Wenn man der Gerüchteküche Glauben schenken darf, ist es heute so weit. Sandro Wagner soll das Erbe von Christian Titz antreten – auch wenn Lars Barlemann das Team am Sonntag coachen wird.
Sandro Wagner also. Ein großer Name, der – vor allem medial – für sehr viel Aufmerksamkeit sorgt.
Aber mit Wagner würde auf sämtlichen Ebenen ein anderer Wind wehen. Das beginnt schon beim Umgang mit der Kabine. Wagner ist der Typ Menschenfänger, immer einen lockeren Spruch auf den Lippen. Ich kenne ihn natürlich nicht persönlich, stelle mir die Atmosphäre unter ihm aber vergleichsweise aufgelockert vor.
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Das Wichtigste in diesem Punkt: Wagner ist der Typ Trainer, der sich immer vor seine Spieler stellt und dabei auch gerne mal Contra gibt. Das habe ich bei Titz vermisst. Gerade in Hannover, wo die Medien auf Zinne sind, ist das zwingend notwendig.
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Eine entspannte Atmosphäre bedeutet aber nicht, dass nicht akribisch gearbeitet wird. Denn Wagner ist detailverliebt, das hat vor allem seine Arbeit als Co-Trainer von Nagelsmann beim DFB gezeigt. Er ist zum Glück nicht der Typ Laptoptrainer, sondern ein Kommunikator. Ein wichtiger Faktor dabei: die Motivation. Wagner kann das Team nach vorne peitschen, auch mal lautstark. Als Spieler war er eben jener Typ. Der Truppe fehlt aktuell das Selbstvertrauen – es kann also gut passen.
Wagner setzt auf den Zehner
Aus taktischer Sicht passt er ebenfalls gut zum Kader. Zum einen hat er in Augsburg gezeigt, dass er in der taktischen Ausrichtung deutlich variabler ist als Titz. Die wohl wichtigste Position unter ihm ist der Halbraumzehner. Und da hat man mit Hartel, aber auch mit Gindorf, zwei Spieler, die wirklich sehr gut passen.
Ich weiß: Jonas Boldt und der Vorstand werden von vielen aktuell sehr kritisch gesehen. Ich bin so blauäugig und sage: Wenn Boldt, der ohne Frage über viel Fachwissen verfügt, vom Trainer überzeugt ist und es zwischen den beiden passt – was zwischen ihm und Titz definitiv nicht der Fall war –, dann lasse ich mich gerne von dieser Überzeugung anstecken.
Und aus persönlicher Sicht muss ich sagen, dass mit Wagner endlich mal wieder ein kleiner Wunsch von mir in Erfüllung geht: ein junger, aufstrebender Trainer, der sich zusammen mit der Mannschaft entwickeln kann. Und ich habe richtig Lust darauf, diese Symbiose zu verfolgen.
Die Lieblingsfolgen vom 96Freunde-Podcast mit Altin Lala, Florian Fromlowitz und Ewald Lienen. Viel Spaß beim Reinhören!
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