Schiedsrichterpech und defensive Nachlässigkeiten: Trotz toller Füllkrug-Bude verliert Hannover 96 gegen RB Leipzig

Albornoz und Füllkrug mit Traumtoren

Miiko Albornoz erzielte ein Traumtor zum 2:3-Anschlusstreffer. Foto: Getty Images

Niclas Füllkrug hämmert in der 12. Minute den Ball in die Maschen – der Ausgleichstreffer war „Tor des Monats“-verdächtig. Trotzdem fuhr die Mannschaft von Hannover 96 mit leeren Händen nach Hause.

RB Leipzig hat nach dem Stotterstart in die neue Bundesliga-Saison dank Timo Werner den ersten Sieg gefeiert. Das Team von Trainer und Sportdirektor Ralf Rangnick bezwang Hannover 96 mit 3:2 (2:1). Nach nur einem Punkt aus den ersten beiden Partien können die Sachsen beruhigt in die Europapokal-Woche gehen.

Yussuf Poulsen (9.) sowie Werner (40./63.) mit seinen ersten Saisontreffern erzielten die Tore für die Gastgeber. 96-Stürmer Niclas Füllkrug (13.) und Verteidiger Miiko Albornoz (65.) trafen für die Gäste. Doch ihre Treffer reichten nicht zum Erfolg der Niedersachsen, die mit zwei Zählern weiter sieglos sind.

„Wir müssen es schaffen, gegnerische Torchancen zu reduzieren, als Mannschaft insgesamt besser zu verteidigen – gleichzeitig aber aggressiver zu attackieren“, hatte Rangnick gesagt. Nicht mit von der Partie war Angreifer Jean-Kevin Augustin, der nach dem Streit mit dem französischen Verband zum Schutz vor einer möglichen Sperre auf der Tribüne saß. Rangnicks Taktik ging zu Spielbeginn auf. RB überließ Hannover den Aufbau, während die Sachsen aus einer kompakten Defensive auf Konter lauerten. Schon vor dem Treffer von Poulsen hatte Werner (3.) vor 38.937 Zuschauern die große Chance zum 1:0.

Trotz der größeren Spielanteile brauchte es in dieser Phase die Mithilfe der Leipziger, um 96 gefährlich vor dem Tor auftauchen zu lassen. Und dies rächte sich prompt. Vor dem 1:1 verzettelte sich RB-Kapitän Willi Orban im Tackling mit Ihlas Bebou, dessen Flanke Leipzigs Stefan Ilsanker mit dem Oberschenkel unfreiwillig auf den Torschützen Füllkrug ablegte.

In einer zeitweise wilden ersten Halbzeit erarbeitete sich RB mit seinem aggressiven Stil zahlreiche Möglichkeiten. Werner (24./27.) und Abwehr-Mehrzweckwaffe Nordi Mukiele (26.) agierten jedoch fahrlässig und brachten den Ball nicht im Tor unter. Erst Werners vierter Versuch, bei dem er Hannovers Keeper Michael Esser aus spitzem Winkel keine Chance ließ, war erfolgreich. Zuvor hatte Hannovers Mittelfeld leichtfertig den Ball beim Aufbauspiel verloren – und Waldemar Anton konnte Werners Abschluss nicht blocken, was ihm an guten Tagen sicherlich gelungen wäre.

Mit Anpfiff der zweiten Hälfte war Hannover der Wille zum Ausgleich klar anzumerken. Nachdem Bebou (47./48.) zweimal kurz nacheinander vergeben hatte, kratzte Torwart Gulacsi (54.) einen Kopfball von Walace mit einer Hand aus der Ecke. Dass 96 zu diesem Zeitpunkt die bessere Mannschaft war, störte Leipzig nur bedingt. Einen Konter veredelte Werner nach Vorlage von Emil Forsberg, bei dem Hannovers Verteidigung sich zum zweiten Mal überrumpeln ließ. Nur wenige Minuten später stellte Miiko Albornoz mit einem Traumtor in den Winkel fast postwendend den alten Abstand wieder her.

Hannover 96 hatte auch etwas Pech mit dem Schiedsrichter. In der ersten Halbzeit ahndete Schiedsrichter Kampka ein Handspiel eines Leipziger Verteidigers im Strafraum nicht – ob es einen Strafstoß hätten geben müssen, war jedoch Auslegungssache. In der zweiten Hälfte wurde Bobby Wood hart kurz vor der Strafraumgrenze gefoult, doch der Schiri verweigerte den fälligen Freistoß aus der perfekten 18-Meter-Freistoß-Situation.

In den Schlussminuten holte Hannover 96 eine Ecke nach der anderen heraus, doch im Gegensatz zu anderen Spielen fanden Schweglers Ecken nur selten einen Abnehmer. 12 Ecken hatte Hannover 96 am Ende aufzuweisen, doch keine Ecke war von einem Torerfolg gekrönt. In der Nachspielzeit war Antons Kopfball nach einer Ecke nicht präzise genug, so dass es beim knappen Leipzig-Sieg blieb.

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