Offener Brief an Horst Heldt: Diese drei Bedingungen stellt die Fanszene

Nach der Stimmungsboykott-Abstimmung: Fanszene reicht drei Bedingungen ein

Der offene Brief ist an den Vorstand von Hannover 96 und an Horst Heldt gerichtet. Foto: Getty Images

Drei Bedingungen sollen der Vorstand von Hannover 96 und der Sportgeschäftsführer in spe, Horst Heldt, erfüllen, damit zwischen der aktiven Fanszene und dem Verein Hannover 96 zukünftig ein besseres Verhältnis besteht.

Auch wenn die aktive Fanszene das in ihrem Brief nicht offen so ausspricht, ist die Erfüllung dieser drei Bedingungen wohl eine entscheidende Voraussetzung, dass der Stimmungsboykott auch zukünftig nicht fortgesetzt wird.

Bedingung 1: Die 119 abgelehnten Mitgliedsanträge

Im Sommer 2017 lehnte Hannover 96 insgesamt 119 Mitgliedsanträge ab – ohne stichfeste Begründung. Offenbar fürchtete der Verein, dass diese 119 Mitglieder ein Kind-kritisches Abstimmungsverhalten hätten. Da die Mehrheiten bei der vorherigen Mitgliederversammlung im April 2017 knapp waren, hätten diese 119 neuen Mitglieder wohl eine Mehrheitsverschiebung bedeutet. Die aktive Fanszene fordert, dass diese 119 Mitgliedsanträge unverzüglich und ohne zusätzliche Hürden (wie z.B. persönliche Vorstellungsgespräche) anerkannt werden.

Bedingung 2: Ehrliche und transparente Antworten

Es spricht für das Misstrauen zwischen aktiver Fanszene und Vereinsvorstand, dass „ehrliche und transparente Antworten“ überhaupt eine Bedingung sein müssen. Die Fanszene fordert: „Im Rahmen der Podiumsdiskussion zur Beantwortung des Fragenkatalogs der Fanszene von Hannover 96 erwartet die Fanszene von den Vertretern des Vereins eine ehrliche und transparente Beantwortung der Fragen. Welchen Vertreter die jeweiligen Fanclubs als Zuhörer schicken, dürfen die Fanclubs entscheiden. Hier gibt es keine Auflagen.“

Bedingung 3: Notarielle Begleitung der Mitgliederversammlung und Anerkennung der vereinsinternen Opposition

Nach der letzten Mitgliederversammlung gab es Teilnehmer, die der Versammlungsleitung Tricksereien bei der Auszählung der Stimmen vorwarfen. Deshalb fordert die Fanszene nun, eine unabhängige Kontrollinstanz in Person eines Notars bei zukünftigen Mitgliederversammlungen einzuführen, der die Abstimmungen überwacht. „Außerdem wird – wie bei anderen Bundesligavereinen üblich – jeder Antrag zur Mitgliederversammlung inkl. Begründung des Antrags seitens des Antragstellers den Vereinsmitgliedern per Mitgliedermagazin oder per E-Mail vorab zur Kenntnisnahme geschickt.

Das sind die drei Bedingungen. Wobei das Wort „Bedingungen“ eigentlich zu hart klingt. Eigentlich sind das Werte (Demokratie, Ehrlichkeit, Transparenz), zu dem sich jeder Verein per se bekennen sollte – und die nicht aufwendig von den Mitgliedern eingefordert werden sollte. Oder, um es zugespitzt zu formulieren: Normalerweise erfüllt jeder Schützenverein auf dem Dorf diese Kriterien.

Kurzum: Auch wenn die aktive Fanszene in der Vergangenheit gelegentlich mit ihren Forderungen übers Ziel hinausgeschossen ist, so sind diese drei Bedingungen mit Verstand und Verhältnismäßigkeit formuliert. Der Vorstand von Hannover 96 und Horst Heldt sollten diese drei Bedingungen ohne Weiteres erfüllen können.

Hier der offene Brief im Wortlaut:

Quelle: Privat

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2 Kommentare

    • Genau!

       

      Und ehrlich…. ich lasse doch niemanden ungeprüft in meinem Verein! Wie naiv….. 

      Thema Werte des Fußballs, die ja ach so wichtig sind: Da habt ihr nicht Unrecht! Aber denkt auch an eure Pflichten: Gewaltverzicht (Burnly, zerstörte Züge usw,) und all die anderen Werte des allgemeinen Lebens!

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