Slomka im Rückblick: „Situation mit den 96-Fans war mir sehr unangenehm“

Altes Slomka-Interview gibt interessante Aufschlüsse

Coach Slomak hat RRZ entdeckt und freut sich auf die erneute Zusammenarbeit mit seinem Schützling

Es war ein bemerkenswerter Auftritt von Mirko Slomka, als er im ARD-Interview mit Alexander Bommes mehrere Fehler eingestand. Im Interview gesteht Slomka Fehler bei der Kommunikation mit den Fans ein. Als Bayern München auf Trainersuche war, wäre er fast der Top-Kandidat geworden. 

Zwar ist dieser Auftritt bereits zwei Jahre her, dennoch ist Slomkas Interview wichtig, um zu verstehen, warum Slomka bei vielen 96-Fans ein negatives Image hat.

Slomka trainierte zwischen 1989 und 1999 insgesamt 10 Jahre lang unterschiedliche Hannover 96-Nachwuchsmannschaften (darunter auch Spieler wie Mertesacker, Asamoah und Kehl), wurde zwischen 2001 und 2004 Co-Trainer unter Ralf Rangnick. 

Nach dem Tod von Robert Enke rettete er die Mannschaft am letzten Spieltag mit einem 3:0 gegen Bochum vor dem Abstieg, führte die Mannschaft in der nächsten Saison auf den 4. Platz in der Bundesliga und darauf bis ins Viertelfinale der Europa League.

Aber er hinterließ, gerade im letzten Jahr 2013, auch viele Scherben: Mit dem erfolgreichen Manager Jörg Schmadtke überwarf er sich und führte gemeinsam mit der „Bild“ einen Kleinkrieg gegen Schmadtke, was dazu führte, dass Schmadtke entnervt hinschmiss.

Top-Spieler, die er zuvor stark gefördert hatte, ließ es aus persönlichen (nicht aus sportlichen Gründen!) fallen. Dazu gehörten Sergio Da Silva Pinto, der gerne noch zwei Jahre bei Hannover geblieben wäre, Moa Abdellaoue, der sich deutlich pro Schmadtke positioniert hatte, oder auch Emmanuel Pogatetz und Karim Haggui. 



Im Sportschau Club gab es nun gleich mehrere Kracher-Aussagen von Slomka. Das Interview im Wortlaut: 

Bommes: „2013 sollen Sie der Nachfolgekandidat – der Wunschkandidat – von Uli Hoeneß für Jupp Heynckes gewesen sein.“

Slomka: „Es gab immer gute Gespräche mit Uli Hoeneß und auch mit Karl-Heinz Rummenigge zu verschiedenen Situationen. Als ich mit Schalke natürlich ganz gut stand, gab es natürlich schon mal Kontakt, den wir dann aber nicht vertieft haben, weil ich mit Schalke Meister werden wollte. Das hat leider nicht ganz geklappt, schade, sehr schade, Und darüberhinaus hatte ich ja dann auch eine sehr spezielle Zeit in Hannover….“

Bommes: „Da war dann das konkrete Ding – Nachfolge (von Jupp Heynckes) ja oder nein?“

Slomka: „Ja. Aber muss sich ja dann auch entscheiden, und die Bayern haben sich dann auch anders entschieden.“

Bommes: „Haben die anders entschieden oder haben Sie abgesagt?“

Slomka: „Nein, die Bayern haben anders entschieden. Ich kann heute auch sagen, dass es vielleicht ein Fehler (von mir) war, denn ich hab dadurch auch den Hannover-Fans aufgezeigt, dass ich mit einem anderen Verein in Kontakt stehe, weil ich nicht sofort verlängert habe. Das hat mir insgesamt in der Situation mit den Fans nicht gut getan.“ 

Bommes: „Ja, ich erinnere mich, das ging ein paar Monate seinerzeit.“

Slomka: „Ja, das war mir sehr unangenehm.“

Bommes: „Haben Sie denn gewartet, bis es ein konkretes Angebot gab: Wären Sie gegangen von Hannover zu Bayern? Ist wahrscheinlich müßig die Frage, (wenn die Bayern anklopfen), oder?

Slomka: „Ja, finde ich auch.“ (lacht)

Unterm Strich bleibt die Erkenntnis: Slomka hat reflektiert, dass er mit seiner Verzögerungstaktik seinem Verhältnis zu den 96-Fans geschadet hat. Er hätte Hannover verlassen, wenn Bayern München ihn hätte verpflichten wollen.

Darüberhinaus entschuldigte sich Slomka dafür, dass er Valerien Ismael als Wolfsburg-Trainer öffentlich angezählt hatte, mit der damaligen Absicht, sich selbst als Nachfolgekandidat für Ismael bei Wolfsburg in Stellung zu bringen.

Slomka trainierte zum Zeitpunkt des Interviews (Januar 2017) den Zweitligisten Karlsruher SC.

Mirko Slomka war bereits von 2010 bis 2013 Trainer von Hannover 96.
Von Ina96 – Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=15213395

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