Die Profis von Hannover 96 sind wohlbehalten ins winterliche Hannover zurückgekehrt und erhalten dort den letzten Schliff vor dem Rückrundenstart in Kaiserslautern. Nach erfolgreichen Trainingseinheiten dürfte die Vorfreude auf Sonntag selbst den Schnee in Niedersachsen zum Schmelzen bringen – es darf wieder angegriffen werden!
Heute schrieb ich einem Kumpel, dass ich total gespannt auf den Rückrundenauftakt von Hannover 96 bin. Das Trainingslager verlief trotz einiger Verletzungssorgen offenbar sehr gut und brachte gleich mehrere positive Überraschungen ans Licht. Zwei Neuzugänge wurden bereits präsentiert, ein bis zwei weitere sollen wohl noch folgen. In dieser Winterpause ist spürbar Bewegung drin – man merkt, dass etwas passiert. Und das ist gut so!
Denn wie wir uns erinnern, verlief das Ende der Hinrunde etwas ernüchternd. Verletzungen, damit verbundenes Punktepech und obendrauf die plötzlichen Abgänge der Kaderplaner Mann und Lüftl. Als Fan der Roten konnte man sich im Dezember tatsächlich etwas verlassen fühlen.
Hannover 96 geht gestärkt in die Rückrunde
Doch der neue Geschäftsführer Jörg Schmadtke ließ erst gar keinen Staub auf seinem neuen Schreibtisch entstehen – und auch keine Niedergeschlagenheit. Ein klarer Angriffsplan wurde ausgegeben und schon mit Beginn des Trainingslagers die erste Soforthilfe präsentiert: Noah Weißhaupt tauschte die Ersatzbank in Warschau gegen einen Startplatz bei Hannover 96 und fügte sich mit einer starken Präsentation nahtlos ein. Das tut uns Fans gut und verschafft gleichzeitig Chakroun und Bundu die nötige Zeit, um in Ruhe wieder fit zu werden.
Der zweite Neue ist Stefan Teitur Thordarson – eine 1,89 Meter große Kante, die zuletzt in England abräumte. Christian Titz scheint mit dem Aushilfskapitän der isländischen Nationalmannschaft einen besonderen Plan zu verfolgen, und genau hier wird es spannend:
Statt sich klassisch auf die wahrscheinliche Nachfolge von Enzo Leopold und Noel Aseko im zentralen Mittelfeld einzuspielen, könnte Thordarson eine Hybrid-Position bekleiden. Eine Rolle, die den FC St. Pauli 2023/24 bis in die 1. Bundesliga trug. Damals fungierte Jakov Medić als hochschiebender Innenverteidiger, schuf Überzahl im Mittelfeld bis hin zur Offensive. Die Kiezkicker dominierten unter Fabian Hürzeler die Liga und blieben über Monate ungeschlagen.
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Genau diese defensive Absicherung wäre die erhoffte Verbesserung, mit der Christian Titz und Hannover 96 wieder näher an die Spitzengruppe heranrücken könnten. In Belek wurde diese Idee bereits mit Noel Aseko als hybridem Sechser/Innenverteidiger getestet. Vor allem im Rückwärtsgang ließen sich damit gefährliche Lücken schließen. Thordarson könnte mit seiner Stärke bei langen Bällen zudem zur echten Waffe werden, insbesondere bei präzisen Verlagerungen auf die Außenbahnen. St. Pauli zerlegte mit dieser Spielidee damals die gesamte Liga. Bemerkenswert: Auch Noah Weißhaupt kam genau in dieser Phase leihweise ans Millerntor.
Interessant war in den letzten Tagen zudem das hohe, stark 96-affine News-Aufkommen auf X (Twitter). Zwar schaffte es nicht jede Erwähnung bis zum Gerücht in der „Transfermarkt“-App, doch die Vermutung liegt nahe, dass die Listen von Lüftle und Mann auch bei ihren neuen Arbeitgebern in Gelsenkirchen und Salzburg auf Interesse stoßen.
Positiv überraschen konnten im Trainingslager außerdem zwei Akteure, die wohl nicht viele auf dem Zettel hatten:
Bastian Allgeier erhielt ein Extralob vom Coach für seine Entwicklung und fiel in den Spielen gegen Mönchengladbach und Duisburg durch Tempo und Konzentration in der Abwehr auf. Plötzlich wirkt der Bedarf an einem weiteren Innenverteidiger nicht mehr ganz so dringlich.
Der zweite Lichtblick war Alexander Vogel aus der U23, der frech und unbekümmert im offensiven Mittelfeld aufspielte. Nicht schlecht für einen Youngster, der eigentlich nur aufgrund zweier Ausfälle kurzfristig nach Belek nachreiste.
Christian Titz hat die Truppe geformt
Auch Noah Weißhaupt zeigte schnell, warum er für Hannover 96 noch sehr wichtig werden kann. Kolja Oudenne gab weiter Vollgas und zählt für viele Beobachter zu den großen Überraschungen der bisherigen Saison. Und mit jeweils zwei Treffern ließen Havard Nielsen und Benedikt Pichler die Rufe nach einem weiteren Stürmer deutlich leiser werden.
Apropos „kicker“: Im Fachmagazin erschien ein Hinrunden-Round-up, in dem Spieler von Hannover 96 aus allen Mannschaftsteilen ausgezeichnet wurden. Ein deutliches Zeichen dafür, dass die Truppe von Christian Titz intakt ist und großen Hunger auf die vorderen Plätze hat.
Wie so oft in spielfreien Phasen feilte Christian Titz gezielt an den bestehenden Defiziten. Scheinbar steht ein leichter taktischer Wechsel in der Defensive bevor. Die Stabilisierung der Abwehr und eine höhere Effizienz im Sturm trugen bei 6:0 Toren gegen drei Gegner sofort Früchte.
Der gespannte Blick richtet sich nun auf mögliche weitere Transfers in den kommenden Tagen – und natürlich auf den Betzenberg.
Die Jagd ist eröffnet!
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