Qual der Wahl für „Zimbo“

Der Transfer geht (endlich) in die finale Phase. Nach wochenlangem Hin und Her hat sich Hannover 96 mit Sheffield Wednesday geeinigt und Innenverteidiger Julian Börner an die Leine gelotst. Die letzte Hürde besteht nun aus der vorgeschriebenen Quarantäne nach der Einreise aus Großbritannien sowie dem abschließenden Medizintest. Entgegen der eigentlichen Bestrebungen werden die Niedersachsen für den 30-Jährigen eine Ablösesumme bezahlen – dies  dürfte die Freude ob des gelungenen Transfers aber nicht mindern…

Immerhin hat der Ex-Armine bereits im Juni einen Vorvertrag bei Hannover 96 unterschrieben. Mit Julian Börner bekommt der Trainerstab den langersehnten vierten Innenverteidiger – dies ist gleichbedeutend mit einem neuen und intensiven Konkurrenzkampf.

Der ärgste Konkurrent um den Platz neben Kapitän Marcel Franke, an welchem in dieser Spielzeit kein Weg vorbeigehen wird, ist Simon Falette. Der 29-Jährige schloss sich dem Zweitligisten in der vergangenen Saison an – auf Drängen von Ex-Coach Kenan Kocak. Trotz dessen Bekundungen konnte sich der ehemalige Frankfurter nie in der ersten Elf festsetzen. Falette brachte es lediglich auf 18 Einsätze, die Erwartungen aller wurde nicht erfüllt. Mit dem Trainerwechsel wurde eine neue Motivation entfachte und er spielte sich zurück in den Fokus.

Kapitän Marcel Franke ist gesetzt – doch wer füllt künftig die Position neben ihm aus?

Zum einen aufgrund der fehlenden Optionen, aber auch aufgrund der stabilen Trainings- und Testspielleistungen erspielte er sich das Vertrauen von Jan Zimmermann. Belohnung war der Startelfeinsatz gegen Werder Bremen. Theoretisch zeigte er im Nordduell erneut eine stabile Leistung – bestätigt durch eine Passquote von 87 Prozent, einer defensiven Zweikampfquote von 64 Prozent und fünf abgefangenen Angriffen. Wäre da nicht das unglückliche Eigentor aus der 47. Spielminute. Wie so oft in seiner jungen 96-Laufbahn ein Nackenschlag, welcher seine guten Auftritte, mit welchen er dem Team definitiv weiterhelfen kann, überschattet.

Doppelt ungünstig für den gebürtigen Franzosen: Mit Julian Börner wechselt eine regelrechte Bank an die Leine, bei all seinen Stationen (Cottbus, Bielefeld und Sheffield) übernahm er sofort Verantwortung und leitete die Geschicke der Hintermannschaft. Mit 350 Spielen bringt er eine immens wichtige Erfahrung mit, insbesondere durch seine Zeit bei Arminia Bielefeld (2014-2019) kennt er die zweite Bundesliga aus dem „FF“. In der zurückliegenden Saison zeichnete ihn seine defensive Zweikampfstärke (69 Prozent) und seine Reaktionsschnelligkeit (5,96 unterbundene Gegenstöße pro Spiel) aus. Der 1,88 Metzer große Verteidiger ist auch bei gegnerischen Standards eine Waffe (defensive Kopfballduelle gewinnt er in 66,8 Prozent der Fälle). Angesichts seiner Robustheit und seines Spielstils klingt das Duo Franke/Börner verheißungsvoll – Simon Falette muss die geringste Chance am Schopfe packen.

Ganz nebenbei gibt es noch einen dritten Kandidaten, welcher auf seine Chance lauert. Hierbei handelt es sich um das Talent Marc Lamit, welcher in dieser Spielzeit erstmals zum Profiaufgebot der Roten zählt. Der Tunesier wechselte im letzten Jahr aus der U19 von Bayer Leverkusen in die Landeshauptstadt, bis dato stehen vier Einsätze für die zweite Mannschaft auf der Habenseite. Im November 2020 lief er letztmals für die Tunesische Nationalmannschaft auf – der 20-Jährige will sich schnellstmöglich in das Blickfeld von Trainer Kebaier zurückkämpfen. Entsprechend pocht auch er auf Einsatzzeit, eine Passquote von 89,6 Prozent und eine defensive Zweikampfquote von 77,8 Prozent aus dem Jahr 2020 sind keine schlechte Empfehlung.

Wir dürfen gespannt sein, wie schnell sich Julian Börner in Hannover einlebt und sich in der Mannschaft zurechtfindet. Sofern sich keine Probleme ergeben, dürfte Jan Zimmermann langfristig auf da Gespann Börner/Franke setzen. Mit Falette und Lamti hätte man dann zwei gute Back-Up Optionen auf der Bank. 

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