Rückkehr des Leistungsträgers: Wohin mit Salif Sané nach seiner Rot-Sperre?

Rein vom Marktwert her erscheint es töricht, Sané auf die Bank zu setzen. Doch es gibt sogar noch eine andere, bessere Lösung. Ein Kommentar.

Daniel Stendel steht vor einer großen psychologischen Aufgabe: Wohin mit Salif Sané? Nach seiner 4-Spiele-Sperre (Rote Karte wegen – sagen wir mal – dummer Unbeherrschtheit gegen Dynamo Dresden) ist der senegalesische Nationalspieler wieder einsatzbereit.

Wir erinnern uns: Vor der Saison war Wolfsburg bereit, bis zu 10 Millionen Ablöse für den wuchtigen Defensivmann auf den Tisch zu legen. Sané und seine Berater (vor allem seine Berater, der Holländer Jan van Baal und der französische Anwalt Phillippe Sol) setzten Hannover 96 mächtig unter Druck, trotz Vertrag bis 2018 die Freigabe für Sané zu erteilen.

Doch Martin Kind blieb eisern, setzte sich über alle Bedenkenträger hinweg und erteilte ein absolutes Verkaufsverbot für Sané.

In den ersten Saisonspielen lieferte Sané im Schnitt ordentliche, aber keine überragende Leistungen. Gerüchte um einen Streik von Sané vor der Pokalpartie wurden von BILD verbreitet. Bei der Partie gegen Greuther Fürth gab es ein Ausrufungszeichen, als Kapitän Schmiedebach seinen Trainer Daniel Stendel bat, den lustlosen Sané auszuwechseln, was dann auch in der 72. Minute geschah.

Frust bei Spielern und Fans: 96 steuert auf die zweite Liga zu, Foto: Getty Images
Salif Sané. Getty Images

Nach Sanés roter Karte spielten Youngster Waldemar Anton und Neuzugang Stefan Strandberg zusammen in der Innenverteidigung. Nach einer Eingewöhnungspartie (3:3 gegen Bielefeld) standen sie hinten sicher, spielten dreimal zu null (1:0 gegen Karlsruhe, 2:0 gegen 1860 München, 2:0 gegen St. Pauli).

Kurzum: Der torgefährliche Strandberg (3 Assists in 4 Spielen) und Anton brachten 100% Leistung, festigten die zuvor wackelige Innenverteidigung.

Vor allem Anton scheint es gut zu bekommen, mit Strandberg jemanden neben sich zu haben, der ihm klare Anweisungen gibt, denn:







Das Stellungsspiel des 20-Jährigen ist klar verbessert; er wirkt in seinen Aktionen sicherer und souveräner.

Auch wenn es vom Marktwert her unlogisch erscheint: Anton und Strandberg müssen zusammen weiter in der Innenverteidigung spielen. Das Leistungsprinzip spricht für sie:

Sie haben nach der Dresden-Niederlage (0:2) in einer schwierigen Phase für die Mannschaft die Abwehr gefestigt und damit erheblich zum Erfolg beigetragen. Sané sollte keinen der beiden ersetzen – zumindest nicht gegen Union Berlin. Never change a winning team.

Solange die 0 hinten steht, sollte keiner der spielenden Innenverteidiger ersetzt werden. Macht Stendel das trotzdem, würde er sich gegen das Prinzip Leistung entscheiden – und damit möglicherweise auch die Moral in der Mannschaft schwächen.

Bleibt also nur die Bank für Sané? Nein, nicht unbedingt:







Er könnte auch im defensiven Mittelfeld spielen. Der kampfstarke Marvin Bakalorz und Kapitän Manuel Schmiedebach sind zwar gesetzt und werden nicht aus der Startelf weichen müssen.

Möglich wäre es jedoch, Schmiedebach nach hinten rechts in die Innenverteidigung zu ziehen und Sané neben Bakalorz spielen zu lassen.

Dann würde Schmiedebach den bisher eher blassen Oliver Sorg ersetzen. Dass Schmiedebach rechter Verteidiger kann, bewies er bereits in der ersten Liga.

Unsere favorisierte Aufstellung für die Defensive lautet also:

                                         Tschauner

Schmiedebach — Strandberg — Anton — Albornoz

                                    Bakalorz — Sané

Es wird spannend zu sehen sein, für welche Variante sich Stendel am Ende entscheidet.

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