Hannover 96 international: Ein Blick ins Fürstentum

Ein Stück Hannover 96 steht aktuell in Monaco an der Seitenlinie.

Heute wagen wir mal den Blick über den Tellerrand – genauer gesagt ins Fürstentum Monaco. Dorthin hat es einen ehemaligen Roten verschlagen, der sich aktuell in stürmischen Gewässern wiederfindet. Die Rede ist von Sébastien Pocognoli.

Erinnert ihr euch noch? In der Saison 2012/13 verpflichtete Hannover 96 den Belgier für zwei Millionen Euro von Standard Lüttich. Gedacht war er als Verstärkung für die Europa League-Reise – ein international erfahrener Linksverteidiger, robust, ambitioniert, mit ordentlich Dampf auf der Außenbahn.

Doch so richtig durchsetzen konnte sich Pocognoli unter Mirko Slomka nie. In seiner ersten Saison verlor er das direkte Duell meist gegen Konstantin Rausch. Nach dessen Abgang war Pocognoli zwar gesetzt, doch fehlerfrei war sein Spiel auf der Schiene selten. In zwei Jahren brachte er es auf lediglich 30 Bundesliga-Einsätze, zwei Partien in der Europa League und einen Auftritt im DFB-Pokal.

Im Sommer 2014 endete das Kapitel an der Leine. Hannover transferierte ihn zu West Bromwich Albion auf die Insel und kassierte immerhin noch 1,5 Millionen Euro Ablöse. Ein Deal, mit dem beide Seiten leben konnten.

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Pocognoli wackelt in Monaco

Zwölf Jahre später hat sich die Szenerie deutlich verändert. Pocognoli steht nicht mehr auf dem Platz – er steht an der Seitenlinie. Seit dem 11. Oktober 2025 ist er Cheftrainer der AS Monaco. Statt Leine nun also Mittelmeer.

Das Team um Ansu Fati, Thilo Kehrer und Maghnes Akliouche startete mit ambitionierten Zielen in die Saison: Qualifikation für die Champions League und möglichst lange Paroli bieten gegen Primus Paris Saint-Germain.

Pocognoli übernahm bereits nach dem siebten Spieltag. Eine Entscheidung, die vielerorts Stirnrunzeln auslöste. Sein Vorgänger Adi Hütter schien eigentlich gut mit der Mannschaft zu harmonieren. 13 Punkte standen auf dem Konto – nur drei weniger als beim Branchenführer aus der Hauptstadt. Die Saison war zu diesem Zeitpunkt alles andere als verloren.

Doch inzwischen sieht das Bild deutlich trüber aus. 17 Spieltage später rangiert Monaco nur noch auf Platz sieben. Paris ist mit 20 Punkten enteilt. In den Champions League-Playoffs scheiterte man zuletzt am finanzstarken „Scheich-Klub“ – in Kombination ein herber Rückschlag für Anspruch und Selbstverständnis.

Und auch in der Liga wird es eng. Statt Königsklasse heißt das neue Ziel offenbar Schadensbegrenzung. Die Qualifikation für Europa ist in Gefahr, der Vorsprung auf RC Straßburg beträgt lediglich zwei Punkte. Aus einem ambitionierten Projekt ist binnen weniger Monate eine wackelige Mission geworden.

Die Lieblingsfolgen vom 96Freunde-Podcast mit Altin Lala, Florian Fromlowitz und Ewald Lienen. Viel Spaß beim Reinhören!

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