darf aber nicht die letzte Verstärkung werden.
96 fehlt in der neuen Spielzeit der Maschinenraum um Enzo Leopold und Noel Aseko, das zentrale Mittelfeld, ein absolutes Herzstück, das bisher fahrlässigerweise (noch) nicht neu verpflichtet wurde.
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Der neue Kapitän Stefan Teitur Thordarson ackerte in der Hitze der Lausitz zwar für 2, kam aber niemals an den Kreativitäts-Peak seiner Vorgänger ran. Viel mehr noch, als die Partie mit dem Elfmeter zum 2:1 dann gegen 96 kippte, bekamen unsere „Anführer“ wie Hugonet, Neubauer und eben Thordarson nicht die nötige Mentalität auf den Platz, um Cottbus Paroli zu bieten. Thordarson alleine konnte den Kampf in der Zentrale nicht gewinnen, womit Cottbus über den Kampf das Spiel für sich entschied.
Christian Titz wird diese Woche einige Arbeit damit haben, seiner Mannschaft die Fehler des Spiels aus den Köpfen zu flüstern.
Doch auch Jonas Boldt und Ralf Becker sind jetzt unbedingt gefordert, die seit Juni offensichtlichen Defizite im Kader zu bereinigen. Einen Leopold als Leader und Aseko als zentralen Antreiber ersetzt man nicht so einfach, das war eigentlich frühzeitig klar. Das hatte der Trainer vorher schon deutlich angemahnt und bekam einen Rüffel. Der Einbruch in der 2. Halbzeit war nicht nur ein mentales Problem, es war auch eins der Ersatzbank. Franz Roggow hätte Thordarson als Unterstützung ganz gut getan, als unser Spiel begann fahrig zu werden.
Blicken wir auf ein paar Dinge, die positiv auffielen:
Erstens. In der Offensive wurden oft und gerne Abschlüsse gesucht. Allen voran versuchten sich Lars Gindorf und Kolja Oudenne immer wieder, zusammen kamen sie auf 14 Schüsse, die der Energie-Keeper teilweise mit Traumparaden entschärfte. Mit mehr Spielglück hätten wir den Cottbussern schon in Halbzeit 1 den Strom abgestellt. Einzig Maurice Neubauer sorgte mit einem beherzten Schuss für den zwischenzeitlichen Ausgleich zum 1:1.
Zweitens. Auch die neue Schaltzentrale Hugonet/Thordarson lenkte und leitete das Spiel anfangs wie eine Maschine. Der Spielaufbau suchte schneller und variabler die Tiefe. Das brachte tiefstehende Cottbusser in Bewegung und sah deutlich vitaler aus als gegen ähnliche Gegner in der Vorsaison.
Was halt danach fehlte, war der Wille, platte Cottbusser final zu bezwingen. Stattdessen machte man den Gegner unnötig stark und brachte die eigenen Attribute kaum mehr auf den Platz.
Der FC Energie war der erwartet giftige Aufsteiger und 96 leider noch nicht voll da. Letzte Saison war unsere starke Ersatzbank oft der Türöffner für letztendliche Siege, in Cottbus fehlte indes noch ein zu wechselnder Impact.
Mit dem VfL Wolfsburg wartet im anstehenden ersten Heimspiel nun ein ganz anderes Kaliber und wir werden ein ganz anderes Spiel sehen.
Vor Boldt, Becker und Titz liegen viele Hausaufgaben…
Die Lieblingsfolgen vom 96Freunde-Podcast mit Altin Lala, Florian Fromlowitz und Ewald Lienen. Viel Spaß beim Reinhören!
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