Saisonfinale mit Kusshand: Warum ganz Hannover in jedem Fall feiern sollte

BOCHUM, GERMANY - MAY 09: Maik Nawrocki of Hannover 96 (obscured) celebrates scoring his team's first goal with teammates during the 2. Bundesliga match between VfL Bochum 1848 and Hannover 96 at Vonovia Ruhrstadion on May 09, 2026 in Bochum, Germany. (Photo by Christof Koepsel/Getty Images)

Ein biederer Punkt in Bochum war angesichts der berüchtigten Rösler’schen Viererkette fast schon zu erwarten. Vier andere Konkurrenten sahen im Ruhrstadion vor uns ebenfalls keinen Stich. Im Kontext des gesamten vorletzten Spieltags war das jedoch nur die Kirsche auf der Dramatorte, die uns der Fußballgott dieses Jahr zum Finale serviert. Drei Mannschaften kloppen sich um die Plätze zwei bis vier – in einer Konstellation, in der selbst alle Rechnereien nicht mehr helfen. Wir raten daher: lieber einmal tief durchatmen und noch einmal 90 Minuten lang einfach Spaß haben!

Am Samstag ging ich nach dem Schlusspfiff erstmal raus zum Rasenmähen. Ich hatte mir die Gartenarbeit absichtlich aufgehoben, weil ich wusste, dass ich emotional von der Couch kommen und innere Ruhe brauchen würde.
Draußen im Grünen kam ich schließlich an den Punkt, an dem ich für mich entschied, mich nicht länger über Dinge zu ärgern, die ich ohnehin nicht beeinflussen kann. Zu wenig Power in der Mannschaft, Nervosität, Sonntagsschüsse, Endergebnisse und all das. Tatsächlich schaffte ich es, diesen Rucksack einfach abzulegen und mich stattdessen an die vielen großartigen Momente dieser auslaufenden Saison zu erinnern: viele Siege, viele feine Spielzüge und endlich wieder ein Team, das richtig Spaß macht. Und genau mit diesem Team steuern wir jetzt auf einen legendären Nachmittag zu!

Gerade jetzt: Wir sollten das Team feiern

Das hysterische Entwerfen irgendwelcher Untergangsszenarien zu diesem absurden Zeitpunkt ist völlig fehl am Platz. Wir spielen nicht „gegen“ etwas, sondern „um“ beziehungsweise „für“ etwas. Doch in der hannoverschen Bubble gerät die Stimmung seit Wochen wieder zu einem Abgesang auf alles, was Mannschaft und Fans sich seit dem Sommer mit Freude und Leidenschaft aufgebaut haben. Das zeigt, wie angespannt und innerlich unsicher viele Wegbegleiter des Sportvereins von 1896 noch immer sind.

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Christian Titz muss es schaffen, seinen Jungs noch einmal den bereits gegangenen Weg vor Augen zu führen – und wie sehr sich alle seit Juli 2025 weiterentwickelt haben. Wie aktuell überall so passend geschrieben wird: Der Aufstieg war zu Beginn gar nicht das erklärte Ziel. Deshalb ist die aktuelle Situation vor allem eines – purer Luxus. Und Luxus sollte man mit Kusshand nehmen, in vollen Zügen genießen, sich darüber freuen und befreit aufspielen!

Ausgelöst wird diese öffentliche Angst sicher nicht durch die Vorstellung, ein weiteres Jahr in der 2. Liga bleiben zu müssen. Auch 2026/27 wird sie die geilste zweite Liga der Welt bleiben. Man muss nicht plötzlich zusätzliche TV-Sender buchen oder montags Urlaub nehmen, um sonntagabends in Freiburg antreten zu können.

Und auch das irrwitzige Argument, welche Spieler wir bei einem Nichtaufstieg alle verlieren würden, überzeugt mich nicht wirklich. Leopold, Aseko, Noll, Nawrocki, Saad, Weißhaupt – alle weg. Hm. Die wären wahrscheinlich ohnehin nicht zu halten gewesen. Also alles ziemlich überschaubar, oder? Und dort, wo wir Benjamin Källman oder Hussein Chakroun gefunden haben, werden wir auch die nächsten Talente und Lieblingsspieler entdecken.

Aufstieg oder nicht: Es gibt keinen Untergang

Es würde uns allen guttun, uns daran zu erinnern, wo wir vor der Saison standen: neuer Trainer, XXL-Kaderumbruch. Vorhersagen über Platz zwei oder drei hätten wir damals noch als völlig geisteskrank abgestempelt. Jetzt tun viele so, als gäbe es keine Alternative zum direkten Aufstieg. Überhaupt liegen in der oberen Tabellenregion inzwischen überall die Nerven blank – zum Glück nicht nur am Maschsee.

Schon Balu der Bär erklärte uns einst, dass man mit einem entspannten Blick viel besser durchs Leben kommt, anstatt wie King Louie und seine Affenbande völlig außer Rand und Band den ganzen Palast zum Einsturz zu bringen. Geht raus, saugt diese Atmosphäre auf und nehmt die Energie mit, die dieser Nachmittag im Mai noch einmal in voller Intensität mit sich bringt.

Ich werde mit meinen beiden Teenagern ebenfalls anreisen – auch ohne Karten. Einfach vom Hauptbahnhof Richtung Waterloo treiben lassen und weiter vor das Niedersachsenstadion. Leute beobachten, das bunte Treiben aufsaugen und Teil dieser schwarz-weiß-grünen Hoffnung sein. Es wird eine legendäre Geschichte werden. Als Finale einer Reise durch diese geile Saison. Solche Herzschlagfinals bleiben für immer im Gedächtnis.

In diesem Sinne: Macht euch locker, gönnt euch ein paar Kaltgetränke und genießt diesen Sonntag in vollen Zügen, liebe Freunde. 96 ein Leben lang!

Die Lieblingsfolgen vom 96Freunde-Podcast mit Altin Lala, Florian Fromlowitz und Ewald Lienen. Viel Spaß beim Reinhören!

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