Das verrückte Wochenende im Juni 1964: Wenn Amateurmeisterschaft und Aufstieg binnen weniger Stunden gelingen

Helmut Kronsbein, hier unter der Statue von Ernst August vor dem Hauptbahnhof in Hannover, hat nicht nur 1964 einen großen Erfolg mit 96 gefeiert. Viele Fans hätten ihm gern ein Denkmal gebaut. Foto: Imago

In unserer Serie „12,5 Spiele für die Ewigkeit“, mit der wir für einen Countdown bis zum 12. April und dem Tag des 125-jährigen Bestehens von Hannover 96 sorgen, ging es bislang immer um ein Spiel. Zwar galt es auch, Vorgeschichten und Ausgangslagen sowie das Drumherum zu erzählen – im Fokus stand aber eine Partie. Weil Hannover 96 am letzten Juni-Wochenende des Jahres 1964 jedoch einen echten Doppelschlag erlebte und aus dem Feiern nicht mehr herauskam, sollen zwei Spiele zu einem Teil der Serie zusammengefasst werden.

Am Samstag, 27. Juni, steht die Amateurmannschaft von Hannover 96 im Endspiel um die deutsche Meisterschaft. In den 60er Jahren sind die Hannoveraner Spezialisten auf diesem Gebiet. Denn die deutsche Amateurmeisterschaft gewinnt 96 auch in den Jahren 1960 und 1965. Und eben auch 1964, Finalgegner SV Wiesbaden wird im Ischelandstadion in Hagen mit 2:0 bezwungen. Die Tore für die Mannschaft von Trainer Hannes Kirk erzielten Karl-Heinz Esch (42.) und Michael Ferenz (77.).

Einen Tag später hat die 96-Profimannschaft ihr großes Finale. Es ist der letzte Spieltag in der Aufstiegsrunde zur Bundesliga. Die Hannoveraner um Trainer Helmut „Fiffi“ Kronsbein spielen in einer Gruppe mit dem KSV Hessen Kassel, Alemannia Aachen und dem FK Pirmasens. Vor 70 000 Zuschauern ist Kassel zu Gast im Niedersachsenstadion zu Gast. Die Ausgangslage: Hannover (12:5 Tore, 8:2 Punkte) reicht gegen den KSV (10:9 Tore, 6:4 Punkte) ein Remis zum Aufstieg, sogar eine knappe Niederlage würde das Bundesliga-Ticket bedeuten.

Recht früh ist klar, dass keine Zweifel mehr aufkommen werden. Fred Heiser (10.) und Walter Rodekamp (40.) treffen vor der Pause, Rodekamp (82.) legt das 3:0 nach. Klaus-Peter Jendrosch (86.) verkürzt zum 3:1-Endstand. Nach dem Spiel brechen im Stadion und bei Feierlichkeiten in der Stadt alle Dämme. Endlich ist Hannover in der Bundesliga angekommen. Ein Jahr hatte man darauf warten müssen – nachdem 1963 der Ärger groß war, weil Eintracht Braunschweig den „Roten“ vorgezogen worden und auf umstrittene Weise einen Platz in der neugründeten Bundesliga erhielt. Funfact am Rande: In der Parallelgruppe schafft auch Borussia Neunkirchen den Aufstieg – Bayern München hat das Nachsehen.

In der nächsten Folge unserer Serie geht es um ganz großen europäischen Fußball – und ein Spiel, das an einem lauen Sommerabend zur magischen Nacht wurde.

Diese Teile der Serie sind bislang erschienen:

Deutsche Meisterschaft am 3. Juli 1938

Aufstieg in die Bundesliga am 9. Juni 1985

Sieg beim FC Bayern am 8. November 2006

Wunder von Wuppertal am 9. Juni 1973

Derbysieg gegen Braunschweig am 15. April 2017

Aufstieg in die Bundesliga am 30. März 2002

Skandalspiel in Cottbus am 5. Juni 1997

Klassenerhalt in Bochum am 8. Mai 2010

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