Ein Schuss, ein Tor, Hannover!

„Suscipere et finire“. Anpacken und vollenden.
Die Hannoverschen Ultras brachten es mit ihrer optisch fetten Choreografie in Bielefeld auf den Punkt: Ärmel hoch, malochen und – am besten dreifach – punkten. Dank Capitano Leopold ging das Vorhaben in Ostwestfalen auf. Auswärtssieg, here we go!

Der Besuch bei Freunden war diesmal nicht nur fahrtechnisch mit Umwegen und Komplikationen verbunden, sondern stand auch aufgrund unserer dezimierten Hintermannschaft im Fokus. Ohne Boris Tomiak und Virgil Ghita limitierte sich das wichtige Aufbauspiel auf Maik Nawrocki und Nahuel Noll. Bielefeld agierte schlau genug, um unser Passspiel auf die beiden äußeren Innenverteidiger Ime Okon und Bastian Allgeier zu lenken, in der Hoffnung, dort unter Druck leichte Ballgewinne zu generieren.

In der Praxis sahen wir somit ein „schlechtes und nach vorne ungenaues Spiel“ von 96, wie hinterher oft im Netz bemängelt wurde. Unseren eifrigen Kritikern sei jedoch nochmals erklärt, dass wir durch die Ausfälle in Bielefeld zum ersten Mal in dieser Saison ohne Aufbauspieler agierten und somit völlig neue Lösungen finden mussten. Die naheliegendste Option war natürlich das Abkippen von Enzo Leopold in den defensiven Halbraum, um sich in erster Linie selbst die Bälle von Noll zu holen. Dadurch rückte auch Noel Aseko im Mittelfeld weiter zurück – zum Leidwesen unserer zentralen offensiven Bemühungen.

Für unsere Startelf bedeutete diese Anpassung ein hohes Maß an Arbeit und Disziplin, das es möglichst lange durchzuhalten galt. Für die Zuschauer sah das hingegen alles nicht nach dem gewohnt Titz’schen Offensivspektakel aus.

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Hannover 96 mit mentaler Stärke

Doch Hannover biss sich rein und arbeitete sich durch diese sicherlich nicht leichte Partie. Die Arminia stellt in der Liga momentan das laufstärkste Team – inklusive Sprints und intensiver Läufe. Mit der Wucht, mit der die Tribüne ihre Mannschaft auf der Alm anschob, war das ein echtes Brett, auch wenn es der aktuelle Tabellenstand nicht unbedingt erwarten ließ. Doch Hannover blieb stabil und verteidigte Angriff um Angriff leidenschaftlich weg. Für diesen Kraftakt gebührt Team und Trainer Respekt. Es war kein filigraner Auftritt, aber ein umso effizienterer.

In einer Phase, in der 96 auf Tuchfühlung zur Spitzengruppe der 2. Liga gegangen ist und in der drumherum alle Kontrahenten regelmäßig Federn lassen, punktet Christian Titz Schritt für Schritt weiter. Sieben ungeschlagene Spiele sind es nun am Stück – das verschärft das Rennen an der Spitze. Wir bei 96freunde.de sind uns einig, dass wir uns gerne als ungemütlich und standhaft auf die Taktiktafeln der Konkurrenz einbrennen wollen, anstatt in Schönheit zu sterben. Der Mix aus beiden Spielideen scheint uns gerade ganz gut zu tun. Dieser spürbare Paradigmenwechsel könnte ein Pluspunkt in den nächsten Wochen sein.

Wir können uns nicht erinnern, dass in der 2. Bundesliga nach dem 24. Spieltag schon einmal fünf Teams 45 oder mehr Punkte hatten. Das Unterhaus ist komplett on fire – und 96 zündelt kräftig oben mit.

Womit wir wieder beim „Anpacken und Vollenden“ wären. Unser Sportverein arbeitet mit dem Start in die Rückrunde Punkt für Punkt am Rückstand auf die Tabellenspitze. Fehlende Arbeitsmoral oder fehlende Passion kann man diesem Team definitiv nicht unterstellen. Mit der Rückkehr von Hussein Chakroun und Benni Pichler haben wir zum richtigen Zeitpunkt wieder zwei starke Optionen mehr für die Offensive an Bord.

Und Stefan Teitur Thordarson wird als Aseko-Ersatz gegen Fürth sein nächstes Tor machen – um was wollen wir wetten?

Die Lieblingsfolgen vom 96Freunde-Podcast mit Altin Lala, Florian Fromlowitz und Ewald Lienen. Viel Spaß beim Reinhören!

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