+++ LIVE: Sprengung im Hauptbahnhof nach Länderspielabsage +++

Die Polizei Hannover hat im Hauptbahnhof einen verdächtigen Gegenstand gesprengt. Zuvor hatte ein Zeitungsbericht der Syker Kreiszeitung mit angeblichen Exklusiv-Informationen über Sprengstoff in einem Rettungswagen direkt im Stadion für Aufregung gesorgt. Polizei und Innenminister dementieren: „Kein Sprengstoff gefunden.“

Der verdächtige Gegenstand am Hauptbahnhof wurde um 22:40 Uhr gesprengt. Die Sprengung ist geglückt. Personen wurden nicht verletzt. Die Polizei hat ein Paket mit Kabel, Platinen und ein Handy gefunden. Um 23:30 Uhr hat die Polizei aber bestätigt, dass es sich um eine Attrappe gehandelt hat. Eine Sprecherin der Bundespolizei bezeichnete den Gegenstand als „sehr gelungene“ Attrappe. 

Der Mann, der die Bombenattrappe gelegt hat, ist immer noch auf der Flucht Eine mitreisende Frau habe laut Polizei den verdächtigen Mann im Zug gesehen. Sie habe ihn darauf aufmerksam gemacht hat, dass er im Zug etwas liegen gelassen habe. Die Person hätte jedoch nicht reagiert, sondern schnurstracks den Zug verlassen. Dieser verdächtige Mann hat die Attrappe offenbar gebastelt und platziert. Er ist nun flüchtig.  Der Mann war im IC von Hannover nach Oldenburg über Bremen unterwegs.

Am Tag nach der Länderspielabsage lobte Innenminister Pistorius (SPD) die Polizisten, unter denen viele noch sehr jung seien. Sie hätten bemerkenswert besonnen agiert. Weitere neue Angaben machte er nicht: „Einen Teufel werde ich tun“, sagte er wörtlich.

Hannovers Polizeipräsident Volker Kluwe sagte zum NDR: „Es war beabsichtigt, einen Sprengsatz im Stadion zu zünden.“ Konkrete Hinweise kamen laut ARD offenbar vom französischen Geheimdienst, woraufhin das Spiel abgesagt wurde. Das Stadion wurde in der Nacht noch von hunderten Polizisten auf der Suche nach verdächtigen Gegenständen durchkämmt. Offenbar hat es laut ARD mehrere verdächtige Fahrzeuge gegeben, die auf Sprengstoff untersucht wurden, darunter auch ein Rettungswagen.

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Zeitweise ging das Gerücht um, dass der Verkehr von Üstra und Deutscher Bahn eingestellt war. Das ist falsch. Richtig ist hingegen, dass die Haltestellen zwischen Markthalle und Schünemannplatz zeitweise nicht angefahren wurden. 

Die Sperrung des Bahnhofs wurde gestern Abend nach und nach aufgehoben. Ein Teil des Bahnhofs war komplett gesperrt. Am Fundort der Attrappe (Gleis 11/12) waren bis tief in die Nacht noch Bereiche gesperrt, aber nur zur Spurensicherung.

Ticketkäufer des Länderspiels haben Anspruch auf Erstattung des Kaufpreises, teilten der Verein Hannover 96 und der DFB mit.

Update 4 Tage später (21.11.2015): Vom Päckchen ging keine Gefahr aus. Auch war es keine Attrappe, wie es die Polizei Hannover zunächst angenommen hatte. Ein Ingenieur aus Dortmund hatte das Päckchen im Zug vergessen – er hatte das Paket in einem Fundbüro in Dortmund als vermisst gemeldet. Der Ingenieur war offensichtlich etwas schusselig, aber weder Islamist noch Trittbrettfahrer.



 

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