Mame Diouf zurück zu 96? Selbst wenn das möglich erscheint, wäre es keine gute Idee

Mame Diouf: Von Januar 2012 bis Sommer 2014 bei Hannover 96. Foto: Getty Images

Mame Diouf war einer der Topstürmer von Hannover 96 während der Europa League. 2014 verließ Diouf Hannover und ging zu Stoke City. Nun erscheint eine Rückkehr möglich – doch Hannover wäre gut beraten, diese Option nicht ernsthaft weiter zu verfolgen. Ein Kommentar.

Ohne Frage, Mame Diouf gehört zu den besten Stürmern der letzten 20 Jahre bei Hannover. In 57 Ligaspielen erzielte er 26 Tore und 14 Assists. Ein beeindruckender Wert. Wenn man mal versucht, die besten Stürmer seit dem Aufstieg 2002 aufzuzählen, kommt man wohl auf folgende Namen (alphabetisch sortiert): Moa Abdellaoue, Thomas Brdaric, Fredi Bobic, Martin Harnik, Jan Schlaudraff, Jiri Stajner, Lars Stindl, Didier Ya Konan – und eben Mame Diouf.

Zurzeit ist Mame Diouf nicht glücklich bei Stoke City. Diouf wechselte 2014 nach zweieinhalb Jahren in Hannover zu dem englischen Klub. In 87 Spielen erzielte er dort 18 Tore. Doch letzte Saison hatte Diouf kein Glück: Ein einziges Tor in 27 Spielen steht zu Buche. Alles deutet darauf hin, dass Diouf in der neuen Saison nicht mehr Stammspieler bei Stoke City sein wird. Deshalb ist der Senegalese einem Wechsel nicht abgeneigt.

Warum wird Diouf mit Hannover 96 in Verbindung gebracht? Nicht nur deshalb, weil der 29-jährige Mittelstürmer eine erfolgreiche Vergangenheit bei Hannover hatte. Es gibt auch weitere logische Gründe:



  1. Dioufs Marktwert beträgt laut transfermarkt.de zurzeit 7 Millionen Euro. Damit könnte das von Martin Kind definierte Limit (8 Millionen Euro) eingehalten werden.
  2. Die Eingewöhnungszeit von Diouf in Hannover wäre gering. Der Senegalese kennt die Stadt, hat mit Kapitän Manuel Schmiedebach und Edgar Prib schon zusammengespielt. Dioufs jüngerer Bruder spielt zudem in der Region beim VfV Borussia 06 Hildesheim. Kurzum: Anders als zum Beispiel Mevlüt Erdinç wird sich Diouf in Niedersachsen sofort heimisch fühlen.

Doch ungeachtet von Dioufs unbestrittenem Können sprechen mehrere Gründe gegen eine Rückholaktion des bulligen Stürmers.

  1. Diouf ist kein spielender Stürmer wie ein Lars Stindl. Martin Harnik und vor allem Niclas Füllkrug sind beides sehr ähnliche Stürmertypen wie Diouf – stark im Strafraum, mit enormer körperlicher Präsenz, aber mit wenig Bindung zum Mittelfeld. Wenn Diouf käme, müsste einer der drei definitiv auf die Bank – sowohl bei einem 4-4-2-System als auch bei einem 4-5-1.
  2. Diouf küsste oft und gerne das Vereinsemblem von Hannover 96 auf seinem Trikot, die Fans feierten ihn (zu Recht) mit stakkato-artigen „Diouf-Diouf-Diouf-Diouf“-Sprechchören. Doch abseits des Platzes zeigten sich Diouf und sein Berater Jim Solbakken von ihrer hässlichen Seite:








    Hannover hat keine guten Erinnerungen an Solbakken, der Diouf nach wie vor berät. Im Vertragspoker spielte der mit allen Wassern gewaschene Berater nicht fair. Solbakkens Aussagen („Mame ist der Spieler, er ist der Boss.“) gingen über das übliche Vertragsgeplänkel hinaus und waren teilweise respektlos. Dieter Schatzschneider kommentierte 2014 in der HAZ: „Wir haben einfach zu viele Spieler, die zu abhängig von ihrem Berater geworden sind. Es hemmt die Spieler in ihren Leistungen, wenn sie nicht in der Lage sind, Entscheidungen selbst zu treffen. Ein gutes Beispiel dafür ist Mame Diouf. Der ist so abhängig von diesem Solbakken, da muss man als Verein dem einfach mal sagen, dass er die Schnauze halten und nicht noch mehr Unruhe bei 96 verbreiten soll. Diese Spieler bleiben irgendwann in ihrer Entwicklung stehen.“
  3. Diouf wird im Dezember 30 Jahre alt. Das ist an sich kein Argument – schließlich ist Martin Harnik auch 30 Jahre alt geworden. Auch ein Fredi Bobic blühte im Spätherbst seiner Spielerkarriere nochmal richtig bei Hannover auf. Doch in der Regel ist es die Mischung, die es macht. Ein erfahrener, älterer Mittelstürmer wie Martin Harnik reicht auf dieser Position. Die anderen Stürmer sollten jünger sein, um in zwei Jahren (wenn Harnik vielleicht nicht mehr auf Top-Niveau spielt) die entstandene Lücke zu füllen.

Kurzum: Für 8 Millionen sollte Horst Heldt in einen Spieler mit mehrjähriger Zukunftsperspektive investieren. Für Mame Diouf lässt sich diese Perspektive bei Hannover 96 eher nicht erkennen.

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