Mehr als 10 Punkte Abzug für 96? Jetzt reagiert Hannover 96 auf den „Sportbild“-Bericht

Die Satzungsänderung von Martin Kind ist umstritten. Hannover 96 betont, dass die Änderung "begründet" sei. (Photo by pixathlon/pixathlon/SID/)

Der heutige Bericht in der neuen Print-Ausgabe der Sportbild hat die Fans von Hannover 96 aufgeschreckt. Zu Recht? Die Überschrift des Sportbild-Artikels („Rekord-Punkteabzug für 96?“) klingt drastisch, ist aber auch mit einem Fragezeichen versehen, denn eine kleine Hintertür bleibt offen. 

In drastischen Worten stellt Sportbild-Redakteur Berries Boßmann die These auf, dass Hannover 96 ein „Rekord-Punkteabzug“ drohe. Dabei beziffert Boßmann den möglichen Punkteabzug auf „deutlich zweistellig“ – sprich 10 Punkte oder mehr.

Die Sportzeitschrift des Axel Springer-Verlags schreibt, dass die DFL die 96-Chefetage in dieser Woche über die drohenden Strafen in Kenntnis setzen werde. Der Grund für die Strafen sei die Satzungsänderung im Gesellschaftervertrag, von der die DFL „trotz Anzeigepflicht erst über die Medien erfuhr, und die nach DFL-Ansicht in mehreren Punkten glasklar gegen die 50+1 Regel verstößt“.

Der Sportbild-Redakteur Boßmann geht auch darauf ein, warum seiner Ansicht nach die Bundesliga-Lizenz nicht sofort entzogen werde. Er schreibt, dass die DFL „bei einem sofort verhängten Lizenzentzug eine Wettbewerbsverzerrung“ fürchte. Stattdessen solle über einen extrem hohen Punktabzug am Ende der Saison der Abstieg von Hannover 96 besiegelt werden.

Ein Hintertürchen bleibt offen, um den Punkteabzug zu umgehen

Im zweiten Teil des Sportbild-Artikels findet sich – nach der dramatischen „Punkte-Rekordabzug“-Überschrift und dem geschilderten Horrorszenario – aber auch eine Einschränkung. Falls die Satzungsänderung bei Hannover 96 zurückgedreht werde, worauf „die DFL-Bosse hoffen“, könne Hannover 96 dem Rekordabzug möglicherweise entgehen. Das Ständige Schiedsgerichts der Lizenzligen werde noch vor dem Stichtag des Lizensierungsverfahren am 15. März 2019 über die Beschwerde Kinds verhandeln und entscheiden.

Das heißt: Wenn Martin Kinds Ausnahmeantrag also vom Schiedsgericht abgelehnt wird und Hannover 96 daraufhin die umstrittene Satzungsänderung wieder zurücknimmt, könnte der Punkteabzug noch pünktlich umgangen werden, bevor die Lizenzen für die neue Saison 2019/20 vergeben werden. So lässt sich im Sportbild-Artikel zumindest das Hintertürchen interpretieren, das die DFL für Hannover 96 offen lassen will. Deutlicher wird der Sportbild-Artikel an dieser Stelle jedoch nicht.

Pressemitteilung: „Ziel ist die Stabilität und der Erhalt der Substanz von Hannover 96“

Hannover 96 selbst sieht den Bericht der Zeitschrift betont gelassen. In einer Pressemitteilung schreibt der Club, dass Gespräche geführt würden, um den Erhalt der Substanz von Hannover 96 zu gewährleisten. Wörtlich heißt es: „Die Änderung des Gesellschaftsvertrages bei der Hannover 96 KGaA ist begründet und orientiert sich am Regelwerk der Deutschen Fußball-Liga (DFL). Hierzu gibt es einen Schriftverkehr mit der DFL, und es werden Gespräche geführt. Ziel ist die Stabilität und der Erhalt der Substanz von Hannover 96.“

Und mit Blick auf einen möglichen Punkteabzug teilt Hannover 96 mit, dass man dieses Szenario nicht für wahrscheinlich halte. „Weitergehende Entscheidungen erwarten wir nicht“, beruhigt Hannover 96 in seiner Pressemitteilung.

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