Wenn man dieser Tage in die Fan-Bubble von Hannover 96 blickt, könnte man meinen, es stünde eine handfeste Krise bevor. Doch es geht nicht um eine sportliche Talfahrt, keine Trainerdiskussion und keine Lizenzprobleme – sondern um die Stadionauslastung im Niedersachsenstadion. Genauer gesagt um das Heimspiel gegen die SpVgg Greuther Fürth, bei dem in den West- und Süd-Blöcken noch zahlreiche Plätze frei sind.
Ja, das sieht auf den ersten Blick nicht optimal aus. Ja, auch ich hätte mir ein volleres Rund gewünscht. Aber was daraus gerade konstruiert wird, ist schlicht überzogen. Plötzlich ist von zu vielen Eventfans die Rede, die sich für ein Spiel gegen den Tabellenletzten zu schade seien.
Wer sich die Mühe macht, einen nüchternen Blick auf die Fakten zu werfen, erkennt schnell: Diese Debatte entbehrt jeder Grundlage. Hannover 96 kann sich in der laufenden Saison auf konstant starken Rückhalt verlassen. Im Schnitt strömen 42.236 Zuschauer ins Stadion. Der bisherige Tiefstwert lag bei 32.400 Fans im Spiel gegen Karlsruhe. Und selbst dieser Wert ist – Hand aufs Herz – für Zweitligaverhältnisse mehr als respektabel.
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Zum Vergleich: In der vergangenen Saison lag der Zuschauerschnitt bei 38.300, der niedrigste Wert bei 25.600. Die Entwicklung zeigt also klar nach oben. Hannover 96 ist in der Region wieder angesagt, die Identifikation wächst, die Kurve lebt.
Unterstützung für Hannover 96 fast so hoch wie zu Bundesliga-Zeit
Und jetzt wird es besonders interessant: Blicken wir zurück auf die Saison 2017/18, die vorletzte Bundesliga-Spielzeit von Hannover 96, als man nichts mit dem Abstieg zu tun hatte. Damals kamen im Durchschnitt gerade einmal 1.060 Zuschauer mehr ins Stadion als aktuell. Gegen Leverkusen waren es sogar nur 32.800 Fans. Bundesliga wohlgemerkt. Von „mangelnder Unterstützung“ kann also keine Rede sein.
Die Diskussion um angebliche Eventfans ist schnell erzählt und noch schneller gefährlich. Sie spaltet, wo Zusammenhalt gefragt ist. Wer entscheidet denn bitte, welches Spiel „würdig“ genug ist, um ins Stadion zu gehen? Ist Unterstützung nur dann echt, wenn sie gegen große Namen erfolgt?
Hannover 96 lebt von seiner Breite. Von Dauerkarteninhabern, die bei Wind und Wetter kommen. Von Familien, die sich gezielt einzelne Spiele aussuchen. Von Kurzentschlossenen, die bei gutem Wetter den Weg ins Stadion finden. Und ja – vielleicht auch von Menschen, die nicht jedes Spiel sehen, aber trotzdem ihr Herz an Hannover 96 verloren haben.
Bevor also vorschnell Urteile gefällt werden, sollten wir den Spieltag abwarten. Für Sonntag sind 17 Grad und Sonnenschein angekündigt – beste Bedingungen für einen Stadionbesuch. Erfahrungsgemäß entscheiden sich viele Fans kurzfristig. Und selbst wenn am Ende ein paar Plätze frei bleiben sollten: Die Unterstützung für Hannover 96 ist definitiv da.
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