Nachfolger von Mirko Slomka: Markus Anfang sagt ab, Bruno Labbadia gilt als unwahrscheinlich – Schmidt als Interimstrainer?

Jan Schlaudraff kommentierte die Entlassung von Mirko Slomka wie folgt: "Leider ist es nicht gelungen, die Entwicklung der Mannschaft so voranzutreiben, wie wir es uns gewünscht haben.“ Foto: Getty Images

Nach der Entlassung von Mirko Slomka brodelt die Gerüchteküche um seinen Nachfolger. Ein möglicher Kandidat sagte Hannover 96 nun ab.

Markus Anfang, der bereits Ende letzter Saison als Nachfolger für Thomas Doll im Gespräch war, sagte den Roten ab. „Hannover 96 ist ein spannender Verein mit viel Potenzial“, sagte Markus Anfang gegenüber dem „kicker“. „Wir hatten schon im Sommer gute Gespräche, aber ich stehe derzeit für die Aufgabe dort nicht zur Verfügung. Ich wünsche Hannover 96 alles Gute für den weiteren Saisonverlauf.“

Ein weiterer Kandidat, der von vielen Fans als Nachfolger von Mirko Slomka diskutiert wird, ist Bruno Labbadia. Der 53-Jährige war unter anderem Trainer des VfB Stuttgart (2010-2013; Punkteschnitt 1,46) und des Hamburger SV (2009-2010 und 2015-2016; Punkteschnitt insgesamt 1,38).

Sein letztes Engagement beim VfL Wolfsburg (2018-2019; Punkteschnitt 1,52) dürfte jedoch der Grund sein, warum Labbadia für Hannover 96 nicht in Frage kommt: Das Verhältnis zwischen Wolfsburg-Manager Jörg Schmadtke und Labbadia war trotz sportlicher Erfolge wegen persönlicher Differenzen belastet. Schmadtke kommentierte sein Verhältnis zu Labbadia öffentlich: „Manchmal stimmt die Chemie einfach nicht.“ 

Schlaudraff: „Es ist schön zu wissen, dass ich mich immer an Jörg Schmadtke wenden kann.“

Das fehlende Vertrauen zwischen Labbadia und Schmadtke führte letztlich zur Trennung. Weil Schmadtke als enger Ratgeber von 96-Manager Jan Schlaudraff gilt (Schlaudraff: „Er ist für mich ein sehr wichtiger Ansprechpartner“), wäre es eine große Überraschung, wenn Schlaudraff sich für Labbadia entscheidet.

Werden keine Freunde mehr: Das Verhältnis zwischen Bruno Labbadia (r.) und Schlaudraff-Ratgeber Jörg Schmadtke (l.) gilt als belastet.

Als weitere Namen werden unter anderem Hannes Wolf (zuvor Stuttgart und Hamburger SV) und Kenan Kocak (zuvor Sandhausen) genannt. Hierbei handelt es sich aber bisher nur um Gerüchte und Mutmaßungen ohne Grundlage.

Bei der Trainerfrage richtet sich der Blick bereits auf die Saison 2020/21

„Unser Ziel ist es, mit dem neuen Trainer eine stabile Saison zu spielen und den Anschluss nach oben nicht komplett zu verlieren“, hatte Jan Schlaudraff die Entlassung von Mirko Slomka kommentiert. „Dabei geht es jetzt auch darum, dass wir es schaffen, das Potenzial des Kaders konstanter auf den Platz zu bringen.“ Seine Aussage dürfte auch die Erwartungshaltung der vier Gesellschafter Martin Kind, Dirk Roßmann, Gregor Baum und Matthias Wilkening reflektieren.

Intern richtet sich der Blick bei Hannover 96 bereits auf die kommende Saison 2020/21, wie aus dem Vereinsumfeld zu hören ist. Demnach beschäftigt sich das Management bereits mit der Kaderplanung für die Saison 2020/21. Für die kommende Saison gilt der Aufstieg vereinsintern als übergeordnetes Ziel, damit Hannover 96 nicht langfristig in der Zweitklassigkeit verschwindet.

kicker: „Zunächst läuft es offenbar auf eine Interimslösung, eventuell mit U-19-Coach Stephan Schmidt, hinaus.“




Stephan Schmidt, von 2012 bis 2013 Cheftrainer vom SC Paderborn und jetziger U19-Coach bei Hannover 96, könnte eine Interimslösung darstellen, bis ein neuer Cheftrainer gefunden ist. Diese Lösung wird auch vom „kicker“ als wahrscheinlich betrachtet.

Christoph Dabrowski kommt als Interimstrainer eher nicht in Frage: Seine U23 steckt zurzeit mitten im Abstiegskampf der Regionalliga (Platz 15). Mit nur 14 Punkte nach 16 Spielen fällt die Bilanz der zweiten Mannschaft von Hannover 96 alles andere als befriedigend aus.

Mirko Slomka mit Abschiedsworten




Unterdessen verabschiedet sich Mirko Slomka von Mannschaft und Fans. „Die Verantwortlichen haben mir die schwierige Aufgabe des Neustarts nach dem Abstieg zugetraut, für dieses Vertrauen bedanke ich mich herzlich. Leider sind wir nicht so schnell vorangekommen, wie wir uns das alle gemeinsam vorgestellt haben“, wird Slomka auf der Vereinswebsite zitiert.

„Dass meine Mission nun endet, bedauere ich sehr, denn ich habe jeden Tag mit Leidenschaft alles versucht, um die Mannschaft in die Erfolgsspur zu führen“, blickt Mirko Slomka auf seine fünfmonatige Amtszeit zurück.

4 Kommentare

    • Das finden wir ehrlich gesagt nicht. Die Kaderplanung war durch die limitierten Mittel im Sommer extrem anspruchsvoll. Einige Neuverpflichtungen wie Emil Hansson wurden von Mirko Slomka bisher nicht angemessen eingesetzt. Schlaudraffs Entscheidung, sich von Mirko Slomka zu trennen, war konsequent.

  1. So richtig weiß ich noch nicht, was ich davon halten soll. Wäre das erklärte Ziel, der sofortige Wiederaufstieg gewesen, dann könnte ich diese Entscheidung nachvollziehen. Der Plan ist allerdings auf zwei Jahre ausgelegt. Und dann schaue ich noch Mal zu Saisonbeginn. 19 Spieler, zum Teil Verschenkt, ich meine hier die lächerlichen 6,5 Mio für Fülle, usw. Gekommen sind 9 Spieler für knapp 4 Mio's. Ich habe mich auch über das 1:1 am Samstag geärgert. Preisfrage: Als wir 16/17 gleich wieder aufgestiegen sind, mussten die Roten zwei Mal gegen den SVS antreten. Ja, ich weiß, die Völkerwanderung ins Hardtwald Stadion, und die Party, waren der Oberhammer. Nur, wie sind die beiden Ligaspiele ausgegangen. Klar, dass 1:1 in Sandhausen war der Aufstieg. Aber in der Hinrunde gab es gegen Sandhausen ein , na na, genau, ein Trostloses 0:0. 

    Heute sagte Schlaudraff, dass sich, die Entwicklung der Mannschaft, nicht mit den Vorstellungen, deckt. OK, aber wer hat den tatsächlich was anderes erwartet. "Diese Mannschaft ist nicht Zweitligatauglich. Unsere Roten werden gleich in die 3. Liga durchgereicht. Mit der Truppe Aufsteigen?? Niemals." Das waren nur einige Kommentare vor Beginn der Saison.

    Wir am Anfang gesagt, ich weiß nicht, ob das die richtige Entscheidung ist. Natürlich, werde ich, wie die meisten, weiter treu zu unseren Roten stehen

    In diesem Sinn, euch noch einen schönen Sonntag Abend.

    Euer Harry96  Niemals allein.

  2. normal verkauft man keinen guten spieler od.torwart,  ist man aber unzufrieden wird er verkauft  und wer kauft?

    96 kauft,egal ob er schon mal da war, ob man mit ihm unzufrieden war,alles schnee von gestern.da muss man sich nicht wundern………wenn man nicht sooo viel geld ausgeben möchte,ist ja OK , man muss ja nicht 1.liga spielen, es gibt auch gute Dorfvereine. 

     

     

     

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.