Salif Sané: Erst aus dem Kader verbannt, dann Aufstiegsheld

Salif Sané: Vom Fehleinkauf zum Derbysieger

Hannover 96-Star Salif Sané spielt bei der WM 2018 in der Nationalmannschaft des Senegal. Das erste WM-Spiel gewann Senegal überraschend gegen Polen mit 2:1. Foto: Getty Images
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Nachdem Salif Sané sich weigerte, in die Eistonne zu steigen, und zudem die Busfahrt zum Auswärtsspiel verpasste, wurde der Senegalese aus dem Profikader von Hannover verbannt. Schon als Fehleinkauf abgestempelt, gelang ihm etwas, was niemand mehr für möglich hielt: Der Aufstieg zum Publikumsliebling.

Verbannung aus dem Profikader von Hannover 96

2014 verbannte Trainer Tayfun Korkut den Senegalesen aus dem Profikader. Zuvor hatte Sané immer wieder den Nerven von Fans und Verantwortlichen strapaziert: Er verpasste die Busfahrt zum Auswärtsspiel, weigerte sich in die Eistonne zu steigen, kam zu spät zum Training und ging zu früh in den Urlaub. Sané war bei vielen 96-Fans schon als ein typischer Dirk Dufner-Fehleinkauf abgestempelt worden.

Nach den wiederholten Skandalen platzte Trainer Korkut der Kragen, es folgte die Suspendierung. Offenbar war das damals genau die richtige Maßnahme zur richtigen Zeit: Im Gegensatz zu anderen Profis ließ Sané sich in der zweiten Mannschaft nicht mehr hängen. Salif Sané raffte sich auf. Er kämpfte hart und wurde von den jungen Nachwuchsspielern respektiert.

Aufstieg zum Publikumsliebling

Dann die Rückkehr in die Profimannschaft. Sané steigerte sich enorm, stieg zum Publikumsliebling auf. Kaum ein Heimspiel, in dem keine „Salif Salif Salif Sanéee“-Gesänge aus der Nordkurve erklungen. Der senegalesische Nationalspieler (Sanés Eltern sind im Senegal geboren) weiß das zu schätzen: „Unsere Fans machen uns stark“, sagte er damals in einem „Bild“-Interview.

Nachdem Marcelo sich in der Winterpause 2015/16 aus Hannover verabschiedete, etablierte sich Sané neben dem soliden und charakterlich vorbildlichen Christian Schulz dauerhaft als Leistungsträger. Seit 2017 ist Sané der Abwehrchef von Hannover 96, seine Defensivkollegen wie Waldemar Anton, Felipe und Olli Sorg respektieren den Senegalesen uneingeschränkt. Der im französischen Lormont geborene Sané ist zum wichtigsten Spieler im 96-Team gereift. Das Fußballspielen liegt im Blut von Sanés Familie. Sein älterer Bruder Ludovic ist 35-facher Nationalspieler für Senegal und hat mit Bordeaux in der Champions League gegen Bayern München gewonnen.

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Absurdes Wechseltheater im Sommer 2016

Anders als Leistungsträger wie Zieler und Kiyotake blieb Sané im Sommer 2016 trotz Abstieg bei Hannover 96. Unter Trainer Daniel Stendel trat Sané den Gang in die zweite Bundesliga an. Dabei darf nicht vergessen werden, dass Sané in der Sommerpause 2016 mit einem Wechsel kokettierte. Sanés damalige Berater (der Holländer Jan van Baal und der französische Anwalt Phillippe Sol) spielten ein hässliches Spielchen mit Hannover 96, um einen Wechsel zu erzwingen: Zermürben, Zweifel säen, Gerüchte verbreiten. Die plötzlichen „Krankheiten“ und „Verletzungen“ von Sané, die ziemlich übertrieben anmuten (wie eine zehntägige Sommergrippe), passten da in das Bild: Sie sollten die Stimmung in Hannover dahin bringen, dass Zweifel wie „Lieber das Geld als dieses Theater“  aufkamen. Köln, Wolfsburg und Schalke waren bereit, bis zu 8 Millionen für Sané zu zahlen. Und Sané selbst spielte das absurde Theater mit: Er unterschrieb zunächst einen Vorvertrag mit Köln und zeigte sich dann öffentlich angetan von Hertha BSC Berlin.

Es war eine kuriose Situation. Das Wechseltheater um Sané nahm seinen Höhepunkt, dass sich sogar innerhalb der Vereins unterschiedliche Positionen herausbildeten. Wie 96Freunde.de aus sicherer Quelle erfuhr, wollte der damalige Sportgeschäftsführer Martin Bader Salif Sané unbedingt gegen eine Millionen-Ablösesumme verkaufen. Martin Kind hingegen hatte die gegensätzliche Meinung und wollte Sané unbedingt halten, um den sofortigen Wiederaufstieg zu realisieren. Erst ein öffentliches Machtwort von Clubchef Martin Kind („unverkäuflich“) beendete das Theater.

Vertragsverlängerung und Reifeprozess

Und plötzlich entschied sich Sané, nachdem Kind das Machtwort gesprochen hatte, seinen Vertrag bei 96 zu besseren Konditionen bis 2020 zu verlängern. Mit der Vertragsverlängerung setzte offenbar auch ein Reifeprozess bei Sané ein: Keine öffentlichen Skandale mehr, stattdessen vorbildliches Verhalten, Derbysieger, Publikumsliebling, Aufstiegsheld. Zur Erfüllung seines Vertrages bis 2020 kommt es nicht. Eine 8 Millionen-Ausstiegsklausel sorgt dafür, dass Sané nach der Saison Hannover 96 verlassen kann. Sané zieht es zu Schalke 04.

Unterm Strich kann man sagen: Gut, dass Kind im Sommer 2016 das Machtwort gesprochen hat. Denn dadurch hatte Hannover 96 zwei Jahre länger Freude an Salif Sané – und kassiert jetzt trotzdem die 8 Millionen, die damals als Ablösesumme im Raum standen. Und wer weiß, ob Derbysieg und Aufstieg ohne Sané möglich gewesen wären? Au revoir, Salif!

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