Robert Enke war einer, „der fest daran glaubte, dass Ehrgeiz auch höflich und respektvoll ausgelebt werden kann.“

Demut und Bescheidenheit waren zwei wesentliche Charakterzüge von Robert Enke

Kaum jemand von uns hat Robert Enke persönlich kennen gelernt. Trotzdem haben wir am 10. November 2009 gefühlt, einen guten Freund verloren zu haben.

Der Nationaltorwart, sagt Biograph Ronald Reng, war einer, „der fest daran glaubte, dass Ehrgeiz auch höflich und respektvoll ausgelebt werden kann.“ Zweimal, 2003 und 2009, erkrankte Robert Enke an Depressionen. Doch es würde Robert Enke nicht gerecht werden, ihn im Nachhinein nur auf seine Erkrankung zu reduzieren.

In allen Jahren beeindruckte uns seine Bescheidenheit, seine Menschlichkeit, seine faire und ruhige Art. „Ein warmherziger Mensch, der daran glaubte, dass Demut auch für einen Torwart kein schlechter Wesenszug ist“, schreibt Ronald Reng in seiner Biografie „Robert Enke. Ein allzu kurzes Leben“ über den Nationaltorhüter. In dem Buch nimmt Reng das anspruchsvolle Torwart-Spiel von Robert Enke genau unter die Lupe. Was waren die Gründe, warum Robert Enke als Torhüter auf einem Weltklasse-Niveau spielte und scheinbar ohne große Anstrengungen selbst schwierigste 1-zu-1-Situationen im Strafraum lösen konnte? Vor allem geht es aber auch um den Menschen Robert Enke – wie er sich in seine spätere Frau Teresa verliebt hat und wie beide glückliche Zeiten und den Kampf gegen die Depression erlebt haben.

Eine der Personen in Rengs Biografie ist auch Florian Fromlowitz, Stellvertreter von Robert Enke bei Hannover 96. Im Interview mit dem Magazin 11Freunde erinnert sich Fromlowitz an ein Gespräch mit Robert Enke kurz vor dessen Selbstmord. „Nach dem Einschießen sagte er, beinahe beiläufig: »Flo, du wirst hier bald deine Spiele bekommen.« Ich verstand ihn damals nicht. Heute läuft es mir kalt den Rücken runter.“

Vor sieben Jahren nahm sich Robert Enke das Leben. Sein Selbstmord war keine spontane Entscheidung und auch keine freiwillige. Robert Enkes Krankheit – die Depression, die jeden Betroffenen in einen dunklen Käfig sperrt – hatte ihn schon Wochen davor gezwungen, seinen Selbstmord in Gedanken durchzuspielen.

Florian Fromlowitz erzählte Jahre später dem Magazin 11Freunde, wie er die letzten Momente mit Robert Enke erlebt hatte: Enke ließ niemanden von seinem Vorhaben wissen. Sein Auftreten war normal, selbst gegenüber Freunden und Kollegen, doch das war nicht mehr als eine Fassade. „Er warf seine Tasche über die Schulter und verließ den Raum. »Tschüs, Flo« – »Tschüs, Robert!« Wir hatten am Montag und Dienstag trainingsfrei, denn es war Länderspielpause“, erinnerte sich Fromlowitz. „Ich wollte die Tage mit meiner Frau verbringen. Robert wollte sterben. Am Dienstag. Das wusste er schon, als er die Kabine verließ.“

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Wir haben auf dieser Website vor einigen Wochen T-Shirts verkauft. Und wir haben versprochen, pro Shirt 50 Cent an die Robert-Enke-Stiftung zu spenden. Insgesamt haben wir 160 T-Shirts verkauft. Deshalb geht jetzt ein Betrag von 80 Euro an die Robert-Enke-Stiftung:

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