Offiziell: Thomas Doll wird Trainer bei Hannover 96 und folgt auf Breitenreiter

Thomas Doll wird neuer Trainer bei Hannover 96. Foto: Getty Images

Thomas Doll wird neuer Trainer des Fußball-Bundesligisten Hannover 96. Das vermeldet der Club auf seiner Homepage.

Abstiegskandidat Hannover 96 hat sich von seinem Trainer Andre Breitenreiter getrennt und Thomas Doll als Nachfolger verpflichtet. Der Tabellenvorletzte der Fußball-Bundesliga reagierte damit nach acht Spielen ohne Sieg auf die sportliche Krise. Mit dem 52-jährigen Doll einigten sich die Niedersachsen am Sonntagabend auf einen Vertrag bis 2020, der auch für die 2. Liga gilt.

Hannover vollzog damit nach dem 1:5 bei Borussia Dortmund die dritte Trainerentlassung der Bundesliga-Saison – zuvor mussten bereits Heiko Herrlich (Bayer Leverkusen) und Tayfun Korkut (VfB Stuttgart) gehen. Breitenreiter, gebürtiger Hannoveraner, hatte 96 im März 2017 übernommen und hatte kurz darauf mit den Niedersachsen die direkte Rückkehr in die Bundesliga perfekt gemacht. In der Vorsaison schaffte er mit dem Aufsteiger als Tabellen-13. unter schwierigen Bedingungen souverän den Klassenerhalt. Direkt vor der laufenden Saison wurde Breitenreiters Vertrag bis 2021 verlängert, nach der Trennung soll er eine Abfindung in Millionen-Höhe erhalten.

Klubchef Martin Kind und Manager Horst Heldt einigten sich am Abend mit Thomas Doll auf einen Vertrag bis zum 30. Juni 2020, der sowohl für die 1. Liga als auch für die 2. Liga gilt. Als Co-Trainer bringt Doll seinen langjährigen Assistenten Ralf Zumdick mit. Der bisherige Trainer André Breitenreiter war heute Nachmittag entlassen worden. Auch Breitenreiters Assistent Volkan Bulut muss gehen.

Manager Horst Heldt gibt dem neuen Trainer große Vorschusslorbeeren. Auf der 96-Homepage wird Heldt wie folgt zitiert: „Thomas Doll hat bei all seinen bisherigen Stationen erfolgreiche Arbeit geleistet und immer wieder den Nachweis erbracht, dass er vorgegebene Ziele erreicht – sowohl im Kampf um den Klassenerhalt als auch um Titel und die Teilnahme am internationalen Geschäft. Auch während seiner Jahre in Ungarn hat er den deutschen Fußball immer eng verfolgt. Er kennt die Bundesliga in- und auswendig.“

Doll kennt sich mit hoffnungslosen Fällen aus. Den Hamburger SV übernahm er als Tabellenschlusslicht. Anschließend führte er die Hamburger zum Titelgewinn im kleinen Bruder des UEFA-Cup, dem UI-Cup. Mit dem HSV wurde Doll Dritter in der Liga und führte die Hanseaten in die Champions League. Borussia Dortmund rettete er 2007 vor dem Abstieg und erreichte mit dem BVB 2008 das DFB-Pokalfinale.

Ende 2013 ging Doll zum ungarischen Erstligisten Ferencváros Budapest. Doll entwickelte den Traditionsklub zu einer Spitzenmannschaft und holte mit Ferencváros fünf nationale Titel, darunter auch die Meisterschaft. Im Jahr 2016 wurde er in Ungarn als Trainer des Jahres ausgezeichnet.

Thomas Doll spielte als Profi in der DDR für Hansa Rostock und den BFC Dynamo. Bei dem Hamburger SV spielte er elf Jahre nach der Wiedervereinigung bis zum Jahr 2001, in dem er seine aktive Laufbahn beendete. Doll bestritt 29 Länderspiele für die Auswahl der DDR und 18 Partien für das wiedervereinigte Deutschland.

„Als ehemaliger Fußballer weiß Thomas, wie die Spieler ticken“, gibt sich Horst Heldt von Thomas Doll überzeugt. „Er ist bekannt als akribischer Arbeiter mit einer klaren Ansprache. Wir sind fest davon überzeugt, dass er der Mannschaft mit all seiner Erfahrung genau das vermitteln kann, was sie benötigt, um die Wende zu schaffen.“

Doll wird bereits am Montag um 15 Uhr das erste Training mit der neuen Mannschaft leiten. Die Einheit findet auf der Mehrkampfanlage an der HDI Arena statt.

2 Kommentare

  1. Ich bin zwar nicht überzeugt, dass Thomas Doll ein besserer Trainer ist als Andrè Breitenreiter, aber vielleicht kann er der Mannschaft neue Impulse geben.

    Abwarten. Jeder hat seine Chance verdient.

  2. Das Problem war nicht Breitenreiter, er ist nur Bauernopfer. Mit einer Handvoll 1. Liga tauglichen Spielern, von denen auch noch meistens die Hälfte verletzt ist, kann kein Trainer den Klassenerhalt erreichen. Das Problem war allerdings schon in der letzten Saison erkennbar. Mit recht viel Glück haben wir in der Hinrunde die nötigen Punkte gemacht. In dieser Hinrunde hatten wir dieses Glück nicht. Wenn man nicht bereit ist, das nötige Geld auszugeben, um den Kader wirklich wettbewerbsfähig zu machen, ist ein Trainerwechsel nur sinnloser Aktionismus.

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