Mögliche Spielmacher-Ausleihe: Die Idee hätte ihren Reiz

Beim letzten 96-Sieg in Dortmund traf Hiroshi Kiyotake per direktem Freistoß. Foto: SASCHA SCHUERMANN/AFP/Getty Images.

Eine Rückkehr von Hiroshi Kiyotake würde Hannover 96 gut tun: Denn in der Saison 2016/17 fehlt es auf der Spielmacherposition bei Hannover 96 an einem einfallsreichen Kreativen.

Ein kurzer Rückblick: 2014 wechselte Kiyotake vom 1. FC Nürnberg zu Hannover 96 – für rund 4,5 Mio. Euro. Nach etwas Eingewöhnungszeit wurde er zu einem wichtigen Leistungsträger bei Hannover. Dieter Hecking, der als damaliger Nürnberger Trainer der erste Chef von Kiyotake war, bezeichnete Kiyotake nicht umsonst als geistreichen „Instinktfußballer“.

Ohne „Kiyo“ wäre Hannover 96 vermutlich ein Jahr früher abgestiegen: Im entscheidenden Spiel um den Klassenerhalt im Mai 2015 gegen den SC Freiburg (2:1) erlöste der 1,72 cm kleine Japaner Hannovers Fans mit seinem Führungstreffer – ausgerechnet per Kopf.

In der Abstiegssaison verletzte sich Kiyotake im November während eines Länderspiels mit der japanischen Nationalmannschaft und stand monatelang dem hannoverschen Team nicht zur Verfügung. Seine lange Verletzung ist sicherlich ein Faktor (von mehreren) gewesen, warum Hannover am Ende sang- und klanglos abgestiegen ist.

Nach dem Abstieg wechselte Kiyotake für 6,5 Millionen Euro nach Spanien zu Sevilla. Eigentlich könnte sich Sevilla freuen: Denn es gibt nur wenige Techniker, die in den letzten 14 Jahren in Hannover so technisch begabt waren wie er. Man kann sie eigentlich an einer Hand abzählen: Jan Simak, Jan Schlaudraff, Szabolcs Huszti, Nebojsa Krupnikovic. Und dann kommt auch schon Kiyotake. Die 6,5 Millionen ist er allemal wert – wenn er denn fit ist:

Kiyotake
Ein Bild aus früheren Tagen: Für Hannover 96 erzielte Hiroshi Kiyotake in 53 Spielen 10 Tore und 12 Vorlagen. Getty

Fit ist er bei Sevilla in Spanien – doch überraschenderweise kommt Kiyotake bei Sevilla nur selten zum Einsatz. Er durfte bisher erst in vier Ligapartien ran, in der Champions League wurde er einmal für 15 Minuten eingewechselt. In den vier Ligaspielen erzielte er zwar ein Tor und sorgte für zwei Torvorlagen, doch für einen Stammplatz reicht das noch lange nicht. Die Situation in Sevilla ist also extrem unbefriedigend für Kiyotake: Zumal Kiyotake wiederholt in der japanischen Nationalmannschaft beweisen konnte, dass er das Fußballspielen nicht verlernt hat. So traf Kiyotake gegen Tabellenführer Saudi-Arabien zum 2:1-Sieg – ein wichtiger Schritt für Japan in der WM-Qualifikation.

Diese Konstellation sorgt dafür, dass in Hannover spekuliert wird, ob es möglich ist, Kiyotake für ein halbes Jahr auszuleihen. Alle Beteiligten hätten etwas davon: Sevilla würde sich freuen, dass der 27-Jährige Spielpraxis bekommt. Kiyotake selbst bräuchte keine Eingewöhnungszeit – er kennt Hannover und die meisten seiner Mitspieler noch sehr gut von früher. Und Hannover hätte endlich einen echten Spielmacher. Denn bisher ist das hannoversche Mittelfeldspiel sehr von Zufall, Kampf und gelegentlichem Gewürge geprägt: Feine Spielzüge sind eher Mangelware, es geht entweder viel über rustikale Spielweise von Schmiedebach und Bakalorz oder über schlichte Schnelligkeit von Klaus oder Sarenren Bazee.

Echte Struktur oder eine Spielidee kann aber niemand dieser Akteure entwickeln. Die beiden einzigen, die Hannover dafür hätte, sind entweder noch zu weit vorne in ihrer Entwicklungsphase (Iver Fossum) oder im Formtief (Sebastian Maier). Die Idee einer Ausleihe Kiyotakes hat ihren Reiz: Sie könnte der ausschlaggebende Faktor für den ersehnten  Aufstieg von Hannover 96 sein.

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