Liebesentzug: Das ist das Ergebnis des Fanszenetreffens

96-Fans werden aus Protest gegen die eigene Führung künftig schweigen. Foto: Martin Rose/Bongarts/Getty Images.

Hannover – Am Freitag trifft sich die Fanszene von Hannover 96, um über die aktuelle Situation zu beraten. Am Ende steht fest, es wird im Stadion nicht mehr so sein wie zuvor. 

Fantreffen

Am Freitag waren alle 96-Fans in das Haus der Jugend eingeladen. Auf einem Fanszene-Treffen wurden eventuelle Reaktionen auf die aktuellen Ereignisse rund um den niedersächsischen Bundesligisten erörtert. Mehr als 500 Anhänger folgten dem Aufruf. Das Publikum war bunt gemischt. Nicht nur junge Fans aus der Kurve, sondern auch die älteren Semester von der West- und sogar Osttribüne fanden sich um 19:00 Uhr in der Maschstraße ein.

Aufruf der aktiven Fanszene. Quelle: Internet

Stimmungsboykott

Wie aus Fankreisen zu erfahren war, wird es nach einer Abstimmung ab sofort zu einem Stimmungsboykott der aktiven Szene von Hannover 96 geben. Man wird den Bundesligaspielen der Profis zwar beiwohnen, eine Unterstützung des Teams von Trainer André Breitenreiter wird es nicht geben. Für wie lange? Das ist ließ man bewusst offen. Die Entwicklung der kommenden Wochen und Monate wird beobachtet. Innerhalb der Teilnehmer herrschte schnell Einigkeit: „Ein ‚Weiter so‘ kann es unter den derzeitigen Umständen nicht geben“, berichtete Jan Jozwowiak, Besucher des Treffens gegenüber 96Freunde.de, „es wurde sich ganz klar von Gewalt distanziert. Auch auf Beleidigungen und Rufe wie ‚Kind muss weg‘ soll verzichtet werden. Vielmehr ist konstruktiver Protest geplant. Wir wollen versuchen, auch dem Rest des Stadions die Augen zu öffnen und abzuholen“ Damit will die Fanszene aus dem Boykott der Saison 2014/15 lernen.

Fast-Abstieg vor drei Jahren

Denn vor drei Jahren kam es ebenfalls zu einem Boykott der Kurve. Viele wandten sich den Profis ab und besuchten die Spiele der zweiten Mannschaft in der Regionalliga. Die Heimspiele in der Saison glichen Geisterspielen. Sämtliches Versuche Stimmung zu erzeugen schlugen fehl. Kurz vor Saisonende kamen die Fans zurück und trugen ihren Teil dazu bei, den Abstieg ihrer Mannschaft aus der Bundesliga zu verhindern.

Klubführung auf Konfrontationskurs

Das Treffen wurde anberaumt, da die 96-Klubführung in den vergangenen Wochen auf Konfrontationskurs zur Kurve ging. Der Aufsichtsrat des Stammvereins des Bundesligisten segnete einen Beschluss des Vorstandes ab, in dem die Übertragung von Geschäftsanteilen an der Hannover 96 Management GmbH von vier Mitgliedern des Vorstandes an ein fünftes Mitglied, namentlich Martin Kind beschlossen wurde.


Warum ist der Verkauf problematisch?

Hannover 96 hält derzeit 100 Prozent der Anteile an der Management-GmbH. Dadurch erfüllt der Klub formell die 50+1-Regel. Die Veräußerung setzt die Regel faktisch außer Kraft. Das ist ohne Ausnahmegenehmigung der DFL ein Verstoß gegen deren Stauten. 


Ohne Schätzung des Werts der Anteile wurden 12.750 EUR für 51 % an der Gesellschaft als Kaufpreis vereinbart. Vor zwei Wochen hatte es deswegen schon eine Fandemo an der 96-Geschäftsstelle gegeben.

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