Slomkas ungewohnte Offensivproblematik: Dauerhaft mit Dreier-Sturm?

DIe Roten haben den Auswärtsfluch besiegt.

Vom Heimspiel gegen Fürth haben sich alle mehr erhofft, das steht außer Frage. Die Gäste waren phasenweise überlegen und haben sich einige Torchancen herausgespielt, man sollte jedoch nicht alles schlecht machen. Wenn man es anders sieht, sind wir seit drei Spieltagen ungeschlagen. Ein weiterer positiver Punkt ist das neue Offensivquartett von 96…

Nach dem famosen 3:0-Sieg in Wiesbaden haben wir noch davon gesprochen, dass sich Hendrik Weydandt (welcher aufgrund einer Verletzung in Wiesbaden fehlte) warm anziehen muss, da er mit Marvin Duksch und Cedric Teuchert zwei arge Konkurrenten um seinen Stammplatz hat. Gegen Fürth schickte Coach Slomka eben diese beiden von Beginn an aufs Feld, „Henne“ musste vorerst von der Bank aus Beobachten. Diesmal ging das Konzept jedoch nicht auf, im ersten Durchgang kam von den Gastgebern einfach zu wenig.

 

Henne regelt…

Der Märchenprinz ist back – Henne regelt!

Aus diesem Grund wurde Weydandt zur zweiten Halbzeit eingewechselt – und prompt meldete sich der 24-Jährige eindrucksvoll an. Bis zu seinem Treffer dauerte es nur zwei Minuten – Henne regelt. Völlig zurecht wurde er zum Man of the Match gewählt, denn auch in den restlichen 43 Minuten machte die Nummer 26 ein gutes Spiel. Mit ihm wurde das gesamte Angriffsspiel belebt und die Präsenz im gegnerischen Strafraum nahm zu. Dies trifft vor allem auf die Lufthoheit zu – die Hälfte seiner Kopfballduelle konnte er gewinnen. Mit ihm und Duksch hatte man zwei ü-187cm-Spieler im gegnerischen Sechzehner platziert – dies kann zu einer echten Waffe werden. Die Betonung liegt hier auf „werden“, denn 96 muss über die Außen mehr Druck entwickeln. Gegen Wiesbaden sah dies recht ordentlich aus, gegen Fürth hat man den vermeintlichen Größenvorteil wieder nicht genutzt. Auf den Flügeln konnte Muslija diesmal keinerlei Akzente setzen, daher musste er auch für Weydandt weichen.

 

Das neue Trio…

Mit Weydandt, Duksch und Teuchert schickte Slomka also drei Stürmer in den zweiten Durchgang – und das Konzept ging auf. Zwar blieb Cedric Teuchert ebenfalls blasser, als noch eine Woche zuvor, seine Quirligkeit tut Hannover dennoch gut. Seine Passquote lag erneut bei guten 63 Prozent und er hatte erneut das Auge für den freien Mann. Marvin Duksch machte ein gutes Spiel und steuerte die Vorlage zum wichtigen Ausgleich bei. Er suchte immer wieder den Abschluss (insgesamt vier Torschüsse) und ging robust in seine Zweikämpfe. Seine Passquote hat sich im Vergleich zu den ersten Partien verbessert, sie lag bei knapp 70 Prozent. Mit insgesamt fünf Scorerpunkten ist er derzeit unser effektivster Mann. Nach vier Spieltagen haben alle drei Stürmer mindestens einen Scorerpunkt auf der Habenseite, da ist man als 96-Fan ganz andere Statistiken gewohnt. Slomka sollte sich überlegen, ob er das Trio Weydandt/Duksch/Teuchert generell von Beginn an bringt, denn die Mischung scheint zu stimmen.

 

Neuzugang Hansson komplettiert das Quartett…

Hansson scheint schnell ins Team gefunden zu haben – 96 wird von ihm profitieren

Mit Emil Hannson konnten die Niedersachsen darüber hinaus einen Spieler gewinnen, der das Quartett vervollständigt. Der junge Linksaußen feierte gegen Fürth sein Debüt und legte sich gleich ordentlich ins Zeug. In seinen 14 Spielminuten konnte man seine Dribbelstärke und seine Schnelligkeit bereits erkennen, er hätte auch schon einen Scorerpunkt sammeln können. Hannson scheint schnell bei 96 angekommen zu sein und er ist derjenige, welcher den Größenvorteil auf jeden Fall zu nutzen weiß. In der abgelaufenen Saison lieferte er 12 Vorlagen, ganz nebenbei erzielte er 13 Treffer. Er wird Linton Maina und Florent Muslija unter Druck setzen und hat gar keine schlechten Aussichten auf einen Stammplatz. Hannover 96 wird von seinen Qualitäten definitiv profitieren.

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