Kein Scherz: FDP will Pyrotechnik im Stadion legalisieren

Die Politiker Christian Lindner und Wolfgang Kubicki wollen Pyrotechnik im Stadion legalisieren. Ein Antrag der Jungen Liberalen Niedersachsen wurde vom Bundesvorstand der FDP (Vorsitz Lindner, Stellvertreter Kubicki) in Berlin jetzt angenommen. 

2015 hatten die Jungen Liberalen Niedersachsen für Aufruhr gesorgt mit ihrer Forderung für einen „Pyro-Pass“ und die damit einhergehende Genehmigung von zuvor angemeldeten Rauchfackeln in abgegrenzten Stadionbereichen.

Einen entsprechenden Antrag stellte die Jugendorganisation am Montag dem FDP-Bundesvorstand zur Debatte. Das Führungsgremium der Partei stimmte in Berlin dem Antrag zu:



Dazu erklärt der Landesvorsitzende der Jungen Liberalen, Lars Alt:

„Der Einsatz pyrotechnischer Mittel ist ein Bestandteil der Fankultur. Die FDP wie die Jungen Liberalen unterstützen deshalb den sogenannten „Chemnitzer Weg“ als Modellprojekt.“

Lars Alt weiter: „Eine Legalisierung soll nur mit zuvor angemeldeten Rauchfackeln in einem abgegrenzten Stadionbereich umgesetzt werden:




Explizit ausgenommen hiervon sind alle Feuerwerkskörper, Böller und nicht-löschbare Pyrotechnik, die unter das Sprengstoffgesetz fallen.

Zudem müssen die entsprechenden bau-, haftungs- und versicherungsrechtlichen Fragen berücksichtigt werden.“

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Pro Pyrotechnik: FDP-Bundesvorsitzender Christian Lindner. Foto: Gerd Seidel, wikipedia

Der Landesvorsitzende der Jungen Liberalen Lars Alt sieht Pyrotechnik nicht so kritisch wie andere Politiker.

Er sagt: „Pyrotechnik darf nicht mit Gewaltbereitschaft gleichgesetzt werden.“


Das Verbot und die konsequentere Ahndung von Pyrotechnik habe die Stadien in den vergangenen Jahren nicht sicherer gemacht. Der FDP-Politiker äußerte sich weiter:

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„Vielmehr wird die Pyrotechnik eher vermummt, eingeengt und zwischen vielen Fans gezündet und in vermeintlich freie Bereiche oder auf das Spielfeld geworfen.“

Deshalb, schließt der FDP-Politiker, würde „ein kontrolliertes Abbrennen der bengalischen Lichter in dafür vorgesehenen Stadionbereichen“ einen erheblichen Sicherheitsgewinn bedeuten.

Der Vorsitzende der FDP-Jugendorganisation fordert mehr Dialogbereitschaft um den Konflikt zunehmender Gewalt in Fußballstadien lösen zu können: „Fußballfans sind keine Verbrecher – auch für sie gelten Rechte und Gesetze.“

 

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