Salif Sané: „Unsere Fans machen uns stark“

Bald haben die dreisten Tricks von Sanés Berater ein Ende. Sie haben Gerüchte verbreitet, die Fans zermürbt, Zweifel gesät. Sanés plötzliche „Krankheiten“ und „Verletzungen“, die ziemlich übertrieben anmuten (einwöchige Sommergrippe, starke Knie- und Knöchelschmerzen, trotzdem kein Spiel verpasst) passen da in das Bild: Sie sollen die Stimmung in Hannover dahin bringen, dass Zweifel wie „Sollte der Spieler gehalten werden, wenn er eh nicht mehr motiviert ist?“ oder „Lieber das Geld als dieses Theater“  aufkommen!

2014 verbannte Trainer Tayfun Korkut den Senegalesen aus dem Profikader. Zuvor hatte Sané immer wieder den Nerven von Fans und Verantwortlichen strapaziert:

Frust bei Spielern und Fans: 96 steuert auf die zweite Liga zu, Foto: Getty Images
Salif Sané: Manchmal zwischen Genie und Wahnsinn. Getty

Er verpasste die Busfahrt zum Auswärtsspiel, weigerte sich in die Eistonne zu steigen, kam zu spät zum Training und ging zu früh in den Urlaub.

Korkut war wütend und enttäuscht, es folgte die Suspendierung. Offenbar war das damals genau die richtige Maßnahme zur richtigen Zeit: Im Gegensatz zu anderen Profis ließ er sich in der zweiten Mannschaft nicht mehr hängen.

Sané raffte sich auf. Er kämpfte hart und wurde von den jungen Nachwuchsspielern respektiert.

Dann die Rückkehr in die Profimannschaft. Plötzlich wurde der 1,96m-Riese im Abstiegskampf zu einem wichtigen Leistungsträger. Für Aufregung sorgte eine angebliche Kabinenschlägerei mit Marcelo.

Doch auf einmal waren alle Negativschlagzeilen vergessen, als Sané im Spiel gegen Wolfsburg mit einem spektakulären Fallrückzieher ein wichtiges Unentschieden sicherte.

Kaum ein Heimspiel mehr, bei dem nicht „Salif Salif Salif Sané“-Gesänge aus der Nordkurve erklingen. Der senegalesische Nationalspieler (Sanés Eltern sind im Senegal geboren) weiß das zu schätzen: „Unsere Fans machen uns stark“, sagte er im Interview mit „Bild“.

Und heute?

Ist er nicht mehr aus der Mannschaft wegzudenken. Erst vor der Saison 2015/16 hat Sané seinen Vertrag bei Hannover bis 2018 verlängert. 

Der im französischen Lormont geborene Sané ist neben Schmiedebach zum wichtigsten Spieler im 96-Team gereift – und zum Publikumsliebling.

Das Fußballspielen liegt im Blut von Sanés Familie. Sein älterer Bruder Ludovic ist 25-facher Nationalspieler für Senegal und hat mit Bordeaux in der Champions League gegen Bayern München gewonnen.

Doch wie geht es weiter mit Sané?

Schmadtke und der 1. FC Köln buhlten um Sané, Schalke 04 war angeblich bereit, 8 Millionen zu zahlen. Sané selbst zeigte sich zwischenzeitig angetan von Hertha BSC Berlin und soll jetzt Wechselabsichten nach Wolfsburg haben.

Absurd genug: Angeblich hat er vor wenigen Wochen einen Vorvertrag mit Köln unterschrieben – obwohl er öffentlich von Berlin geschwärmt hat und jetzt nach Wolfsburg will.

Sané und seine Berater, der Holländer Jan van Baal und der französische Anwalt Phillippe Sol, spielen das gleiche Spiel, das einst Mame Diouf und sein Berater Jim Solbakken mit Hannover 96 gespielt haben:



Zermürben, Hinhalten, Zweifel säen, Gerüchte verbreiten.

Die plötzlichen „Krankheiten“ und „Verletzungen“ von Sané, die ziemlich übertrieben anmuten (mehr als einwöchige Sommergrippe, starke Knie- und Knöchelschmerzen, trotzdem kein Spiel verpasst) passen da in das Bild:

Sie sollen die Stimmung in Hannover dahin bringen, dass Zweifel wie „Sollte der Spieler gehalten werden, wenn er eh nicht mehr motiviert ist?“ oder „Lieber das Geld als dieses Theater“  aufkommen!

Solche Fragen provozierten einst Solbakken und Diouf.

Bei Sané wird jetzt das gleiche Spiel gespielt.

Dazu zwei simple Feststellungen.



Erstens: Natürlich wird Sané sich reinhängen, wenn er auch die laufende Saison bei Hannover 96 zu Ende spielt. Denn wenn andere Vereine erstmal mitbekommen, dass Sané in der zweiten (!) Bundesliga spielerisch und kämpferisch nicht auf der Höhe ist, werden sie zukünftig auch kein Interesse daran haben, Sané für die erste Bundesliga zu verpflichten. Das wissen Sané und sein Berater selbst nur zu gut.

Zweitens:

Hannover braucht nicht mehr Geld durch Transfers. Hannover braucht gute Spieler für die kommende Saison, um den Aufstieg zu schaffen.

Hannover hat immer noch viel Geld auf der hohen Kante (6,5 Mio Euro durch den Kiyotake-Verkauf sowie 3,5 Mio Euro durch den Zieler-Verkauf sowie den Rekordgewinn aus dem Jahr 2015).

Bisher wurden nur rund 3,5 Mio Euro für Neuzugänge ausgegeben, aber dem Verein fällt es in der Defensive eher schwer, gute Neuzugänge zu finden. Ein Spieler von Sanés Kaliber ist eben nicht leicht zu finden – erst recht für einen Zweitligaverein. Das musste Hannover jetzt wieder beim Schweden Alexander Milosevic erfahren.

Schon in der Winterpause 2016 scheiterten viele Transfers, weil die potentiellen Neuzugänge nicht mit Hannover 96 im Abstiegskampf spielen wollten – damals war 96 wohlgemerkt aber noch Erstligist.

Bleiben Sie hart, Herr Kind. Verkaufen Sie Sané nicht. Widerstehen Sie dem Wechseltheater, das Sané und sein Berater möglicherweise in den nächsten Wochen verstärkt aufführen werden. Denn Sané hat einen Vertrag, den er gerade erst in der Abstiegssaison verlängert hat.

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