Gesperrter Felipe: Erst Held, dann Prügelknabe

Es schien sein Spiel zu werden: Für Salif Sané etwas überraschend in die Startelf gerutscht (Stendel: „Hatte keinen besonderen Grund“), begann der Brasilianer Felipe aufmerksam, mit hoher Passsicherheit und vielen gewonnenen Kopfballduellen.

Zwar holte er sich früh in der ersten Halbzeit (38. Minute) die gelbe Karte ab, doch das tat seinem engagiertem Spiel keinen Abbruch. Nachdem Hannover überraschend in der 52. Minute den Ausgleich kassierte, schien Felipe zum Matchwinner zu avancieren:

In der 61. Minuten brachte er einen abgeklatschten Freistoß von Stefan Strandberg über die Linie – es war der Führungstreffer zum 2:1.

Zur Erinnerung:




2012 war Felipe vom direkten Europapokal-Konkurrenten Standard Lüttich für rund 2,2 Mio Euro gekommen. Er sollte Emmanuel Pogatetz, der unter windigen Umständen (angeblich soll privat etwas mit Slomkas Familie vorgefallen sein) zum VfL Wolfsburg wechselte, adäquat ersetzen.

Doch viele Highlights in den viereinhalb Jahren bei Hannover 96 blieben nicht in Erinnerung. Im Gegenteil, kuriose Spiele wie das 2:4 gegen Dortmund letzte Saison (Felipe erzielte ein Eigentor und verursachte zwei verschuldete Elfmeter) prägten sich ein.


Damit sollte jetzt eigentlich Schluss sein. Doch wie so oft in den letzten Jahren ging Felipe in einer Situation so rustikal und ungeschickt zur Sache, dass das Spiel durch ihn eine entscheidende Wende bekam:

Mit hoch gestrecktem Bein ging Felipe in der 70. Minute gegen Bebou in den Zweikampf, traf ihn mit den Stollen leicht am Kopf. Der Schiedsrichter konnte gar nicht anders, als ihm gelb-rot zu zeigen.

Stendel hatte in der Halbzeitpause noch den Schiedsrichter gebeten, dass er ihm ein Signal gibt, wenn einer der gelbverwarnten Innenverteidiger (auch Strandberg hatte schon gelb) wegen der Summe seiner Fouls kurz vor dem Platzverweis steht.

Doch Felipes Aktion war nichts, wovor der Schiedsrichter hätte warnen können. Die einzelne Aktion war eindeutig gelbwürdig. Dass nichts mehr zu retten war, merkten auch Felipes Mitspieler sofort:








Denn bis auf Felipe selbst protestierte niemand gegen den Platzverweis.

sky-Kommentator Ulli Potofski bezeichnete Felipes Aktion als dämlich und unnötig, bei der HAZ bekam Felipe die Note 5.

In der Tat ist es ein interessantes Gedankenspiel, was passiert wäre, wenn auch die restlichen zwanzig Minuten 11 gegen 11 Spieler auf dem Platz gestanden hätten. Denn selbst in Unterzahl wirkte Hannover spritziger und gefährlicher. So jedoch muss sich Hannover mit einem etwas bitteren Unentschieden zufrieden geben – und Felipe ein Spiel aussetzen.

DUESSELDORF, GERMANY - NOVEMBER 25: (L-R) Felipe and Noah Joel Sarenren Bazee of Hannover celebrate during the Second Bundesliga match between Fortuna Duesseldorf and Hannover 96 at Esprit-Arena on November 25, 2016 in Duesseldorf, Germany. (Photo by Christof Koepsel/Bongarts/Getty Images)
Da war die Welt noch in Ordnung: Noah Joel Sarenren Bazee bejubelt seinen Mitspieler Felipe für dessen Führungstreffer. Christof Koepsel/Bongarts/Getty

 

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