Trotz unrühmlichen Abgangs bei 96 braucht Korkut „keine Revanche“

Tayfun Korkut mit Dirk Dufner im Januar 2014. Foto: Getty Images

Vor dem Spiel gegen VfB Stuttgart plagen Hannover Personalprobleme. Ob Breitenreiter auf Innenverteidiger Josip Elez (Adduktorenprobleme) und Mittelfeldspieler Marvin Bakalorz (muskuläre Beschwerden) zurückgreifen kann, entscheidet sich kurzfristig. Ein Einsatz von Abwehrspieler Florian Hübner (Bänderdehnung) ist nahezu ausgeschlossen. Rechtsverteidiger Oliver Sorg hat sich einen leichten Hexenschuss zugezogen und wackelt ebenfalls.

Trainer Tayfun Korkut von Fußball-Bundesligist VfB Stuttgart kann gegen Hannover 96 am Samstag (15.30 Uhr/hier in der Live-Übertragung) wieder auf Timo Baumgartl zurückgreifen. Der Abwehrspieler hat seine Gehirnerschütterung auskuriert und ist wieder einsatzfähig. „Ich will mich nicht zu weit aus dem Fenster lehnen, aber es sieht gut aus“, sagte Korkut über Baumgartls Einsatzchancen. Verzichten muss der VfB dagegen auf Santiago Ascacibar (Gelbsperre). Korkut hat nach eigenen Angaben noch keine „finale Entscheidung“ über einen möglichen Ersatz getroffen.

Die Schwaben können mit einem Sieg den Klassenerhalt vorzeitig perfekt machen, sofern der FSV Mainz 05 am Montag nicht gegen den SC Freiburg gewinnt. „Es ist eine Chance für uns, es klarzumachen – so werden wir es auch angehen“, sagte Korkut. Dass die Situation mit Platz neun für den Aufsteiger komfortabel sei, bedeute aber „nicht, dass wir sicher sind, das gilt auch für Hannover“, betonte der Coach vor dem Duell mit seinem früheren Klub. „Hannover ist ein unbequemer Gegner, sie sind immer in der Lage zu überraschen“, sagte er.

Eine Rechnung habe er mit 96 nicht offen, meinte der 44-Jährige: „Es war mein erster Verein als Cheftrainer einer Bundesliga-Mannschaft, ich kann nur Gutes sagen aus dieser Zeit. Ich habe mich sehr wohl gefühlt, es wird ein Treffen mit vielen Freunden. Es ist nichts da, wofür ich mich revanchieren müsste.“ Korkut startete im Januar 2014 schwungvoll bei den Niedersachsen, wurde von den Fans dann aber mitverantwortlich für die 0:3-Derbyschmach gegen Eintracht Braunschweig gemacht. 2015 wurde er nach 13 Spielen ohne Sieg entlassen – Feuerwehrtrainer Michael Frontzeck konnte das verunsicherte Korkut-Team erst am letzten Spieltag vor dem Abstieg bewahren.

Salif Sané spielte auch schon unter Tayfun Korkut. Den Innenverteidiger zieht es nach Saisonende zu Schalke 04. Ursprünglich lief sein Vertrag bei Hannover noch bis Sommer 2020, allerdings macht er von einer Ausstiegsklausel Gebrauch. Sané kam im Sommer 2013 vom französischen Klub AS Nancy nach Hannover. Manager Horst Held sagte zwar, dies sei „kein schöner Moment, aber es hat den Vorteil, dass wir jetzt Klarheit haben“. Der Klub werde sich „bemühen, das Bestmögliche zu machen“ bei einer Nachfolgersuche.

Trainer Breitenreiter von Hannover 96 bedauert den angekündigten Abschied von Innenverteidiger Salif Sane „sehr“. Der Senegalese habe „nicht nur sportlich und in der Mannschaft, sondern auch menschlich einen hohen Stellenwert“ bei den Niedersachsen. Nun gelte es, für die kommende Saison einen entsprechenden Ersatz zu finden. „Das wird sehr schwer“, sagte Breitenreiter vor der Partie beim VfB Stuttgart.

Mögliche 96-Aufstellung: Tschauner – Sorg, Sané, Elez (Hübers), Albornoz – Schwegler, Fossum – Klaus, Bebou – Füllkrug, Harnik

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