Über Hannover 96 zurück zu den Black Stars – die ambitionierten Pläne des 9. Neuzugangs

Lange hatte es sich angedeutet, nun ist er endlich da. Am gestrigen Samstag bestritt Patrick Twumasi seine ersten Minuten im Dress von Hannover 96. Bei seinem 12-Minuten-Debüt ist vor allem eins aufgefallen: Der Flügelstürmer ist robust, kann gut antizipieren und sucht die Zweikämpfe. Langsam ist er auch nicht, sodass der 26-Jährige sehr gut in das Konzept von Kenan Kocak passen dürfte. Twumasi konnte in der Vergangenheit bereits auf sich aufmerksam und steuerte bei jedem seiner Klubs eine beachtliche Zahl an Scorerpunkten bei. Daran will er bei den Niedersachsen anknüpfen, Twumasi kann ein wichtiger Mann für den Aufstieg werden…

Das Kuriose zu Beginn: Twumasi ist der einzige Neuzugang, für den Hannover 96 in die Tasche greifen musste. Bei insgesamt neun Zugänge klingt dies merkwürdig, bis dato hatte das Geldsparen aber anscheinend oberste Priorität. Und wenn wir ehrlich sind, die Ablösesumme für den gestandenen Rechtsaußen (700 Tsd.) ist in der heutigen Zeit nicht wirklich nennenswert. Ähnlich wie bei unserem Neuzugang Baris Basdas, welcher von Ex-96 Stürmer Artur Sobiech nur gutes über Hannover zu hören bekam, hatte auch bei diesem Transfer ein Ehemaliger die Finger im Spiel. Man könnte sagen, ein schönes nachträgliches Abschiedsgeschenk von John Guidetti. Er und Twumasi sind eng befreundet und spielten zuletzt gemeinsam bei Deportivo Alavés in der höchsten spanischen Spielklasse. Guidetti war/ist bekanntlich fasziniert von Hannover (und wäre auch gerne geblieben), diese Leidenschaft für den Verein hat er an Twumasi herangetragen. Der Schwede hat ihm den Verein noch schmackhafter gemacht, gab Twumasi in seinem ersten Interview zu. Ein weiteres Argument für Hannover 96 war sein Traum, einmal in Deutschland zu spielen.

„Ich bin wirklich froh, hier zu sein. Ich habe immer davon geträumt, in Deutschland zu spielen und freue mich, nun ein Teil von Hannover 96 zu sein.“(Patrick Twumasi)

Neuer Offensivschwung für Kenan Kocak – Patrick Twumasi unterschreibt einen Vertrag bis zum 30.06 2023

In seine Vita passt der Aufenthaltsort Bundesliga allemal. Nach Lettland, der Türkei, Russland, Kasachstan uns Spanien folgt nun also Deutschland. Viele dürften sich Fragen, warum man den Schritt von La Liga in die zweite Bundesliga geht. Die Antwort ist in diesem Fall einfach: aus der Überzeugung heraus. Genau diese Überzeugung könnte ein entscheidender Faktor in der kommenden Spielzeit werden, denn über fehlendes Engagement und zu wenig Spirit wird man sich keine Gedanken machen müssen. Hannover 96 ist für Twumasi ein guter Verein, bei welchem er schnell zum Stammspieler reifen wird und eine Führungsrolle annehmen kann. Seine Ansprüche an sich selbst sind hoch und auch die formulierten Ziele sind sehr ambitioniert. Neben dem Aufstieg steht hier die Rückkehr zur Nationalmannschaft. Im Oktober 2017 feierte er WM-Qualifikation gegen Uganda (0:0) sein Debüt für die ghanaische Nationalmannschaft. Bei der Afrika-Cup Qualifikation 2019 war er letztmals dabei, allerdings nur als Bankwärmer. Bei Hannover 96 will er sich zurück ins Rampenlicht spielen und so auch Nationalmannschaftstrainer Charles Akonnor von sich überzeugen. Das Twumasi über großes fußballerisches und technisches Können verfügt, steht außer Frage. Er blickt auf insgesamt 237 Spiele auf Profiniveau zurück, bei welchen er 86 Tore und 32 Vorlagen beisteuern konnte. Das ergibt einen erstaunlichen Wert von 0,497 Torbeteiligungen pro Spiel. Seine erfolgreichste Zeit hatte er zweifelsohne beim kasachischen Team FC Astana. Für alle, die sich jetzt denken, „es ist ja nur Kasachstan“ – die kasachische Liga ist qualitativ sehr ausgeglichen (zumindest was die Top 7 Teams angeht), de facto ist eine gute Platzierung keine Selbstverständlichkeit. Darüber hinaus ist Astana regelmäßiger Gast im internationalen Wettbewerb und konnte hier einige Male für Überraschungen sorgen. Jüngstes Beispiel ist der 2:1-Sieg in der Europa League 2019 gegen Manchester United. Zurück zum Thema, für die Mannschaft aus der Hauptstadt Nur-Sultan lief Twumasi 158-Mal auf und war mit 63 Treffern und 29 Vorlagen maßgeblich an den fünf Meisterschaften beteiligt. Auch internationale Erfahrung konnte er hier sammeln, unter dem Strich stehen 19 Europa League-Einsätze (u.a. gegen Villareal und Sporting Lissabon) sowie 16 Champions League Spiele (u.a. gegen Benfica Lissabon und Galatasaray Istanbul; schoss in beiden Spielen ein Tor). Das Lebenswerk von Patrick Twaumasi spricht eine deutliche Sprache und lässt auf großes Hoffen. Auch Sportdirektor Zuber ist von dem Transfer zu 100 Prozent überzeugt.

„Mit Patrick Twumasi bekommen wir einen sehr variablen Offensivspieler. Er kann auf beiden Flügelpositionen spielen, aber auch als zentraler Stürmer. Patrick ist schnell, technisch versiert und hatte auf seinen bisherigen Stationen immer ausgezeichnete Scorerwerte.“  (Gerhard Zuber)

Ebenfalls Lust auf mehr machen seine Statistiken. Sein Offensivdrang spiegelt sich in erster Linie in den durchschnittlich vier Abschlüssen pro Spiel wider. Darüber hinaus kann er mit seinen 1,62 progressiven Läufen die gegnerische Hintermannschaft gut auseinanderreißen. Mit seiner Zweikampfaffinität (durchschnittlich 22,65 Zweikämpfe/Spiel, 47 prozentige Erfolgsquote) und der guten Antizipation (unterbindet durchschnittlich 3,99 Gegenangriffe, 70,4 Prozent hiervon bereits in der gegnerischen Hälfte) passt er sehr gut in das offensive ausgerichtete Spielsystem von Trainer Kenan Kocak. Die Passquote von 70 Prozent (bei 34,23 Pässen) spricht für sein geschultes Auge.

Wir können uns alle auf die Einsätze von Patrick Twumasi freuen, bereits im Pokal gegen Würzburg dürfte er seine Einsatzzeit bekommen. Die Tatsache, dass er auf beiden Flügelpositionen beheimatet ist, lässt auf namenhafte Offensivreihen hoffen. Man stelle sich einmal einen Patrick Twumasi auf Links, Genki Haraguchi als Zehner und Linton Maina auf Rechts vor. Für die Mission 1. Liga ist man hier definitiv gut aufgestellt.

 

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